Blockupy – oder: Ein trauriger Tag

13. März 2015

Interessant ist, dass mir in dem ganzen Blockupy-Gehype und dem Gerede von der griechischen Bewegung und dem Möglichkeitsraum, der sich durch Syriza eröffnet habe, kein einziges Mal eine Bezugnahme auf die Reparations- und Entschädigungsforderungen aus Griechenland untergekommen ist. Die deutsche Linke geht in diesem Punkt offenbar vollkommen mit der deutschen Mehrheitsgesellschaft und der Regierung konform, die sich ebenfalls durch eine – gelinde gesagt – Ignoranz gegenüber den berechtigten Forderungen nach Rückzahlung der Schulden und Zahlungen für den erlittenen materiellen Schaden – ganz zu schweigen von dem deutscherseits verursachten Leiden – auszeichnet. Offenbar ist mit solch unsexy Themen keine linke Bewegung zu machen – da lieber eine Bank (jaja, wir wissen es: es ist keine Geschäftsbank) ins Visier nehmen.

In diesem Zusammenhang ein Hinweis auf einen Artikel von German Foreign Policy:

Ein trauriger Tag
THESSALONIKI/BERLIN (Eigener Bericht) – Am kommenden Sonntag gedenkt
die jüdische Gemeinde Thessalonikis der etwa 50.000 Deportierten, die
ab 15. März 1943 in 19 Bahntransporten mit jeweils 40 Güterwagen in
die Vernichtungslager Auschwitz und Treblinka verschleppt wurden. Nur
wenige kehrten zurück. Die internationalen Feierlichkeiten werden von
der deutschen Weigerung überschattet, für die Schäden an Leib und
Leben der Deportierten sowie für die materiellen Verluste in vollem
Umfang aufzukommen. Insgesamt schuldet die Bundesrepublik Deutschland
in Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches den jüdischen Gemeinden
Griechenlands über eine Milliarde Euro. Für die deutsche Weigerung
verantwortlich ist das Auswärtige Amt, dessen „Staatsminister für
Europa“, Michael Roth (SPD), den griechischen Juden empfiehlt, sie
sollen das Leid ihrer Opfer nicht länger „aufrechnen“. Statt zur
Rückzahlung der Schulden sei Berlin zu unverbindlichen
Wohlfahrtsleistungen eigenen Ermessens und „für eine bessere Zukunft“
bereit. Bettelbeträge sollen über die Bundesstiftung „Erinnerung,
Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) fließen, in der die
Regierungsparteien und die deutsche Opposition gemeinsame Sache
machen.

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