Türsteher sind Bullen!

03. Mai 2011

Von taz.de:

Gegen Mittag wurde an gleicher Stelle der Demonstrant Frank Wegener von der Polizei aus seinem Rollstuhl geworfen. „Die wollten auf die Demonstranten los, aber ich stand im Weg“, so Wegener. Daraufhin hätten PolizistInnen erst versucht, seinen Rollstuhl anzuheben und ihn dann jedoch kurzerhand aus dem Rollstuhl auf den Asphalt geworfen und liegen lassen. „Ich musste mir von der Polizei noch anhören, was ich denn mit einem Rollstuhl auf einer Demo zu suchen hätte und dass ich doch lieber zu Hause bleiben soll.“

Die Polizei antwortete bis Redaktionsschluss nicht auf eine Anfrage hierzu.

Aus einer Mail:

„Am 20.02.2011 um 6:00 betrat ich (nachtblind, mit Stock) mit J. (gehbehindert), zwei Freunden aus England und M. (meine Begleitperson) das Gelände des Berghains. Während M. sich anstellte, gingen wir anderen an der wartenden Schlange vorbei zum Türsteher. Diesem erklärte ich unsere Situation und fragte, ob wir an der Schlange vorbeikönnten. Er
ging kurz in den Club hinein um nachzufragen. Kurz danach erschien er mit einem zweiten Türsteher, der uns mitteilte, dass wir uns bitte hinten anstellen sollten. Als ich ihn fragte, ob er einen Stuhl oder einen Hocker für meine gehbehinderte Begleiterin « J » habe, sagte er:
„Man muss schon wissen worauf man sich einläst. Ich geh doch auch nicht ins Schwimmbad, wenn ich nicht schwimmen kann!“

[…]
Circa 40 Minuten später hatte es den Anschein, als würden J. und meine Freundin aus England Einlass in den Club erhalten, doch als einer der Türsteher unsere Gruppe erkannte, sagte er: „Ich habe euch doch gesagt, dass ihr nicht reinkommt“ Darauf
entgegnete ich, dass dies nicht stimme. Er habe gesagt, wir sollten uns anstellen. Wir gingen also nicht ins Berghain hinein, blieben aber noch davor stehen, um uns zu beschweren.
[…]
Die Türsteher wollten davon nichts wissen und zeigten auch keine Einsicht. Stattdessen spürte ich plötzlich eine Hand auf meiner Brust, die mich nach hinten schubste. Ich entfernte mich daraufhin von dem Eingangsbereich und rief die Polizei an.
[…]
Auf einmal ertönte ein Schrei von meiner Freundin aus England. Ihr wurde von dem zweiten Türsteher, ohne jegliche körperliche Bedrohung ihrerseits, der Arm auf den Rücken gedreht. Laut Arzt wird die Genesung dieser Verletzung ca. 12 Wochen andauern. Anschließend wurde nun auch meine Begleitperson von zwei Türstehern körperlich angegriffen und über
den kompletten Platz geschubst. Aufgrund dieses Gewaltausbruches drehte ich mich erschrocken und ging in Richtung des Lärms, um meinem Freund zu helfen. Meine Freunde folgten bedingt durch Js Gehbehinderung zeitlich verzögert. Die Türsteher ließen letztendlich von uns ab, da war es bereits 07:00 Uhr.
Eine Anzeige wurde bei der Polizei erstattet.
Wir forden, dass das Berghain das tut, was die Mehrheit der Clubs ohnehin schon macht, und zwar das Einrichten einer besonderen Schlange für Behinderten mit einem einfachen Zugang. Oder einfach nur, dass die Türsteher aufgeklärt werden!“


4 Kommentare

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  1. das machen türsteher in ffm….:
    http://www.u60311.net/

    Comment von f — 4. Mai 2011 @ 10:39

  2. scheiße. dieser schranzladen für gelraver hätte schon längst geschlossen werden müssen.

    Comment von waiting — 4. Mai 2011 @ 19:21

  3. spannend wir es hier :
    http://www.to-fa.de/news.php?id=1088&sec=1
    die jungs sind mit haftbefehl in einem video…und sind wohl szenebekannt…

    Comment von f — 4. Mai 2011 @ 21:57

  4. haftbefehl ist nicht nur schlechter rapper, sondern auch politisch dubios unterwegs.
    „boykott israel“:
    http://www.magistrix.de/lyrics/Haftbefehl%20feat.%20Chaker/Free-Palestine-1113545.html
    „juden von der börse“:
    http://www.juice.de/features/haftbefehl
    kulturelle unterschiede zwischen juden und moslems:
    http://rap.de/features/998/t6

    Comment von waiting — 5. Mai 2011 @ 22:13

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