Männliche Huren

17. April 2009

Es gibt wohl kaum Berufe, in denen Männer schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne haben als Frauen. Eine solche Sparte ist die Sexarbeit, wie einem Artikel der Frankfurter Rundschau zu entnehmen ist:

„Sie haben es sich nicht ausgesucht, die jungen Männer, die sich rund um die Alte Gasse als Stricher verdingen. […] Junge Männer aus Deutschland, Süd- und vor allem auch Osteuropa. Bulgaren türkischer Herkunft, zum Beispiel, die in ihrem Heimatland keine Arbeit finden.

Karin Fink […] spricht von „Armutsprostitution“. Da werde Geld verdient, um es an die Familie nach Hause zu schicken. Und ist es nicht viel, was die Freier zahlen. Ein „Blow-Job“ ist für fünf bis 20 Euro zu haben. Eine Preisliste für bestimmte Dienstleistungen gibt es nicht. Mehr als 300 Euro im Monat kommen selten zusammen.

Früher seien männliche Prostituierte häufig schwul oder bisexuell gewesen. Das habe sich heute geändert. Von den Männern, die jetzt anschaffen gehen, seien die meisten heterosexuell veranlagt. Dass sie sich mit homosexuellen Praktiken durchs Leben schlagen, mache sie häufig aggressiv.

„Im Laufe der Jahre ist die Szene immer gewalttätiger geworden“, beschreibt Fink die Situation. Weil es immer mehr Stricher in Frankfurt gebe, hätten „Konkurrenz und Neid“ zugenommen. Fink geht davon aus, dass es in Frankfurt „600 bis 800 männliche Prostituierte“ gibt. Damit seien 30 Prozent der Prostituierten männlich, konstatiert sie.“

Dass neben der vor allem migrantisch geprägten, von Gewalterfahrungen durchzogenen Armutsprostitution auch mann-männliche Sexarbeit unter besseren Bedingungen existiert, kann in einem Erfahrungsbericht aus einer älteren sinistra!-Zeitung nachgelesen werden.


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