Gedenken an iranische Gefängsnismassaker

06. September 2008

Anlässlich des 20. Jahrestages der Gefängnismassaker in Iran, über die Ali Schirasi hier berichtet, findet heute eine Gedenkveranstaltung in Berlin-Neukölln statt:

Gedenkveranstaltung

20 Jahre nach Hinrichtungswellen in iranischen Gefängnissen
(Sommer 1988)

Programm:
Eröffnungsrede: Prof. Fanny-Michaela Reisin
Präsidentin d. Internationalen Liga f. Menschenrechte
Ruth Jüttner, Nahostexpertin v. Amnesty International
20 Jahre danach: Erinnerung an die Opfer und Verpflichtung zum Einsatz gegen Straflosigkeit
Eine Anklage von Angehörigen und
ehemaligen pol. Gefangenen
Gast des Abends: Majid Qadyani/Musik

Veranstalter:
Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran-Berlin e.V.
Verein iranischer Flüchtlinge in Berlin e.V.
Unterstützer: Internationale Liga f. Menschenrechte, Angehörige der Opfer und ehemalige politische Gefangene

Ort:
Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
U-Bhf. Hermannplatz

[Zur Namenspolitik um die Wissmannstraße, die nach Hermann von Wissmann, der für die Ermordung von schätzungsweise 300.000 Tansaniern im sog. Araberaufstand verantwortlich zeichnet, hier]

EDIT:
Offener Brief an die Henker meines Vaters


27 Kommentare

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  1. Der Vollständigkeit halber:
    Fanny-Michaela Reisin („Jüdische Stimmen für einen gerechten Frieden in Nahost“) ist eine vehemente Antizionistin.

    Comment von waiting — 6. September 2008 @ 13:04

  2. wieso muss das der „vollständigkeit halber“ hinzugefügt werden? was hat das mit dem thema zu tun?

    Comment von Laura — 6. September 2008 @ 14:15

  3. fragst du das jetzt ernsthaft?

    Comment von waiting — 6. September 2008 @ 20:24

  4. ja, natürlich. wozu diese anmerkung, wo es doch um das regime im iran geht und dessen unterdrückung _innerer_ feind/innen? oder ist das thema des abends zionismus?

    Comment von Laura — 6. September 2008 @ 22:05

  5. feind/innen bezogen auf das regime (inkl. imaginären). natürlich.

    Comment von Laura — 6. September 2008 @ 22:08

  6. vielleicht weil es immer bemerkenswert ist, wenn eine referentin inhaltlich krude tickert? oder vielleicht, weil das iranische regime wohl kaum von leuten adäquat kritisiert werden kann, die eines ihrer zentralen ideologeme teilen?

    Comment von waiting — 7. September 2008 @ 22:36

  7. inwiefern teilt sie das denn tatsächlich? ist antizionismus bei beiden inhaltlich nicht doch ganz anders bestimmt?

    Comment von bigmouth — 8. September 2008 @ 10:23

  8. dem kann ich mich nur anschliessen: wenn ich das richtig verstanden habe unterstellt niemand den friedensantizionisten die vernichtung israels zu wollen – vielmehr dass sie jenen in die haende arbeiten die sich anschicken- oder eben schon voll dabei sind sie zu betreiben. insofern koennte eine kritik von ersteren an zweiteren und dritteren nicht nur fuer den zuhoerer sondern auch fuer den kritisierenden in diesem fall auf lange sicht ganz ungeahnte erkenntnissmoeglichkeiten bergen. im nicht unbedingt wahrscheinlichsten, aber um so guenstigeren falle zumindest.

    Comment von cutout — 10. September 2008 @ 13:04

  9. der antizionismus von reisin ist sicher anders begründet und ebenso anders motiviert (lehren des ns, eigene biographische erfahrung, nie wieder krieg, ‚not in my (jewish) name‘ usw), weist aber dennoch inhaltliche nähe zur islamistischen ideologie auf: die israelis allein erscheinen als täter („angriffskrieg“), palästinenser, libanesen usw nur als opfer, die hamas gar als verhandlungsbereit, die pal. gelten als volk ohne staat, als souveräne nation der zu ihrem (völker)recht verholfen werden muss.

    und wer in der hamas kompromissbereite diplomaten sieht, wird wohl kaum das vernichtungspotenzial des islamistischen antizionismus, wie in iran staatsdoktrin, begreifen. daher durchaus: problem problem.

    ob aus der allianz mit iranischen exilant_innen eine reflektion erfolgt? je ne crois pas.

    p.s.
    links:
    http://www.juedische-stimme.de/material/RedeDemo060812FMR.pdf
    und aus einem von ihr unterzeichneten aufruf:
    http://www.campaigniran.org/casmii/index.php?q=node/6188
    „Auch die Anspielung auf die iranische Ideologie (Islam) als Ursache der Konfrontation hält keiner Prüfung stand. Zumal die politische Kampfansage an Israel durch den iranischen Präsidenten, Mahmoud Ahmadinejad, selbst ungeachtet aller Falschübersetzungen, nicht ein Aufruf zur Vernichtung ist.“

    Comment von waiting — 10. September 2008 @ 23:55

  10. die pal. gelten als volk ohne staat, als souveräne nation der zu ihrem (völker)recht verholfen werden muss

    das ist schlicht die derzeitige realität. oder willst du behazpten, es tut den palis unter den aktuerllen umständen gut, keinen staat zu haben?

    die hamas gar als verhandlungsbereit,

    für einige fraktionen ist das schlicht wahr, das kann man nachlesen in interviews.

    zu ahmanijad: die rede ist nicht ohne weiteres auschließlich als eine vernichtungsdrohung zu begreifen. wenn man die komplett liest (verweis auf den untergang der SU usw), wrid das deutlich

    ich halte das trotzdem für blauäugig, oder zumindest das risiko falsch abwägt, dass relevante leute im iran apokalyptisch-religiös-rational handeln, und denke, dass es aus sicht israelischer bürger klüger ist, präventiv das nuklearpotential des irans zu vernichten.

    aber solche leute setzen wie reisin oder chosmyk setzen in erster linie doch auch nur das liebknecht-diktum vom hauptfeind im eigenen land um. da muss man denen nich die gleichen ideologeme unterstellen wie irgendwelchen iransichen antisemiten

    Comment von bigmouth — 11. September 2008 @ 01:00

  11. nur eines waity: es erstaunt mich wirklich, dass du die psychofreakshow viel deutscher erkennst (israelis mit nazis gleichsetzen), aber es dir offensichtlich nicht möglich ist, dasselbe auch bei den so genannten ads zu erkennen, deren masche oftmals darin besteht, immer wieder jüd/innen einen as-vorwurf zu machen (und damit zumind. implizit eben euch einen nazi-vorwurf!).

    nun ist es wieder soweit: einer jüdin wurde nachgewiesen, dass sie eigentlich islamistin ist. und dass der islamismus für ads die wiedergeburt des ns ist, ist allseits bekannt. tja, ne harte sache, frau reisin ist ne nazisau.

    da fühlt man sich als (anti)deutscher gleich viel besser, wenn überall auf der welt nazis zu entdecken sind, v.a. auch jüdische!

    Comment von Laura — 11. September 2008 @ 07:28

  12. laura, das ist jetzt aber auch zu polemsich

    Comment von bigmouth — 11. September 2008 @ 16:05

  13. na, dann erklär‘ mir mal, wieso die postnazideutschen wahnhaft überall nazis hinprojizieren, mit vorliebe richtung jüd/innen und „judenstaat“ – aber ads davor gefeit sein sollen?
    da möchte ich ne nachvollziehbare erklärung präsentiert bekommen. endlich!

    Comment von Laura — 11. September 2008 @ 17:26

  14. „oder willst du behazpten, es tut den palis unter den aktuerllen umständen gut, keinen staat zu haben?“

    1. sagt die das nicht strategisch, sondern ontologisch: souveränität der nationen als immerwährendes prinzip.
    2. ob ein eigener, komplett von i. abgetrennter staat incl. geschlossener grenzen, also auch keiner fluchtmöglichkeiten mehr, besser wäre als die jetzige misere, weiß ich nicht

    „für einige fraktionen ist das schlicht wahr, das kann man nachlesen in interviews.“

    propaganda.
    arafat führte auch in englisch die zweistaatenlösung im mund, während die pa gleichzeitig intern und in der an die pal. bevölk. gerichtetete propaganda einen staat bis zum meer und landkarten ohne i. pushte

    „zu ahmanijad: die rede ist nicht ohne weiteres auschließlich als eine vernichtungsdrohung zu begreifen. wenn man die komplett liest (verweis auf den untergang der SU usw), wrid das deutlich“

    zerstörung israels = vernichtung

    „aber solche leute setzen wie reisin oder chosmyk setzen in erster linie doch auch nur das liebknecht-diktum vom hauptfeind im eigenen land um.“

    wieso liebknecht? die ini nennt sich „european (!) jews …“, reisin ist derzeit und bereits mehr als die hälfte ihres lebens in berlin ansässig, und sieht soweit ich das sehe die deutsche als „ihre“ regierung an, von der sie mehr druck auf i. erwartet:
    http://www.d-a-g.org/forms/news.asp?Q=1285
    trotzdem: wie oben schon geschrieben speist sich ihr antizion. aus ganz anderen quellen als bei ahmadinedjad, sie sieht sich auch in eine innerjüdische auseinandersetzung eingebunden und fühlt sich diesbzgl. missbraucht, was eine gewisse wahrheit hat (i. muss als staat aller juden auftreten, ohne deren veto anzuhören) aber von ihr fatal übersteigert wird bis hin zur übernahme antizion. ideologeme (i. darf alles usw)

    Comment von waiting — 11. September 2008 @ 19:04

  15. laura:
    wenn du weiterhin ernstgenommen werden willst, hör mit dieser reflexscheisse auf, geh in dich und nehm mal den jeweiligen gegenstand wahr. seit wochen kommen von dir immer nur die selben unterstellungen, die meistenteils komplett an der realität vorbeischießen, du ex-hc-ad (hihi).
    ich habe dann auch irgendwann keine lust mehr, auf den quatsch einzugehen.

    „nur eines waity: es erstaunt mich wirklich, dass du die psychofreakshow viel deutscher erkennst (israelis mit nazis gleichsetzen), aber es dir offensichtlich nicht möglich ist, dasselbe auch bei den so genannten ads zu erkennen, deren masche oftmals darin besteht, immer wieder jüd/innen einen as-vorwurf zu machen (und damit zumind. implizit eben euch einen nazi-vorwurf!).“

    antisem ungleich ns.
    und diese andauernde gleichsetzung von ad und d ist auch so dermaßen, gähn. indy-niveau. so wie man in der grundschule andauernd ostfriesen-witze macht.

    „nun ist es wieder soweit: einer jüdin wurde nachgewiesen, dass sie eigentlich islamistin ist. und dass der islamismus für ads die wiedergeburt des ns ist, ist allseits bekannt. tja, ne harte sache, frau reisin ist ne nazisau.“

    liest du auch bevor du schreibst?
    überschneidungen sind nicht identität, und weder habe ich ihr antisem noch ns unterstellt, also komm mal runter. ich halte sie sogar für eine humanistin, die aber aufgrund von diversen faktoren über die ich hier nur spekulieren kann (naivität, mangel an materialist. kritik, deutsche sozialisation, identitätsfindung + assimilation) auf dem antizionist. ticket reitet

    „da fühlt man sich als (anti)deutscher gleich viel besser, wenn überall auf der welt nazis zu entdecken sind, v.a. auch jüdische!“

    nuff said.

    Comment von waiting — 11. September 2008 @ 19:12

  16. und diese andauernde gleichsetzung von ad und d ist auch so dermaßen, gähn.

    faktoren über die ich hier nur spekulieren kann (naivität, mangel an materialist. kritik, deutsche sozialisation, identitätsfindung + assimilation)

    1. die liebe frau kann der deutschen sozialisation nicht entkommen, aber ads schon. pf, DICH kann man nicht ernst nehmen!
    2. war das überspitzt formuliert, nona ned.
    3. bist du noch nie darauf eingegangen. einmal kam was von, man muss sich halt zeit nehmen blabla, dann kann man sich lösen blabla ( – so hast du dir erklärt, warum ads es möglich ist, sich aus dem postnazismus zu befreien). das las sich damals wie von ner eso-entspannungs-website.
    vllt erkärst du das reisin auch mal, wie man das so macht.

    Comment von Laura — 11. September 2008 @ 20:25

  17. das ist im übrigen keine reflexscheiße, sondern wenn dann reflexionsscheiße. und: wenn du dir mal die mühe geben würdest, zu lesen, was ich so schreibe, dann würde dir vllt mal der gedanke in den kopf schießen, dass das, was ich hier schreibe, mehr hcad ist, als alles was du deutscher bis jetzt gelesen hast!

    Comment von Laura — 11. September 2008 @ 20:27

  18. „das, was ich hier schreibe, mehr hcad ist, als alles was du deutscher bis jetzt gelesen hast!“

    ich bin antideutscher als du, wäh wäh.

    gute nacht und weiterhin viel spaß beim kläffen.

    Comment von waiting — 12. September 2008 @ 00:27

  19. *kläffkläff*
    ok, schon wieder nicht darauf eingegangen. ich nehme es zur kenntnis.

    Comment von Laura — 12. September 2008 @ 08:42

  20. ich weiß nicht, ob du mich überhaupt verstanden hast. daher nur kurz ein beispiel, und dann ist hier mal schluss für mich:

    ein grüppchen bemüht sich um nen antisexistischen „freiraum“. als sich dann – überraschung! – mit der zeit zeigt, dass sich auch im so genannten freiraum sexismus reproduziert, plärrt das grüppchen trotzig: „nein, nein, das kann nicht sein, denn freiraum und so. wir haben schließlich erkannt, wie schlimm das mit dem sexismus da draußen ist, uns kann’s nicht treffen…“

    Comment von Laura — 12. September 2008 @ 09:03

  21. „ok, schon wieder nicht darauf eingegangen. ich nehme es zur kenntnis.“

    1. hier ist nicht 11 88 3, und ich bin nicht zur auskunft verpflichtet
    2. bin ich bereits darauf eingegangen
    3. du dagegen hast nicht offen gelegt, wie es zur abweichung vom standard-ösi kommen kann
    4. du polterst andauernd mit unterstellungen herum, und wenn sie sich als unhaltbar erweisen, weichst du aus
    5. falls du mit obigem bsp andeuten willst, ich übte keine selbstkritik ggüber meiner (?) szene (?), so ist das wie man unschwer überprüfen kann abstrus
    6. keine lust mehr

    Comment von waiting — 12. September 2008 @ 19:25

  22. du hast jetzt selbst ausgeführt, was Reisin antizionismus so alles von dem der mullahs unterscheidet. fällt dir jetzt auf, wie blödsinnig es ist, davon zu reden, sie teile „eines ihrer zentralen ideologeme“? da behauptest du eine identität, die gar nicht vorhanden ist!

    Comment von bigmouth — 13. September 2008 @ 01:30

  23. welche ösi-abweichung? glaubst du ernsthaft, ich wäre der meinung, an mir ginge diese gesellschaft spurenlos vorbei?

    nenn‘ mir doch nen einleuchtenden grund dafür, warum ich deine ausführungen zu reisin nicht für ne sonderform sekundären antisemitismus halten sollte.

    Comment von Laura — 13. September 2008 @ 09:39

  24. „sonderform sekundären antisemitismus“

    yeah, den hatte ich noch nicht, danke!

    Comment von waiting — 13. September 2008 @ 14:56

  25. @ bigmouth:

    falsch, ich behaupte eine teil-identität, die vorhanden ist. die diversen schnittmengen wurden doch oben dargelegt (dämonisierung i, zuweisung eines israel. sonderstatus, exkulpation der gegenseite, schweigen über + ergo paktieren mit der islamist. aggression, einfordern dt. drucks usw)

    Comment von waiting — 13. September 2008 @ 14:59

  26. yeah, den hatte ich noch nicht, danke!

    bitte, bitte. immerhin machst du reisin zu ner person, die mit den antisemit/innen zusammenarbeitet. manche werden zionistischen jüd/innen vor, mit den nazis paktiert zu haben; du wirfst a(nti)zionistischen jüd/innen vor, mit der angeblichen ns-wiedergeburt zu paktieren.

    Comment von Laura — 14. September 2008 @ 13:39

  27. wieder so ner abgrundtief dumme vergleich.

    wer mit leuten wie gretta duisenberg, sophia deeg, heidi niggemann oder norbert blüm (the one and only) politik macht, kooperiert nun mal mit antisemit/innen.

    Comment von waiting — 14. September 2008 @ 14:59

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