Kultur gegen Keulen

20. November 2010

„Warum wagen wir es kaum noch, die Konflikte im Nahen Osten zu thematisieren? Warum reden wir nicht Klartext, wenn es um Israel und Palästina geht? Warum beugen wir uns dem Druck von Meinungsmachern, die uns von der Auseinandersetzung mit israelischer Regierungspolitik abhalten wollen? Wir wissen um den Vorwurf, der als Konsequenz aufrechten Verhaltens droht: „Antisemit!“

Um den aufrechten Gang wieder einzuüben, laden sich die deutschen Kulturschaffenden – ver.di Fachbereich Medien, Kunst und Kultur Hamburg, Deutsche Journalisten Union Hamburg und Verband deutscher Schriftsteller LV Hamburg – einen israelischen Juden ein.


UmsGanze am Abgrund

19. November 2010

2009 trat das angeblich bundesweite kommunistische … Ums Ganze-Bündnis mit einer Broschüre auf den Plan, die in gewohnt umfassender Manier „Staat, Weltmarkt und die Herrschaft der falschen Freiheit – Zur Kritik des kapitalistischen Normalvollzugs“ (Download als PDF) benannt war.

Der AK Hotel Abgrund legt nun eine Sonderausgabe der Frankfurter Studierendenzeitschrift Diskus zur Kritik der Broschüre vor. Das Heft kann hier online eingesehen werden und sicher unter diskus@copyriot.com in der papiernen Variante geordert werden. In seinem Editorial führt der AK zur UG-Broschüre aus:

„Schon die ersten Sätze und Kapitel sind weder als Diskussionsangebot formuliert, noch eine adäquate theoretische Auseinandersetzung: vereinfachendes Hauptwiderspruchsdenken, linke Schlussstrichrhetorik, ein unmöglicher Umgang mit Geschlechtlichkeit, Rassismus und Antisemitismus und hinter allem steckt die Konkurrenz, auf Kosten
jeder Kontingenz. Mit vielem hatten wir gerechnet, aber dass so weit hinter die Einsichten und Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte zurück gefallen, ja eigentlich das Rad neu zu erfinden versucht wird ohne aus alten Fehlern zu lernen, hat uns dann doch überrascht.
Dass dieser Unfug innerhalb der Popantifa-Szene weitgehend unwidersprochen geschluckt wurde, ist uns letztlich ein Rätsel geblieben.
[…]
Unsere Kritik richtet sich dagegen, dass das in der Broschüre vorgelegte Politikkonzept in sich grundlegend falsch ist. Es können noch so viele Ergänzungsbände publiziert werden, die Gesellschaftskritik von uG würde dadurch nicht richtiger werden. Der Tenor der hier veröffentlichten Texte ist daher keineswegs, dass einzelne Sachen in der Broschüre fehlen würden, oder ›unterbelichtet‹ sind, sondern dass mit einem derartigen Analyseansatz, bei dem die kapitalistische Konkurrenz als Letztbegründung für alle gesellschaftlichen Prozesse herhalten muss, fast alles schief geht, was so schief gehen kann.“

Nach der Lektüre des leider etwas konfusen Vorworts der diskus-Redaktion werde ich mir demnächst einmal den mit feinem Sinn für Humor betitelte Artikel „Wie hoch ist die Zeit? – Zur Kritik einiger Aspekte der … UmsGanze-Broschüre“ antun. Gegebenfalls folgen dann einige kommentierte Zitate auf diesem Blog.

Wie dringlich die u.a. in dem diskus-Heft geübte feministische Kritik an Broschüre wie Bündnis ist, zeigt unfreiwillig die Zusammensetzung der Podien des bevorstehenden UG-Kongresses: nach flüchtiger Zählung sind von 23 namentlich genannten Referent/innen offenbar 20 männlich konstruiert. UG verwendet also nicht allein im „Text […] bei Gattungsbegriffen das grammatische Maskulin“1.

P.S.
Weitere kritische Auseinandersetzungen mit der UG-Broschüre hier, hier und hier.

  1. UG-Broschüre, S. 16 [zurück]

Dialektik der Aufklärung II

16. November 2010

In dieser Zeitung schreibt ein Deutscher.


Dialektik der Aufklärung – Ethnisierung der Gewalt in der Polizeipresse

14. November 2010

Der Tagesspiegel klärt auf:

[…] arabischstämmigen Mann […] sollen polnisch gesprochen haben […] alle Beteiligten sind Deutsche […] ein 50-jähriger Deutscher einem 34 Jahre alten Libanesen […] alle Beteiligten stammen aus der Türkei oder arabischen Ländern.


Querfront? Volksgemeinschaft!

10. November 2010

Elsässer lädt sich nach englischen nun auch deutsche Faschist_innen ein:

6.12.: Sarrazin Bundeskanzler? Was eine neue Volkspartei erreichen kann

Premierenveranstaltung des neuen Monatsmagazins COMPACT mit Oliver Janich (Partei der Vernunft), Jürgen Elsässer (Chefredakteur COMPACT), Sulaiman Wilms (Chefredakteur Islamische Zeitung), Dieter Stein (Chefredakteur Junge Freiheit), Dee Ex (Patriotische Rapperin – angefragt)

Verpassen Sie nicht eine Veranstaltung, von der man sprechen wird!

Podiumsdiskussion zur Präsentation des neuen Monatsmagazins COMPACT

Montag, 6. Dezember, Russisches Haus, Berlin, Friedrichstraße 176 – 179; Beginn: 19.30 Uhr

COMPACT …

… ist ein UNABHÄNGIGES Monatsmagazin, das sich nicht den Vorgaben der Political Correctness beugt.

… ist ein einzigartiges publizistisches Experiment, weil es demokratische Linke und demokratische Rechte, Moslems und Islamkritiker im offenen Dialog zusammenbringt.

In diesem Sinne haben wir zur Vorstellung der ersten Ausgabe des COMPACT-Magazins eine besondere Veranstaltung mit ausgesuchten Podiumsteilnehmern vorbereitet.

Titel: “Sarrazin – der nächste Bundeskanzler? Was eine neue Volkspartei erreichen kann”

Teilnehmer:
Oliver Janich (Journalist und Buchautor, “Partei der Vernunft”)
Jürgen Elsässer (Chefredakteur COMPACT-Magazin, Volksinitiative)
Sulaiman Wilms (Chefredakteur Islamische Zeitung)
Dieter Stein (Chefredakteur Junge Freiheit)
Dee Ex (Patriotische Rapperin – angefragt)

Jetzt anmelden und Plätze sichern! Bitte überweisen Sie den Eintrittspreis von 10 Euro (ermäßigt 6 Euro) auf das Konto der COMPACT Magazin GbR, Mittelbrandenburgische Sparkasse (BLZ 160 500 00), Kt.Nr. 100 000 8335.

Im Eintrittspreis eingeschlossen ist die erste Ausgabe von COMPACT-Magazin. Sie erhalten Zutritt, wenn Sie am Eingang Ihren Namen (den Namen des Einzahlers) angeben.

Der Preis an der Abendkasse beträgt 12 Euro / 7 Euro.

[hxxp://juergenelsaesser.wordpress.com/2010/11/10/6-12-sarrazin-bundeskanzler-was-eine-neue-volkspartei-erreichen-kann/#more-2592]


„Wenn Du Glück hast, bekommst Du vorher Krebs und stirbst.“

08. November 2010

Die sadistischen Rachefantasien alternativer Kleinbürger_innen, deren Fahrrad abhanden kam, kann man sich hier reinfahren:
1, 2

Einige Auszüge:

“Ich werde den Rest meines Lebens damit zubringen, Dich und Deine verkommene Dreckssippe zu finden und auszulöschen.”

„Wenn ich diesen Assi auf der Straße mit meinem Fahrrad seh dann kann ich für nichts garantieren. Weiß nicht genau was passiert aber ich denke mal ich trete ihn vom Fahrrad. Auf jeden Fall kann ich den Hass auf solche Arschlöcher absolut nachempfinden. Ein erster Gedanke von mir war : Ich hoffe du ARSCHLOCH WIRST VOM LKW ÜBERFAHREN. (Lieder hab ich nicht den entsprechenden Führerschein) Ich will aber dass der Dieb scharf bestraft wird und jetzt versuche ich zusammen mit meinem Vermieter die Anzeige bei der Polizei auf Hausfriedensbruch zu erweitern. Ich versteh das nicht! Da geht jemand einfach in ein fremdes Haus und klaut Fahrräder. Absolut ASSI. Ich werd heut mal meine Nachbarn befragen ob jemand was gesehen hat. Fassungslos“

„Vor vielen Jahren (ist juristisch betrachtet schon verjährt) kam ich mal in einer früheren Stadt, wo ich wohnte, spätabends vom letzten Zug. Und da machte sich jemand an meinem ganztägig in Bahnhofsnähe angeschlossenen Rad mit Werkzeug zu schaffen. Also Typ von hinten gepackt und Kopf mit Volldampf gegen den nächsten Laternenpfahl gescheppert. Kurzes Quäken, was deutlich dokumentierte, wie ein beschleunigter Lernprozeß durchlaufen wurde. Dann war Ruhe. In Anbetracht der Tatsache, dass die Folgetage nichts in der Zeitung stand, darf man wohl vermuten, dass er überlebt hat. Insofern kann ich das hier heute auch locker schreiben.“

Wahrscheinlich die selben Leute, die in Stuttgart friedselig für Bäume, Käfer und Kopfbahnhöfe demonstrieren.


Mal übergespitzt ausgedrückt

06. November 2010

„Mal überspitzt ausgedrückt: Schreiben wir genug Diktate mit Fußballgeschichten? Dafür interessieren sich auch die Jungs. Oder geht es immer nur um Schmetterlinge und Ponys?“

[tagesspiegel]