Trennen, entsorgen, verwerten

19. August 2008

Ole Frahm und Friedrich Tietjen geben in der Phase 2 eine kleine diskursive und realhistorische Abhandlung der Mülltrennung in Deutschland zum Besten:

„Das DSD [Duale System Deutschland] durfte bis 1998 keine Gewinne erwirtschaften. Da aber alle Verpackungen einen Grünen Punkt tragen mussten, gab es enorme Summen, die in die Entwicklung von Recycling-Technik investiert werden konnten. Deutschland, seit langem international für Maschinenbau bekannt, wurde in diesem Sektor innerhalb weniger Jahre führend und konnte die gewonnenen Maschinen, Verfahren und Industrien exportieren. Es gab selbstverständlich keinen Sturm der Entrüstung unter den KonsumentInnen, die staatlich verordnet einen Wirtschaftszweig und damit direkt private Profite finanzierten, sondern im Gegenteil wurde die schon bei Glas und Papier noch etwas mühsam eingeübte Praxis der Mülltrennung zur ersten Bürgerpflicht. Mitmachen find ich gut! lautete der konformistische und an politischer Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassende Slogan, mit dem sich das neue System zu etablieren suchte. Heute ist das DSD nach einer Zeit als Aktiengesellschaft (1998–2004) eine GmbH. […] Die Zukunft des Dualen Systems Deutschlands scheint […] ungewiss; dass Deutschland durch das Kartell der Müllentsorger europaweit führend ist, gilt auch in Zukunft.

[…]

Die Debatte um den anfallenden Müll durch Verpackungen begann nicht erst 1991, sie war einiges älter. In Deutschland lässt sie sich spätestens ab dem Dritten Reich mühelos als hartnäckige Abwehr der Distributionssphäre identifizieren. Die Verpackung gilt in dieser Perspektive als etwas dem Gebrauchswert der Ware fremdes, sie tritt erst – parasitär – hinzu. Die davon abgeleitete Minderwertigkeit der Verpackung führte nicht zuletzt dazu, dass die als minderwertig Angesehenen in den Gefängnissen dazu gezwungen wurden, diese herzustellen. Dieser Diskurs setzt sich mühelos bis Anfang der neunziger Jahre fort, wenn er auch seine antisemitische Ausdrücklichkeit abstreift. Doch Slogans wie Jute statt Plastik atmen noch diese Abwertung des Flüchtigen, und es ist kein Zufall, dass 1971 nicht die Industrie oder das Auto, sondern die alle anderen Verpackungen verpackende Plastiktüte als Umweltverschmutzerin Nummer Eins galt. Das Duale System Deutschland hat mit seinem Grünen Punkt diesen Diskurs nicht unterbrochen, wohl aber verschoben. Die Verpackung, die in den Jahren zuvor durchaus auch als das Verdrängte oder schlechte Gewissen der Waren erscheinen konnte, wird durch das Warenzeichen Der grüne Punkt sichtbar und an eine Praxis angeschlossen, in der sie besondere Aufmerksamkeit erfährt und vom übrigen Müll selektiert wird. Der Verpackungsmüll wird gemäß dieser Ideologie nicht mehr als nutzlose Materie vernichtet, sondern wiederverwertbar neuen Bestimmungen zugeführt. Die deutsche Vergangenheitsbewältigung hat viele und oft nicht die sichtbarsten Wege genommen.

Ideologie und Alltag

Immer wieder wird behauptet, dass das DSD zur Müllvermeidung beigetragen habe. Das ist pure Ideologie. Alle Praktiken und Techniken, die seit 1991 entwickelt wurden, haben nichts vermieden. Sie haben nur einen weiteren Bereich des privaten Lebens ökonomisiert und dabei ein weiteres Feld unbezahlter Arbeit geschaffen. Denn indem die KonsumentInnen bei jeder Verpackung mitwirken müssen, indem sie das Zeichen des Grünen Punktes lesen und als Handlungsaufforderung verstehen müssen, werden sie für die Recyclingindustrie tätig, ohne selbst irgendetwas davon zu haben. Sie werden zu Müllvorsortierern wider Willen. Eine Anekdote aus der Zeit der Einführung des Grünen Punktes erzählt davon. Rentnerinnen und Rentner sind mit Einkaufstaschen voll ausgeschnittener Grüner Punkte zu Sozialamtsstuben, Filialleitungsbüros und Informationsständen des DSD gekommen, um den erkauften Rabatt nun auch einzulösen. Sie hatten nicht vergessen, dass sie für etwas bezahlten, das ihnen kein Bedürfnis befriedigte, nicht einmal ein moralisches.“

Die ansonsten merkwürdige österreichische Seite repeller macht auf die geschlechtliche und klassistische Komponente der müllvermittelten Ausbeutung aufmerksam:

„[D]ieses sparsame System […] kommt einfach dadurch zustande, dass die privaten Haushalte – vorwiegend natürlich die Frauen – den Müll sammeln, waschen, sortieren und lagern. Kostenlose Arbeit, kostenlose Bereitstellung von Reinigung und Reinungsmitteln, oft kostenlose wochenlange bis zu einem Monat dauernde Lagerung (etwa beim Plastikmüll) und kostenloser Transport zu den Sammelstellen. Beim Neubau von Eigenheimen setzt man mittlerweile einen bis zwei Quadratmeter mehr „Wohnraum“ für die Lagerung und Sammlung des Mülles an. Dort wo man dies noch nicht berücksichtigen konnte, wird der Balkon zum Mülllagerplatz. Diejenigen Bevölkerungsgruppen, die ihren Urlaub nur auf „Balkonien“ verbringen können, werden schon wegen der Geruchsbelästigung und aus Hygiene- und Gesundheitsgründen ihren Wert(!)-Müll säuberlich waschen.“

Auf die geschichtlichen Kontinuitäten des Verhältnisses der Deutschen zum Müll und dessen Aufbereitung und In-Wert-Setzung hatte bereits einst Café Morgenland verwiesen:

„„Kampf dem Verderb“, unter diesem Motto stand die „Sammelaktion für Altmaterial“, die mit deutscher Gründlichkeit in die Tat umgesetzt wurde. Metalle, Lumpen, Papier, Staniolpapier, Zahnpastatuben und Jute – alles wurde in den Haushalten, den Schulen, den Betrieben (Sammeltonnen wurden bei den Pförtnern und auf dem Weg zur Kantine aufgestellt) getrennt gesammelt und dem Kreislauf der deutschen Kriegswirtschaft wieder zugeführt.

Die getrennte Müllsammlung ist nicht nur eine Erfindung der Nazis: Sie ist inzwischen heute das umfassendste und erfolgreichste Erziehungsprogramm für die Nachkriegsdeutschen. Es ist heute eine Tatsache und keine Denunziation, daß ALLE – ob Linksradikal oder Rechtsnormal – diesem Sport eifrig nachgehen. In den besetzten Häusern, in Szene-Treffpunkten oder privat.

[…]

Woher kommt diese massenhafte Bereitwilligkeit fast aller – auch der „Staatsfeinde“ – da mitzumachen?“

Sogar Gunnar Sohn, ehemaliger Sprecher des Duales Systems, diagnostiziert:

„Das scheint eine deutsche Krankheit zu sein, denn in keinem einzigen Land außerhalb Deutschlands wird so ein Mülltrennungsterror betrieben, wie wir ihn hier praktizieren.“

Henryk M. Broder wird in dem oben angeführten Morgenland-Pamphlet folgendermaßen zitiert:

„Die Lust an der Entsorgung gilt in Deutschland der Geschichte ebenso wie dem gewöhnlichen Haushaltsmüll.“

Broder trifft damit offenbar einen realen Kern, ablesbar an solchen nur noch zynisch nennenden Assoziationsketten wie in dieser Überschrift einer Pressemitteilung der Universität Oldenburg, die voll Stolz verkündet:

„60 Jahre nach dem deutschen Überfall -Ehemalige Sowjetbürger bewundern die deutsche Mülltrennung“

Die Lust an der Mülltrennung und -entsorgung entspringt einer analen Fixierung – man will im Schmutz (der Vergangenheit) wühlen, phantasiert sich Berge von verdreckten Joghurtbechern und verkrusteten Senfgläsern – und gleichzeitig soll dieser Dreck weg, will man putzen, reinigen, wienern und das sonst so schnöde Weggeworfene einem neuen Daseinszweck zuführen. Sauberkeit, Ordnung, Trennung, Gemeinschaft und Sinnstiftung sind zentrale Kategorien des Diskurses der Mülltrennung: jede Verpackung, jedes Subjekt, soll, rein und fein, seinen Platz finden, im Grün-, Weiß- oder Braunglascontainer.

Aus Scheisse soll Gold werden: das ist hier durchaus wörtlich zu nehmen. Aus den faszinierenden, doch unverstandenen Ausscheidungen des eigenen Körpers, des Haushalts und der Nation soll Sinn erwachsen. Die deutsche Nation, die gründlich verkackt hat, will sich von diesem Makel befreien, indem sie ihn nutzt, in Wert setzt – „nicht trotz, sondern wegen Auschwitz“. Der dauernde Prozess der Volks- und Konsumhygiene wird als moralische Tat in Szene gesetzt – für die Bewahrung der Umwelt, gegen die zerstörerischen Auswüchse der Globalisierung und der hemmungslosen Kommerzialisierung, wie es von NPD über CSU und BUND bis Attac und Linkspartei heißt. Ganz anders als die Amis, die mit ihren Protzautos und ihrer Wegwerfkultur kein Morgen kennen, oder auch die Franzosen mit ihrer Kultur der Plastikflaschen. Das einig Volk der Mülltrenner_innen geriert sich als antikapitalistisch-ökologische Avantgarde, wo es doch gerade noch das Letzte, den Überfluss, das bisher Wert-Lose, in den kapitalen Kreislauf einspeist und damit zur Vollendung des alles verwertenden Unheils schreitet.


106 Kommentare

Der URI für den TrackBack dieses Eintrags ist: http://waiting.blogsport.de/2008/08/19/trennen-entsorgen-verwerten/trackback/

  1. hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha

    Comment von bigmouth — 20. August 2008 @ 01:10

  2. naturschutz und ns ist ein spannendes thema. nur: so behandelt verkommt’s halt zu nem witz. sorry

    Comment von laura — 20. August 2008 @ 10:13

  3. das bisher Wert-Lose

    wann denn das???

    Comment von tee — 20. August 2008 @ 22:19

  4. „naturschutz und ns ist ein spannendes thema. nur: so behandelt verkommt’s halt zu nem witz. sorry“

    ach so.
    krass.

    Comment von waiting — 20. August 2008 @ 23:12

  5. waiting, mir fällt dazu leider nicht viel mehr ein als: umweltverschmutzung für den kommunismus!

    (dass das gegenteil auch nicht den kommunismus schafft oder was mit kommunismus zu tun hat, ist banal, dass müllverwertung ein riesengeschäft ist auch. aber die alternde kommunistin, die ein halbes leben lang für die „3. welt“ gekämpft hat und nen jutesack trug statt plastiktüte und auch fahrrad fuhr statt mit nem geländestinker, als nazi zu denunzieren, ist ein starkes stück. ich kenne solche menschen zuhauf und denen nationalsozialistische „säuberungen“ vorzuwerfen, ist einfach jenseitig. man sollte sich dann schon mal die mühe machen, wann wer welche argumente verwendet.)

    Comment von laura — 20. August 2008 @ 23:33

  6. „umweltverschmutzung für den kommunismus!“

    ?
    ich pflege weder polares denken noch unbestimmte negation, sonst wäre ich punk, und stell dir vor: vor kurzem habe ich erst tagelang an einem see (jenseits jeglicher zivilisation) gechillt.

    „banal“

    eben nicht, das ist ja gerade der einsatz von frahm/tietjens (und im anschluss daran meiner). zufälle, banalitäten gibts nicht. erklär doch mal andersrum: wenn zb der kap. eine totalität ist und antisemitismus nicht nur umfassendes welterklärungsmodell, sondern auch (prägend für) soziale praxis (und habitus), wieso sollte dann IRGENDETWAS davon ausgenommen sein?

    und: bring doch mal ein argument! wieso arbeiten denn die ganzen tollen linken an der mülltrennung mit, von der weder sie noch die natur was haben, wo sie doch sonst so fleissig gegen privatisierung und konzernmacht agitieren? und wieso gerade in dland diese begeisterung?

    Comment von waiting — 21. August 2008 @ 00:06

  7. „und wieso gerade in dland diese begeisterung?“
    natürlich wegen der analen deutschen natur!
    aus den gleichen gründen aus denen noch haare und zahngold recyclet wurden, recyclen heute deutsche ihren müll. aber solange das amerikaner und israelis nicht tun, gibt es noch hoffnung auf der welt. wider die deutsche müllverwertungslogik!
    „Sauberkeit, Ordnung, Trennung, Gemeinschaft und Sinnstiftung sind zentrale Kategorien des Diskurses der Mülltrennung: jede Verpackung, jedes Subjekt, soll, rein und fein, seinen Platz finden, im Grün-, Weiß- oder Braunglascontainer.“
    und was übrigbleibt wird verbrannt und die asche findet ihre letzte ruhe in einem massengrab.
    bekackte deutsche, nix hat sich geändert.

    Comment von Difficult is Easy — 21. August 2008 @ 00:57

  8. EGOTRONIC soll nen Song draus machen!

    Comment von narodnik — 21. August 2008 @ 03:39

  9. wieso arbeiten denn die ganzen tollen linken an der mülltrennung mit, von der weder sie noch die natur was haben

    belege? und selbst wenn nicht, warum tun sie das wohl? nicht etwa weil sie es für das beste für sich, ihre kinder und die natur im allgemeinen halten – nein, wegen der analen fixierung natürlich!

    lä. cher. lich.

    Comment von tee — 21. August 2008 @ 04:02

  10. warum machen die linken mit? hm.

    ich zitiere mich einfach aus dem forum:

    muss man dann aber, wenn das alles doch in unvernunft mündet, nicht alles, was darauf abzielt, manches zu verbessern noch vor der großen revolution, denunzieren? allfällige lohnkämpfe, versuche, antisemitismus, rassismus und sexismus zu bekämpfen etc? ist das nicht auch alles tendenziell unvernünftig und der versuch, das, was einer/m nicht am kapitalismus passt, „wegzuputzen“? ist das nazi oder vllt nur naiv oder vllt nur der versuch, bis zur revolution das schlimmste zu verhindern?

    tatsächlich halte ich eine kritik jener, die derartiges ins zentrum stellen, für angebracht. und auch der hinweis darauf, dass es sich um symptombekämpfung handelt, scheint mir nötig. aber die pauschale denunziation als nazis oder als psychisch gestörte ist verfehlt.

    es wird doch so getan, als könnten deutsche nicht anders. alles analcharaktere. das halte ich auch für verfehlt. wie steht es denn um saubere städte? singapur – die stadt der analen charaktere?

    wieso arbeiten denn die ganzen tollen linken an der mülltrennung mit, von der weder sie noch die natur was haben, wo sie doch sonst so fleissig gegen privatisierung und konzernmacht agitieren?

    und du weißt ganz genau, dass die sich alle zum thema informiert haben, genau wissen, dass das eigentlich die lösung nicht sein kann – und das dennoch tun. na klar.

    Comment von laura — 21. August 2008 @ 08:36

  11. und wenn die deutschen für die revolution arbeiten würden, würde das bei dir doch auch verdacht erwecken, nicht wahr? oder liege ich da falsch?
    und so bleibt dann den deutschen nur die möglichkeit, sich im kapitalismus einzurichten, den endlich ordentlich lieben zu lernen. oder wie?
    ich bitte um aufklärung, wie du dir das so vorstellst.

    Comment von laura — 21. August 2008 @ 08:42

  12. zufälle, banalitäten gibts nicht.

    eine beschissene hermeneutik des verdachts ist das. man kann ALLES sophistisch auf antisemitismus usw hinleiten.

    ich hatte mal ein partyspiel daraus gemacht: in wie vielen schritten kommt man von einem beliebigen begriff auf nazikonnotationen? geht meist sehr schnell: festnetzanschluß: verbundenheit mit der scholle usw.

    das belegt eifnach gar nichts, dass du in der lage bist, eine hypothese zusammen zu schreiben

    Comment von bigmouth — 21. August 2008 @ 10:01

  13. das gute alte atteslander-beispiel: in einer region gibt’s viele störche und die geburtenrate ist hoch. die daten korrelieren natürlich! aber vllt spielt da auch noch anderes rein? handelt es sich gar um eine scheinkorrelation?

    Comment von laura — 21. August 2008 @ 11:07

  14. ich halte

    wenn zb der kap. eine totalität ist und antisemitismus nicht nur umfassendes welterklärungsmodell, sondern auch (prägend für) soziale praxis (und habitus), wieso sollte dann IRGENDETWAS davon ausgenommen sein?

    auch eifnach für die gute alten monokausalität. also der versuch, ein mgölichst eifnaches welterklärungsmodell zu finden, wo ALLES auf den kapitalismus zurück zu führen ist

    waity, überprüf‘ doch mal die umweltschutzbestrebungen anderswo, bspw. Kalifornien , und versuch daran, deine hypothese zu veri- oder falsifizieren

    Comment von bigmouth — 21. August 2008 @ 11:46

  15. waiting ist doch ein völkischer ideologie der sich psychoanalytisch zu legitimieren versucht.

    Comment von narodnik — 21. August 2008 @ 15:04

  16. „und wenn die deutschen für die revolution arbeiten würden, würde das bei dir doch auch verdacht erwecken, nicht wahr? oder liege ich da falsch?“

    arbeit und revolutionäre praxis sind wohl kaum in eins zu setzen. aber wenn sie als deutsche und nicht als menschen revo machen, dann wird das sicher mein missfallen erregen
    ;)

    „und so bleibt dann den deutschen nur die möglichkeit, sich im kapitalismus einzurichten, den endlich ordentlich lieben zu lernen. oder wie?“

    das ist wieder eine von deinen u-turn-motivierten scheuklappen-unterstellungen (siehe moneymaker), die null begründet sind, handelte es sich bei obigem doch gerade um eine kritik des kapitalist. verwertungsprozesses

    p.s.
    quiz: von wem stammt die zeile „ich will den kapitalismus lieben, aber ich schaffe es einfach nicht“

    Comment von waiting — 21. August 2008 @ 19:14

  17. „waiting ist doch ein völkischer ideologie der sich psychoanalytisch zu legitimieren versucht.“

    hihi.
    http://narodnik.blogsport.de/2008/06/17/dienstag-17-juni/

    Comment von waiting — 21. August 2008 @ 19:15

  18. „eine beschissene hermeneutik des verdachts ist das. man kann ALLES sophistisch auf antisemitismus usw hinleiten.“

    du bist halt ein rationalistischer soziologe, der alle phänomene einzeln analysiert und dann nur im nachhinein verbindungslinien zieht, anstatt sich mal der totalität zu stellen

    Comment von waiting — 21. August 2008 @ 19:17

  19. „die gute alten monokausalität. also der versuch, ein mgölichst eifnaches welterklärungsmodell zu finden, wo ALLES auf den kapitalismus zurück zu führen ist“

    nö, in kürze (das ist keine disku für kommentarspalten):
    die deutschen haben den kapitalismus in der krise aufgehoben, einerseits versucht seine gesetze auf kap. grundlage dauerhaft außer kraft zu setzen (1000jähriges…), andererseits gerade dadurch ihn bewahrt und gerettet. das heutige deutschland gründet in diesem vernichtungsprojekt und steht in einer prozesshaften relation aus faszination und abstoßung dazu (ähnlich wie es sich bei anderen nationen auch mit ihren gründungsmytzhen verhält). dh nicht dass sich alles aus dem ns erklären ließe, aber dessen erbe durchdringt (neben anderen, querliegenden kategorien) immer noch alles, da es keinen bruch gab. und so ist dann eben auch eine scheinbare banalität wie mülltrennung vermittelt mit der damaligen selektion und elimination, was bis in die psyche der subjekte reicht, und zugleich absolut funktional (expansion der müllwirtschaft, aneignung kostenloser mehrarbeit usw)

    „waity, überprüf’ doch mal die umweltschutzbestrebungen anderswo, bspw. Kalifornien , und versuch daran, deine hypothese zu veri- oder falsifizieren“

    mein einsatz war doch nicht: umweltschutz = ns. sondern umgekehrt: umweltschutz in d = postnazismus. man muss doch phänomene in ihrem zusammenhang sehen, und für kalifornien müsstest du halt american dream, imperialismus, us-diskurs über natur usw analysieren

    Comment von waiting — 21. August 2008 @ 19:26

  20. 1.

    aber wenn sie als deutsche und nicht als menschen revo machen, dann wird das sicher mein missfallen erregen

    du reduzierst sie doch ziemlich oft drauf. man kann den eindruck gewinnen, dass es ein ding der unmögichkeit ist, deutsche vom nationalismus zu lösen. als sei denen menschsein nicht möglich, fast schon von natur aus. derweilen ist die ganze scheiße ja ausfluß des kap.

    2. funny!

    Comment von laura — 21. August 2008 @ 19:46

  21. waiting:

    Du bist einfach ein saublöder antideutscher Tütenkasper! Deine Ideologiekritik ist reduktionistisch heruntergebrochen auf eine Wesensschau der bösen Deutschen. An die Stelle einer Kritik am Kapital tritt bei dir das geschichtsphilosophische Theorem vom Postnazismus und einer angeblichen negativen Aufhebung der bürgerlichen Gesellschaft durch Adolf Hitler. Dazu kommt eine zur Legitimationstheorie verkommene Psychoanalyse die geradezu völkisch vom böhsen deutschen Kollektiv ausgeht und noch jede Alltäglichkeit mit dem NS in Verbindung bringt. So wird der leere Gestus von kritischer Theorie zur Affirmation.

    BTW: Dein dummer Verweis auf den 17. Juni und die Diskussion dazu auf meinem Blog ist nur ein weiteres Argument dafür, daß du keine Ahnung von einer emanzipativen Kritik und der Aktualisierung der Klassentheorie hast. Für dich ist diese Frage in der Tat eine negativ gewendete Rassenfrage geworden in der sich Leute wie du und einige ostdeutsche Provinz-Antifa-Grüppchen vom bösen deutschen Mob und dem bösen deutschen ewig antisemitischen Arbeiter abgrenzen als Elite der bürgerlichen Idiotie.

    ARSCHLOCH!

    Comment von narodnik — 21. August 2008 @ 22:26

  22. „und so ist dann eben auch eine scheinbare banalität wie mülltrennung vermittelt mit der damaligen selektion und elimination, was bis in die psyche der subjekte reicht, und zugleich absolut funktional (expansion der müllwirtschaft, aneignung kostenloser mehrarbeit usw)“
    psychische fernwirkung? prägung? ist das vielleicht eine deutsche feldtheorie?
    „die deutschen haben den kapitalismus in der krise aufgehoben, einerseits versucht seine gesetze auf kap. grundlage dauerhaft außer kraft zu setzen (1000jähriges…), andererseits gerade dadurch ihn bewahrt und gerettet.“
    wenn das nix für kommentarspalten ist (ich halts dann einfach in angemessener kürze für unfug), dann kannstes ja auf freiezeiten.net zur diskussion stellen. wenn nicht, dann würde ich gerne erfahren wo der kapitalismus im nationalsozialismus aufgehoben wurde.

    Comment von Difficult is Easy — 21. August 2008 @ 22:33

  23. BTW, ich kenne jemanden der seinen Müll trennt. Ich rufe gleich mal die Royal Air Force an um diesem urdeutschen Treiben ein Ende zu bereiten!

    HU-HU-HUBSCHRAUBEREINSATZ!

    Comment von narodnik — 21. August 2008 @ 22:34

  24. „man kann den eindruck gewinnen, dass es ein ding der unmögichkeit ist, deutsche vom nationalismus zu lösen. als sei denen menschsein nicht möglich, fast schon von natur aus.“

    gäbe es nicht solche fabelhaften exemplare wie mich oder einige andere tütenkasper, könnte man tatsächlich den eindruck gewinnen, angesichts einer geschlossenheit, die schon verblüffend ist (siehe wm/em/feindbild bush/abschaffung des asylrechts/sozialpartnerschaft usw).

    so ist es aber so, dass du aus einem von mir konstatierten fakt einen strick drehen willst – don‘t blame the messenger.

    Comment von waiting — 22. August 2008 @ 00:12

  25. narodniks albereien lasse ich mal stehen, ist ja offensichtlich wer sich hier gerade blamiert.

    diffi:
    weder bin ich bei freiezeiten angemeldet noch gerade in stimmung für ellenlange postings (wein > schlafen > lohnarbeit) und am we kriege ich netten besuch. vllt nxt woche, obwohl micj deine eingeschossenheit auf bestimmte theoreme eh wenig motiviert, dir was erklären zu wollen

    Comment von waiting — 22. August 2008 @ 00:14

  26. Du bist doch gar nicht in der Lage darauf einzugehen was ich vorgebracht habe. Du bist doch voll drin in deiner Weltanschauung vom »negativ aufgehobenen Kapitalismus«. Dein ganzes Blog steht eigentlich unter aller Kritik.

    Comment von narodnik — 22. August 2008 @ 00:31

  27. :)

    Comment von waiting — 22. August 2008 @ 00:44

  28. gäbe es nicht solche fabelhaften exemplare wie mich oder einige andere tütenkasper, könnte man tatsächlich den eindruck gewinnen, angesichts einer geschlossenheit, die schon verblüffend ist so ist es aber so, dass du aus einem von mir konstatierten fakt einen strick drehen willst – don’t blame the messenger. …

    1. es ist ein fakt
    2 aber dich ein paar andere betrifft das nicht

    ok, das stinkt erstens mal elitär. das ist mir aber einerlei, wenn du mir erläuterst, warum gerade du (+ ein paar andere) nicht betroffen bist.

    @narodnik & diffi:

    seine gesetze auf kap. grundlage dauerhaft außer kraft zu setzen

    ich lese das tatsächlich anders wie ihr es tut. und zwar so, dass der kap eben nicht aufgehoben wurde. aber vllt mißverstehe ich da was – das wird w dann wohl klären.

    Comment von laura — 22. August 2008 @ 08:40

  29. nochmals: ich sollte in der frühe keine kommentare verfassen, ist ja peinlich, was ich verschlafen für grammatikfehler hinhaue. bitte ignorieren.

    Comment von laura — 22. August 2008 @ 08:42

  30. man muss doch phänomene in ihrem zusammenhang sehen, und für kalifornien müsstest du halt american dream, imperialismus, us-diskurs über natur usw analysieren

    ist das nicht kulturrelativistisch? vielleicht gibt’s ja was simples gemeinsames: den kapitalismus. und dann eben verschiedene arten, in bezug auf die umwelt damit umzugehen, scheinlösungen zu erarbeiten.

    Comment von laura — 22. August 2008 @ 08:56

  31. waity, deine theorie, wie du sie 19. 21. August 2008 @ 19:26 anreisst, ist ein paradebeispiel für einen zirkelschluß. das, was du eigentlich belegen solltest, setzt du immer schon voraus. ob es sich so verhält mti dem postnazismus – diese these wäre eben zu überprüfen. aber wie soll das bei dir statt finden?

    Comment von bigmouth — 22. August 2008 @ 09:11

  32. das ist eh sehr auffällig an den ganzen antideutschen argumentationen: ständig werden angebliche deutsche spezifika behauptet. von einigen werden sie dann plötzlich in den nahen Osten exportiert. der verweis total ähnliches anderswo fruchtet nicht. ich denke, das liegt daran, dass die ganze kernthese der konstruktion eines krassesten deutschen sonderwegs auch nach 1945 einfach total überzogen abläuft. in wahrheit ist deutschland in weiten teilen ganz normaler kapitalistischer durchschnitt

    Comment von bigmouth — 22. August 2008 @ 09:19

  33. waity, warum bemühst du eigentlich so viele Zitate, wenn sich das was du sagen willst ganz locker in dem Satz „Wer Müll trennt, trennt auch Menschen.“ unterbringen lässt?

    Comment von W.I. — 22. August 2008 @ 12:59

  34. muelltrennung ist was fuer mittelstaendler, die zuviel zeit haben

    Comment von saltzundessick — 23. August 2008 @ 09:59

  35. Kritik auf der Höhe der Zeit: „Arschloch“. Damit ist dann auch wirklich alles gesagt. Klasse, ganz ohne Theorie.

    Comment von unkultur — 23. August 2008 @ 12:48

  36. @unkultur:
    kritik auf der höhe der zeit: auf anstand beharren.
    du witzfigur.

    Comment von Difficult is Easy — 23. August 2008 @ 13:11

  37. vor dem „ARSCHLOCH“ ist noch was zu lesen. bilde ich mir ein!

    ich möchte immer noch wissen, wieso waity kein postnazistisches monster ist – im gegensatz zu allen anderen. (naja, ein paar seiner gesinnungsgenoss/innen sind wohl auch ausgenommen.) nicht gestillt worden?

    Comment von lahmacun aka Laura — 23. August 2008 @ 14:17

  38. ja, wie konnte waity sein bodymind bewahren?

    Comment von bigmouth — 23. August 2008 @ 14:26

  39. die kritik von waity muss die öko-kommi-gang ja sehr getroffen haben, sonst wären solche, meist inhaltslosen ausfälle, kaum zu erklären.

    Comment von mané — 23. August 2008 @ 15:34

  40. „kritik auf der höhe der zeit: auf anstand beharren.
    du witzfigur.“

    das ist jetzt die spiegel nummer oder? in welchem forum wurde jemand rausgeschmissen, weil er sich nicht dem dogmatischen status quo beleidigungsfreiem schreibens unterordnen wollte? war ja nicht so, daß es da neben beleidigungen auch inhaltlich was gab.

    Comment von scheckkartenpunk — 23. August 2008 @ 15:59

  41. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh darüber, noch in der Lage zu sein, mich über so einen Quatsch wie er hier publiziert wird empören zu können. Im übrigen ist es ein schlechter Scherz mir hier vorzuhalten ich wäre »theorielos« unterwegs. Das sagen gerade diejenigen die nicht im Stande sind ihre geschichtsphilosophische Ahistorizität selbstkritisch zu prüfen.

    So sind sie halt die Antideutschen: deutscher als die Deutschen.

    Comment von narodnik — 23. August 2008 @ 15:59

  42. öko-kommi-gang

    MUHAHA
    deine scherzchen passen zu deiner theorie. oder soll’s doch ein schimpfwort sein? – würd‘ noch besser passen!

    in welchem forum wurde jemand rausgeschmissen, weil er sich nicht dem dogmatischen status quo beleidigungsfreiem schreibens unterordnen wollte? war ja nicht so, daß es da neben beleidigungen auch inhaltlich was gab.

    oh, ein themenwechsel. warum wundert mich das nicht? sag‘ mal punk, warum bist du eigentlich kein postnazi?

    Comment von lahmacun aka Laura — 23. August 2008 @ 16:04

  43. und antworte bitte ausnahmsweise nicht mit der enthaarungsindustrieverschwörungstheorie.

    Comment von lahmacun aka Laura — 23. August 2008 @ 16:05

  44. 1. „das ist jetzt die spiegel nummer oder?“
    klar. funktioniert bei offensichtlichem blödsinn immer noch am besten. unkultur hat sich einfach auf das letzte wort gestürzt und sieht es stellvertretend für narodniks kritik. das is doch unfug.

    2. forum is forum und blog is blog. das halte ich jedenfalls so.

    Comment von Difficult is Easy — 23. August 2008 @ 16:33

  45. @punk: hier gibt’s was inhaltliches – du bist herzlich zur disku eingeladen. alle anderen natürlich auch!
    http://freiezeiten.net/forum/viewtopic.php?f=29&t=158&start=0&st=0&sk=t&sd=a

    Comment von lahmacun aka Laura — 23. August 2008 @ 16:50

  46. zwei kurze fragen: a) der vorwurf der geschichtsphilosphischen ahistorizität ist toll, aber: kannst du das etwas näher ausführen, was das denn sein soll? ich kann es mir zwar vorstellen, aber please führ (igitt) das doch mal aus.
    b) was ist die enthaarungsindustrieverschwörungstheorie? da muss ich was verpasst haben.
    btw ist die diskussion hier gute unterhaltung. sozusagen diskotainment.

    Comment von overdose — 23. August 2008 @ 21:19

  47. enthaarungsindustrieverschwörungstheorie

    die scheckkarte wittert hinter jeder kapitalismuskritik eine verschwörungstheorie, und sei es auch nur eine über die enthaarungsindustrie. – hat aber gute enthaarungstipps auf lager, der punk. lookism rules ok!

    ^^^etwas, aber nur ein ein winziges bisschen, überspitzt. vielleicht.

    --

    ps: umweltverschmutzung für den “communismus”!
    pps: konkurrenzorientiert bleiben! ist gut für die individuation!
    ppps: epilierer für alle!

    Comment von lahmacun aka Laura — 23. August 2008 @ 21:37

  48. genau. IMMER und ÜBERALL. deine empirischen und analytischen fähigkeiten sind ja ausgesprochen gut entwickelt. womit sich auch erledigt hätte irgendwo irgendwas mit dir diskutieren zu sollen. wieviel halluzinierten quatsch willst du einem eigentlich noch antragen?

    die frisch geläuterte richtige linke weiß jetzt natürlich wie der hase läuft. daß dein regelungsbedürfnis dabei dann nicht nur im eigenen forum bleibt sondern darüber hinaus verweisen will – das manifestiert sich in deinem sendungsdrang, weswegen du mir in deiner neuen allmächtigkeit auch vorschreiben willst, was ich wo und vor allem was ich nicht zu sagen habe. das hat ja auch nichts mehr damit zu tun was ich gesagt habe und was nicht, sondern wie du dich an deiner projektion am besten abarbeiten kannst. großartige kritik ist das – zum kino reicht es noch nicht. unterdemniveau ist dann doch nicht meine plattform.

    Comment von scheckkartenpunk — 23. August 2008 @ 22:34

  49. Und über mir bekommen Sie einmal vorgeführt, wie man mit psychoanalytischen Kategorien »richtige Linke« denunziert und einer theoretischen Debatte aus dem Wege geht.

    Comment von narodnik — 23. August 2008 @ 23:27

  50. IMMER und ÜBERALL. deine empirischen und analytischen fähigkeiten sind ja ausgesprochen gut entwickelt. womit sich auch erledigt hätte irgendwo irgendwas mit dir diskutieren zu sollen. wieviel halluzinierten quatsch willst du einem eigentlich noch antragen?

    rich‘ mal an deine humorantenne neu aus. ist ja schlimm.

    und antworte bitte ausnahmsweise nicht mit der enthaarungsindustrieverschwörungstheorie. […] ^^^etwas, aber nur ein ein winziges bisschen, überspitzt. vielleicht.

    ist ja überhaupt nicht zu erkennen, dass das nicht ernst gemeint ist, punk.
    aber ich kann dir schon sagen, warum ich das so überspitze: weil du, der du sehr wahrscheinlich berechtigterweise einen dummen indy-beitrag kritisiert hast, nicht auf die idee gekommen bist, dass am schönheitswahn tatsächlich was zu kritisieren wäre – jedoch auf andere art und weise. so verkommt kritik von beschissenen indy-beiträgen eben zu ner affirmativen verteidigung des status quo. und da empfiehlt man dann bloggerinnen, die feststellen, dass epilieren schmerzt, die enthaarung mittels wachs – statt sich mal gedanken zu machen, wieso sich frauen (und immer mehr männer) enthaaren. und ob das vllt mit ner aversion gegen natur zu tun hat etc.

    naja, mir bleibt nichts zu sagen: alle projizieren – außer ads!
    - und genau das wäre ja meine frage gewesen (die ernstgemeinte): wieso, lieber punk, bist du kein postnazi? es muss da doch irgendwas besonderes geben in deiner entwicklung, das dich dazu befähigt, den deutschen wahn, den antisemitismus und usa-hass abzuwehren, so dass du dem ganzen postnazi-scheiß nicht verfällst.

    ich finde das sehr interessant.

    „frisch geläuterte richtige linke“ – lieber spät als nie!

    Comment von lahmacun aka Laura — 24. August 2008 @ 07:53

  51. @punk: der beitrag damals handelte ja auch überhaupt nicht von gesellschaftlichen schönheitsidealen:

    eine psychisch labile bekannte verriet mir, dass sie sich früher selbst verletzt hat, jetzt jedoch hat sie sich einen epilierer zugelegt um den selben schmerz wie mit rasierklingen auf gesellschaftlich akzeptierten weg zu spüren.

    http://schokolade.olifani.de/?p=511

    jetzt schreib‘ ich’s auch mal nieder: ARSCHLOCH!

    Comment von lahmacun aka Laura — 24. August 2008 @ 08:01

  52. zudem ist der indy-beitrag, gerade gelesen, zu ca. 4/5 voll ok. was die da schreiben zu den konstruktionsprozessen, stimmt einfach. (übrig bleibt dann wieder mal die leidige porno-debatte.)
    dass das von der werbung aufgegriffen wird, ist recht ‚normal‘.

    Comment von lahmacun aka Laura — 24. August 2008 @ 08:10

  53. @laura: aha, der artikel ging wohl eher da drum, daß grundsätzlich sich epilierende frauen eigentlich alle heimliche rasierklingenritzerinnen wären. was für ein psychologisierender blödsinn, der mit dem blogeintrag überhaupt nichts zu tun hat, wo die illustration der schmerzhaften prozedur mit obigem zitat geleistet wird.

    im rest des gesamten eintrags geht um den widerspruch gesellschaftlich konstruiertem schönheitsdiktats welches nicht mitgemacht werden soll weil es als solches erkannt wurde und persönlichem ästhetischen empfindens, welches doch dazu führt sich die beine zu rasieren. dabei ist der schmerz des epilierers aber eher hinderlich. da erspart sich wirklich jede weitere auseinandersetzung. einzelne sätze völlig dem kontext enrissen dienen dir doch nur der denunziation, um mich endlich moralisch berechtigt arschloch nennen zu dürfen. das hättest du ja vorher schon machen können, nur mußtest du dir noch einen grund erfinden.

    zum rest führe ich hier nichts aus, weil das ja eigentlich die kommentarspalte von waitings blog ist und enthaarung überhaupt gar nicht das thema.

    Comment von scheckkartenpunk — 24. August 2008 @ 17:27

  54. ich komme erst frühestens mittwoch wieder zur blogpflege und kann euch bis dahin gegen eine kleine spende gerne meine kommentarspalte überlassen.

    Comment von waiting — 24. August 2008 @ 17:41

  55. und persönlichem ästhetischen empfindens, welches doch dazu führt sich die beine zu rasieren

    ui, und ich dachte, sogar der geruchssinn u.ä. sei weitgehend gesellschaftlich bestimmt? – ich habe mich wohl zu viel mit krit. theorie beschäftigt.

    aber genau der rest hätte mich besonders interessiert, punk. also wieso ausgerechnet du kein postnazi bist. hm?

    Comment von lahmacun aka Laura — 24. August 2008 @ 18:02

  56. an welcher meiner äußerungen oder handlungen machst du denn fest, daß es so wäre? oder ist das wieder so ein fantasiertes ding deinerseits?

    zur konstitution persönlichem ästhetischen empfindens habe ich gar nichts gesagt. die konzepte öffentlich und privat sind bei dir wohl schon in einem kollektiven ganzen aufgegangen was? – aber schön, daß es dir die plattform verschafft allen kundzutun wieviel du dich doch mit kritischer theorie beschäftigt hast. das macht natürlich was her.

    du blamierst dich selbst.

    Comment von scheckkartenpunk — 25. August 2008 @ 11:05

  57. die konzepte öffentlich und privat sind bei dir wohl schon in einem kollektiven ganzen aufgegangen was?… du blamierst dich selbst.

    kann ich zurückgeben.

    Comment von lahmacun aka Laura — 25. August 2008 @ 13:51

  58. Als Dipl.-Ing. Umwelttschnik weiss ich so interessante Sachen, wie das Weichplastik (gelber Sack) fast so gut brennt wie Reifen oder Braunkohle, und damit Gewinnträchtiger an Müllkraftwerke weitergegeben werden kann als Restmüll, oder dass Biomüll für kompostwerke ganz interessant sein könnte (wenn er nur sauberer wäre). Weshalb ich nicht begeistert trenne.
    Als Aktivist in einem linken Zentrum habe ich irgendwann mal durchgerechnet, was uns eine weitere Mülltonne kosten würde, und bin deshalb stark für weitgehende mülltrennung, einfach damit wir keine Müllsäcke vor der tür rumliegen haben. In anderen Zentren die ich besuche sieht die Sache oft ganz ähnlich aus.
    Als Shopper stelle ich fest, dass vieles in verflucht viel überflüssigess Plastik eingepackt ist, und frage mich – wenn der Deutsche an sich Verpackung hasst, warum sind es dann nur Nischenprodukte die damit werben auf überflüssige Verpackung zu verzichten? War waiting schlauer als alle Marketingabtailungen zusammen? Andersrum – Da wo auf blödsinnige extraschichten Plastik verzichtet wird, hat das nicht vielleicht mehr damit zu tun dass sie überflüssige kosten verursachen? Die Verpackungstechnik schreitet ja auch voran, und damit die Möglichkeiten die eine oder andere Schicht einzusparen.
    Als Technik Nerd frage ich mich, wieso ihr (verzeiht mir die kräftige Sprache) scheiss Polit-Nerds nicht nur unfähig seid, die schiere Schönheit und Ästhetik eines effizienten, Ressourcen-schonenden Vorgangs anzuerkennen, sondern diese Unfähigkeit auch noch so vor euch hertragt.
    Als Mensch mir etwas Verstand frage ich mich, wie blöde man sein muss um nicht zu erkennen warum Industrie (Standort! Arbeitplatz!) und Auto (Status! Pimmel!) ald die Top-Umweltsünder gedisst wurden, und ob es nicht vielleicht auch handere Gründe gab warum Häftlinge Verpackungen machen mussten und müssen – eine Arbeit, die leicht un Knäste verlegbar ist, und dort billig gemacht wird. Ich bin aber trotzdem gespannt, wie der Autoir des zitierten Phase2 Artikels herleitet, warum in Knästen Wäscheklammern zusammengesteckt wurden (ein Knacki aus meinem Umfeld) oder schicke Klamotten (Häftling GmbH) nähen .
    Dann frage ich mich, wie behämmert man sein muss, um Mülltrennung aus einem vermeintlichem Hass auf die Distributionsspähe abzuleiten. Als sei Sachen in Tüten packen kein produktiver Vorgang.
    Last not least frage ich mich, warum übereinen Beitrag dessen empirische Basis grosser Mist ist, 60 Kommentare lang diskutiert werden muss
    .

    Comment von inschenör — 25. August 2008 @ 15:43

  59. inschenoer, bleib mal beim thema. hier gehts um rasierte beine.

    Comment von saltzundessick — 26. August 2008 @ 22:16

  60. ne, hier geht’s um kommentatoren, die sich auf ein einziges wort gestürzt („ARSCHLOCH“) – und damit das übrige gekonnt ignoriert haben. nr 35 und 40.

    mein überspitzter hinweis auf die enthaarungsgeschichte sollte ja v.a. eines ausdrücken: dass man sich doch bitte dem eigentlichen thema zuwenden solle. und darunter verstehe ich weder die denunziation der anderen als verschwörungstheoretiker/innen, wahnsinnige, das rauspicken von einzelnen wörtern, noch das posten von scherzchen/beleidigungen a la „öko-kommi-gang“.

    natürlich kann hier auch die anthaarungsgeschichte diskutiert werden. nur: die beschwörung der _ideologischen_ trennung von öffentlich/privat wird bei wiederholung nicht weniger peinlich.

    Comment von lahmacun aka Laura — 27. August 2008 @ 08:18

  61. „Der unaufhörliche Dualismus des bürgerlichen Denkens pendelt so ständig zwischen der Abstraktion der Gesellschaftlichkeit und der Abstraktion der Privatheit des Individuums hin und her und kann beides nicht miteinander versöhnen und vermitteln, obwohl es sich um eine vermittelte Identität seiner selbst handelt, die in sich und mit sich zerfallen ist.“

    die Antagonie öffentlich/privat bringt genau solche konflikte hervor wie den in dem blogeintrag beschriebenen. nur weil die trennung ideologisch ist bedeutet das nicht, daß diese dann nicht besteht. nur weil es das wissen darum gibt, bedeutet das nicht, daß man dann wie du einfach so tun kann, als ob es nicht beides gäbe und das nicht das kernproblem wäre weshalb es den eintrag gab.

    nur weil du, zumindest schreibst du das ja hier, viel kritische theorie gelesen hast erkennst du ja trotzdem nicht wo der punkt im blogeintrag ist. nur weil „sogar der geruchssinn u.ä.“ “ weitgehend gesellschaftlich bestimmt“ sei und du das weißt beseitigt das nicht die antagonie, die eben unversöhnlich konflikte generiert.

    statt dessen faselst du was davon, daß der blogeintrag ja gar nicht von gesellschaftlichen schönheitsidealen handeln würde, sondern von frauen, die den epilierer als ritzersatz nehmen würden.

    Comment von scheckkartenpunk — 27. August 2008 @ 11:23

  62. wie du richtig feststellst, handelt es sich um einen dualismus, der in der bürgerlichen ideologie verankert ist. das ist immerhin schon etwas!

    natürlich handelt der eintrag von gesellschaftlichen schönheitidealen – und davon, dass epilieren ein gesellschaftlich akzeptierter schmerz ist (oder: geforderter), eben weil haarfreie beine und co als schön gelten.

    du kannst jetzt gerne noch weiter zum epilieren posten. oder einfach mal erläutern, wie es kommt, dass manche – zufälligerweise meist ads – sich nicht zum postnazistischen mob hingezogen fühlen. wohingegen doch alle anderen „deutschen“ qua „deutscher psyche“ zwangsläufig in diesem aufgehen. und sei es auch nur, dass sie müll trennen, womit sie offensichtlich die selektion an der „rampe“ fortsetzen.

    Comment von lahmacun aka Laura — 27. August 2008 @ 11:44

  63. wieso meinst du a) daß ich dir irgendwas erläutern müsste und b) ich irgendeine erklärung für DIE ads abgeben sollte? du bist diejenige, die sich in ihrer abarbeitung ein ADkollektiv halluziniert und da jeden drunter subsumiert, der ihr nicht paßt. auch damit man dann schön bequem allen die gleichen eigenschaften, denkweisen und äußerungen unterschieben kann. ich hab dir’s schon mal gesagt und ich sag’s jetzt noch mal:

    woran machst du an meinen texten fest, daß dem so ist? wenn du da was findest, so sprich mich auf die textstelle an oder laß endlich deine haltlosen linke gesinnungsidentitären denunziationsversuche.

    deine herablassende art, daß ich ja immerhin etwas erkannt hätte kannst du dir schenken, denn zum einen habe ich das nie abgestritten und zum anderen mußt du jetzt nicht so tun, als ob es dir darum gegangen wäre. im gegenteil, du schwenkst doch die ganze zeit um, wenn’s mal um deine aussagen gehen soll.

    epilieren ist übrigens kein gesellschaftlich geforderter schmerz – enthaarung funktioniert mit einer rasur auch. das praktiziere ich recht erfolgreich im gesicht. gesellschaftliches schönheitsideal ist enthaarung nicht schmerz. niemand fragt nach, ob ich das ja mit dem eplilierer, rasierer oder einer enthaarungscreme gemacht habe, um je nach meiner bereitwilligkeit für meine gesellschaftliche akzeptanz zu leiden in einer öffentlichen ansehenshierarchie zu steigen.

    abschluß:

    „@punk: der beitrag damals handelte ja auch überhaupt nicht von gesellschaftlichen schönheitsidealen:“ (51)
    vs
    „natürlich handelt der eintrag von gesellschaftlichen schönheitidealen “
    (62)

    nur noch peinlich sowas.

    Comment von scheckkartenpunk — 27. August 2008 @ 12:30

  64. stimmt, das mit dem gefordert war insofern nicht zutreffend.

    zum abschluss: ja, reiss zitate aus dem zusammenhang und nimm ihnen dadurch ihre ansonsten erkennbare ironie (im zusammenhang mit dem dann folgenden zitat). nr. 51 sagte das gleiche aus wie nr. 62. +gähn+ wenn hier was peinlich ist, doch wohl, dass du das nötig hast.

    der beitrag handelt davon, dass der „deutsche mob“ per mülltrennung die selektion fortsetzt. du hast zu diesem beitrag bis jetzt nichts geäußert, sondern hast dich darauf beschränkt, diffi anzupöbeln, wobei du dich als eifriger mitleser des forums geoutet hast (denn dein beitrag hatte wohl nichts mit dem zu tun, was diffi HIER geschrieben hatte).
    jetzt wollte ich mal deine meinung zum beitrag anhören. bzw. nachfragen, denn dein schweigen zum inhalt des beitrages habe ich – gut möglich, dass ich das falsch gedeutet habe – als zustimmung zu waitings position gewertet. waitings beitrag wiederum ordne ich unter „ad“ ein, weil es um postnazismus geht – und dieser ansatz stammt aus dem „ad“-umfeld.

    aber natürlich MUSST du mir nicht antworten. du kannst auch weiterhin pathologisieren.

    Comment von lahmacun aka Laura — 27. August 2008 @ 13:33

  65. erstens sagst du überhaupt gar nicht das gleiche: ersteres ist ja wohl nur ein zitat und das so isoliert für sich psychologisiert epilierer_innen zu anonymen ritzer_innen. zweiteres thematisiert auf einmal epilieren als gesellschaftlich anerkannten (und geforderten) schmerz als schönheitsstandard. das sind zwei grundverschiedene dinge. warum zweites auch falsch ist habe ich geschrieben.

    völlig egal, was da jetzt danach kommt. egal was für ein kontext: deine beiden aussagen beziehen sich auf den selben artikel und behaupten genau das gegenteil.

    nun ich wollte diffi nicht anpöbeln sondern auf einen doppelstandard aufmerksam machen, der mir komisch vorkommt. hat er ja auch erklärt. sehe ich nicht so, aber gehört dann auch nicht weiter hier in die kommentarspalte. ich hatte sogar vor mich im forum anzumelden, aber da bilden sich genauso komische umgangssweisen raus wie auch hier zu beobachten – da hab ich dann doch keine lust mich ständig für irgendwas rechtfertigen zu sollen was überhaupt nichts mit mir zu tun hat. zu waitings artikel habe ich bis jetzt nichts gesagt, weil ich zum einen den beobachtungen zustimme, aber dann der analen erklärung so nicht folgen kann. da ich das ganze aber nicht anderweitig erklären kann, habe ich nichts dazu geschrieben. das ist in meinen augen auch sinnvoll. aufgrund von mangelnder zeit kann man sich nunmal nicht jedem thema annehmen.

    wo pathologisier ich denn? ist ein schickes schlagwort, aber sollte auch zutreffen.

    Comment von scheckkartenpunk — 27. August 2008 @ 13:52

  66. Den ganzen Spam habe ich nicht gelesen, ich dachte ihr diskutiert tatsächlich über den Hass auf die Distributionsspähre, der sich im Weissblechcontainer manifestiert.

    Zurück zum Thema: Gibt es abgefeimte Theorien darüber, dass die Müllindustrie laut Branchenkennern eine der korruptesten ist (Rackets!)? Wenn Mülltrennen irgendwie anal ist, was ist es denn wenn die Fachleute im Geschäft nicht von tonnen (als Gewichtseinheit) sondern von Megagramm (Mg, rein rechnerisch eine 1Mg=1t) reden? Und setzt der normale Geschäftsvorgang zwischen Müllverursacher und Entsorger – ersterer gibt dem letzterem etwas, ohne etwas dafür zu erhalten, nein er zahlt sogar! – das Wertgesetz ausser Kraft?
    Steckt in der Unterscheidung Müll-nicht-Müll nicht der Sieg des Tauschwertes über den Gebrauchswert? Was an nicht verkauftem Essen im Container landet, kostet den Supermarkt Entosrgungskosten, kilo für kilo – ausser irgendwer kommt der Müllabfuh zuvor, und containert sich die Palette Joghurt und den kaum angefaulten Salat. Das gleiche gilt auf anderer Ebenen – Der Untschied zwischen Dioxin belastetem Fett, und Tierfutter ist oft nur eine Frage der richtigen Frachtpapiere. Eine kleine Änderung, und auss einer Ware it negativem Tauschwert (Entsorgungskosten) wird eine mit positivem.
    Ein der Müllentsorgung verwandtes Thema ist die Abwasserwirtschaft – was sagt es uns, geschichtsphilosophisch gesehen, dass hier Verschmutzung in Einwohnergleichwerten gemessen wird, der Mensch also auf die Scheisse und alles andere was er so runterspühlt reduziert wird? Die ultimative Verwirklichung abstrakter Gleicheit der Individuen, oder das Diktat des Wertes über die Klospühlung?

    Comment von inschenör — 27. August 2008 @ 16:37

  67. @punk:

    deine beiden aussagen beziehen sich auf den selben artikel und behaupten genau das gegenteil.

    NEIN; du hast einfach eine kaputte ironie-antenne. tut mir leid, dass so feststellen zu müssen. du kannst natürlich weiterhin so tun, als wüsstest du besser, was ich geschrieben habe und mit welchem ziel.

    das mit dem doppelstandard ist auch schon geklärt ---> mittlerweile beleidigen sich alle; inkl. antisemitismus- und rassismusvorwürfe. :D

    zum pathologisieren: du schiebst mir die konstruktion EINES ADs unter. das stimmt nicht, ich kann sehr wohl differenzieren. nicht ohne grund ist waiting zB bei mir verlinkt. aber eines stimmt: lächerliche „kapitalismuskritriker/innen“, die kein einziges kritisches wort mehr über den kap rausbringen, kotzen mich an. die fallen bei mir aber unter HCADs. wie auch immer.

    im forum gibt’s durchaus auch vernünftige debatten. mal bessere, mal schlechtere. egal.

    Comment von lahmacun aka Laura — 27. August 2008 @ 16:51

  68. immerhin weißt du ja wie ich was geschrieben und gemeint habe. das ist dann wohl der unterschied zwischen uns. ich hab halt nicht so viel kritische theorie gelesen.

    Comment von scheckkartenpunk — 27. August 2008 @ 17:37

  69. punk: was liest du das raus?

    ^^^etwas, aber nur ein ein winziges bisschen, überspitzt. vielleicht.

    und dann geht’s eh schon los mit dem pathologisieren: halluzinierter quatsch, fantasieren, projektion …

    ja, ich weiß, was du geschrieben hast. der jargon ist mir bekannt.

    nicht, dass es nicht schon im ersten beitrag gesteckt hätte („unterordnen“).

    so, jetzt ist hier schluss für mich.

    Comment von lahmacun aka Laura — 27. August 2008 @ 18:35

  70. bitte nicht, war gerade so spannend!

    Comment von saltzundessick — 27. August 2008 @ 21:49

  71. „du kannst jetzt gerne noch weiter zum epilieren posten. oder einfach mal erläutern, wie es kommt, dass manche – zufälligerweise meist ads – sich nicht zum postnazistischen mob hingezogen fühlen. wohingegen doch alle anderen “deutschen” qua “deutscher psyche” zwangsläufig in diesem aufgehen. und sei es auch nur, dass sie müll trennen, womit sie offensichtlich die selektion an der “rampe” fortsetzen.“

    bin grad ausgelaugt, aber weil du da so darauf rumreitest:
    es gehört zumindest ein gewisser raum, in dem man sich über seine bedürfnisse bewusst werden (oder diese sogar ansatzweise verwirklichen) kann dazu, dieser raum(/zeit) kann in ganz verschiedener form auftreten und sich aus ganz verschiedenen motivationen speisen. bestimmte konstellationen, die sowas befördern können, wären zb absichtliche oder unfreiwillige einsamkeit auf zeit, eine identifizierung mit opfern/schwäche, die verweigerung oder zumindest desinteresse an härte leistung macher- und männlichkeitswahn. das, für mich gleichbedeutend damit, sich und seine ängste nicht (vor sich selbst) zu verleugnen, kann das ferment für eine haltung sein, die noch sehr immanent ist, aber durch andauernde auseinandersetzung und interaktion zur materialistischen kritik sich transformieren kann, also dem gegenteil von deutschem idealismus. das ist allerdings ein dynamischer prozess, und niemand ist davor gefeit wieder den weg zurück oder volle fahrt voran in die institutionen anzutreten.

    zum postnazismus bin ich jez zu müde, aber wer deutschland als ganz normale nation hinstellt, sollte erstmal definieren, was denn eine solche sei, wo doch jede nation nicht ohne ihre genese zu denken ist, und außerdem darlegen, wieso denn die größte untat der geschichte keine bleibenden spuren in der verfasstheit der ausführenden gesellschaft hinterlassen haben sollte

    Comment von waiting — 27. August 2008 @ 22:32

  72. ach ja:
    epilieren ist echt scheisse, und der schmerz wird schon frauen mehr als männern zugemutet, weil die haare bei frauen ja großflächiger weg müssenn und zudem porentief rein, während bei männern stoppel idr ja geradezu als auszeichnung gelten.

    Comment von waiting — 27. August 2008 @ 22:33

  73. also waiting, hier muss ich dir mal, wenn auch aeusserst ungern, widerspruch leisten. das mit den stoppeln hast du falsch verstanden. wissen wir doch lt. menshealth das koerperrasierte maenner einfach besser ankommen. und sollten die menshealth-leser_innen tatsaechlich alles antideutsche oder gar hardcoreantideutsche sein? ich denke eher nicht. ausserdem ist dein muelltrennungsskandal ein alter hut. habe ich vor geraumer zeit schon in phase 2 gelesen. du kopierst zu spaet.

    Comment von saltzundessick — 27. August 2008 @ 23:44

  74. die menshealth kommt doch aus usa, die haben ja eine ganz andere körperkultur dort, viel zivilisierter und so. in deutschland rennen ja sogar die linken mit oliba und achseldreadlocks auf die demo.

    und von wegen alt: wer kolportiert auf seinem blog denn serienmäßig landser-geschichten aus den frühen 90ern?

    Comment von waiting — 28. August 2008 @ 00:13

  75. natürlich ist epilieren scheiße – das hat doch niemand abgestritten. den rest sehe ich nicht so, weil es einfach nicht hinterfragt wird WIE die haare entfernt wurden, SOLANGE sie entfernt wurden. ob das mit täglich rasieren oder epilieren oder sonst was geschieht spielt doch keine rolle. die enthaarung an sich stellt doch das schönheitsdiktat.

    außerdem ist die beobachtung richtig, daß das enthaarungsideal inzwischen auch bei männern ausformuliert wird. ob das aus den gründen passiert, die in dem indy artikel vermutet werden, das müßte diskutiert werden. ich hatte eh vor, dazu mal was zu schreiben, wenn ich mal wieder die zeit dafür finde.

    Comment von scheckkartenpunk — 28. August 2008 @ 11:00

  76. - bzgl d als „normale nation“ hinstellen: hab ich eh nicht vor, und natürlich ist es sinnvoll, die spezifisch nationswerdung miteinzubeziehen. ich behaupte auch nicht, dass die shoah keine spuren hinterlassen hätte (im gegenteil: ich nehme die auch bei ads sehr stark wahr ;) ). nur halte ich den psychoanalyse-ansatz für quatsch. da geht’s eher um kollektive erinnerung (erinnerung gerade auch als was, was variabel ist und stets bearbeitet wird). und nicht um wiltingsche stillthesen u.ä.
    die diese müllthese halte ich immer noch für müll, weil das ein determinismus ist, den ich so nicht mitgehen will. man muss shcon aufpassen, dass man mit der psychoanalyse nicht in nen quasi-biologismus reinrutscht. (das ist ja auch was, was zB lorenzer problematisiert hat, dass die pa leicht in nen biologismus abrutscht.)

    Comment von Laura — 28. August 2008 @ 11:41

  77. die menshealth kommt doch aus usa, die haben ja eine ganz andere körperkultur dort, viel zivilisierter und so.

    das interessant ist ja gerade das „wegmachen“ der „natur“ durch die „zivilisation“. der „dreck“ wird weggeputzt. demnächst gibt’s für wohlhabende wohl nen künstlichen darm- und blasenausgang, natürlich in ansehnlichem design. putzen, putzen, putzen. weg mit dem dreck!

    punk: jo, schreib‘ mal was. ist ein sehr interessantes thema.

    Comment von Laura — 28. August 2008 @ 13:17

  78. waiting: was kann ich denn dafuer, dass deine grossen erlebnisse polizeikontrollen auf der petersburger beobachten und muelltrennende krauts dissen sind? von den zivis vor kindernazis beschuetzen lassen, soweit ist es schon gekommen.

    Comment von saltzundessick — 28. August 2008 @ 18:05

  79. salty:
    ich finde es nicht gut, dass du hier so maskulinistisch (bart, boxen usw) in meiner kommentarspalte prollst. wenn das so weitergeht, sehe ich mich leider gezwungen, dich vom planet olifani zu löschen. nimm dir ein bsp. an aftershow.

    Comment von waiting — 28. August 2008 @ 18:12

  80. oh, entschuldigung, grosser webmaster.
    bart,bauch,bmw uebrigens.fuers boxen bin ich zu alt. ausserdem bin ich fuer koerperrasur und trenne niemals muell. und wenn du was willst, komm morgen zum bersarinplatz 19.30uhr, dann diskutieren wir das aus. dein scheiss olifani kann mich mal.

    Comment von saltzundessick — 28. August 2008 @ 18:22

  81. ok, cu @ bersarin 19.30 uhr.
    aber lass dich nicht wieder von einem grün-weißen vw polo aufhalten.

    Comment von waiting — 28. August 2008 @ 18:24

  82. serious talk:
    mpunkt, du weisst genau, dass gsp-commentare hier gelöscht werden. das gilt für virtuelle vergewaltiger wie dich/dissen erst recht.
    also piss off.

    Comment von waiting — 28. August 2008 @ 18:26

  83. „natürlich ist epilieren scheiße – das hat doch niemand abgestritten. den rest sehe ich nicht so, weil es einfach nicht hinterfragt wird WIE die haare entfernt wurden, SOLANGE sie entfernt wurden. ob das mit täglich rasieren oder epilieren oder sonst was geschieht spielt doch keine rolle. die enthaarung an sich stellt doch das schönheitsdiktat.“

    dann müsstest du aber erklären, wieso gerade frauen so häufig über schmerzhafte haarentfernung klagen. an geringerer schmerztoleranz wird es wohl kaum liegen.

    „außerdem ist die beobachtung richtig, daß das enthaarungsideal inzwischen auch bei männern ausformuliert wird. ob das aus den gründen passiert, die in dem indy artikel vermutet werden, das müßte diskutiert werden. ich hatte eh vor, dazu mal was zu schreiben, wenn ich mal wieder die zeit dafür finde.“

    indy-artikel nicht gelesen, tendenziell ist die ausweitung des enthaarungsimperativs auf männer sicher zu beobachten, aber bisher ist daraus noch lange kein solches diktat geworden wie bei frauen. einfach mal vergleichen, wieviele frauen und wieviele männer im schwimmbad mit haaren an den beinen oder auf dem rücken unterwegs sind.

    Comment von waiting — 28. August 2008 @ 18:43

  84. und bring dir besser paar zivis mit.

    Comment von saltzundessick — 28. August 2008 @ 18:51

  85. das war gar kein polo, sondern ein sharan. aber du verwechselst ja auch slk und cls. :-)

    Comment von saltzundessick — 28. August 2008 @ 18:52

  86. mpunkt, du weisst genau, dass gsp-commentare hier gelöscht werden. das gilt für virtuelle vergewaltiger wie dich/dissen erst recht.
    also piss off.

    TZE

    Comment von tee — 28. August 2008 @ 23:38

  87. mpunkt, du weisst genau, dass gsp-commentare hier gelöscht werden.

    warum eigentlich? schlauer als die von salty sind die um längen

    Comment von bigmouth — 31. August 2008 @ 01:17

  88. aha.

    „vor Deinen Augen gangbangten wir einfach Deine scrupeda/
    sieh, wir hatten keine Skrupel, da die diese Bitch es so wollte/
    und sich jedem uns’rer Riesenschwänze prompt entgegenrollte/
    denn Du bringst es nicht und bist echt eine Aushilfsjaneway/
    also ein autoritärer Charakter und also schlicht nur megagay/
    und befriedigst keine Miezen, sondern den Christopher-Street-Day.

    Du bist wie Guido Westerwelle – nichts als ein schwuler Liberalo“

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 05:28

  89. das ist nun kein gsp-kommentar, oder? oder ist das jetzt alles, was jemals jemand schreibt, der irgendwann gehäuft gsp-argumentationen vertreten hat?

    Comment von bigmouth — 31. August 2008 @ 10:36

  90. wenn die leute nun anfangen prinzipiell würden keine ad-kommentare mehr stehenzulassen … so oder so zeigt es, dass waiting sich in hier null für den inhalt interessiert.

    statt dessen überholt er lieber bigmouth in puncto diffamierung. tze.

    Comment von tee — 31. August 2008 @ 17:07

  91. @ bigmouth:
    meine kritik am gsp kannst du in älteren blog-postings, im kf und an anderen stellen nachlesen, das thema ist für mich abgeschlossen und auseinandersetzungen obsolet, da gegenpart = starrsinnige autoritäre betonköpfe.

    @ tee:
    lass bigmouth in ruhe!

    @ nonono:
    ja.

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 19:46

  92. sowas offenzulegen, ist nicht gerade nett. jag‘ es einfach noch ein paar mal über den comment-planeten.

    Comment von lahmacun aka Laura — 31. August 2008 @ 20:05

  93. ach nonono, dich meinte ich nicht. ich weiß nicht, ob’s stimmt, aber auch wenn es stimmen würde, wäre es beschissen das offenzulegen.

    Comment von lahmacun aka Laura — 31. August 2008 @ 20:23

  94. er hat es mir nicht gesagt, aber ich bin durch andere wege so sicher wie man sich nur sicher sein kann – also 99%.

    @ laura:
    vorausgesetzt ich habe recht: wo ist dann dein prob? homophobe arschlöcher gehören halt an ihrem treiben gehindert, und diese methode ist noch relativ zivil (no barbarei).

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 20:38

  95. waity, wenn du konsequent wärst, würdest du nicht mehr mit menschen in foren diskutieren, die – so lange ist es nicht her – sich im täterschutz geübt haben. da ging es um ne ganz reale vergewaltigung, afaik.

    http://www.adf-berlin.de/wbb2/thread.php?postid=10159#post10159

    Comment von lahmacun aka Laura — 31. August 2008 @ 20:55

  96. wen meinst du denn? soweit ich sehe ist der einzige noch aktive aus der diskussion cap. tm.
    imho tut das hier nichts zur sache.

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 21:32

  97. wieso tut das nichts zur sache? – haste mal nen löschantrag gestellt bzgl der täterschützer?

    Was die sich an Vergewaltigungen laben können, enorm. Fischer, wissen Sie, wie Sie in das antirassistische Täterschutzprogramm kommen? Konvertieren Sie zum Islam!

    -wurscht-

    “solche typen wie du drangsalieren bis heute einen freund von mir wegen einer angeblichen vergewaltigung”
    der witz ist: ich kenne ralf fischer gar nicht, der kumpel von mir ist jm. ganz anderes
    lang lebe der lynchmob

    -“kalifighter“–

    etc.

    Comment von lahmacun aka Laura — 31. August 2008 @ 21:52

  98. ok.
    ich habe keinen löschantrag gestellt, mag ein fehler (gewesen) sein. (wobei ich zb bei kalifighter ziemlich sicher bin, dass er heute anders denkt)
    aber wie dir vllt auffiel, habe ich a) gegen die inkriminierten honks argumentiert bzw. diese wo nötig (in anderen kontexten) schlicht angemessen beleidigt und b) nehme ich das adf seit langem eh nur begrenzt ernst, stelle dort demzufolge auch keine löschanträge gegen rassisten, antikommies oder sonstwen, weil der diskurs dort nur begrenzt noch den mustern linker kritik zugänglich ist.
    was das nun damit zu tun hat, dass ich aus verschiedenen gründen – wovon der „private“ wie gruppenoffizielle antifeminismus (siehe zb auch deren strukturelle und konkrete vergewaltigungsleugungen -> http://nada.olifani.de/archives/19) einer ist – gsp-spam-bots auf meinem blog, an den ich einen anderen anspruch als an irgendwelche foren von dritten anlege, lösche, ist mir unklar.

    oder dients nur der exkulpation, weil du halt die einen horste in deinem forum am start hast und mit den anderen noch vor kurzem sehr eng kooperiertest?

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 22:11

  99. ja, ich glaube auch, dass k heute anders denkt. und ne, um die foren geht’s nicht (wie kommst du darauf? – du weißt wie ich, dass die reaktion weder in dem einen noch dem anderen forum, wenn es um ne vergewaltigung ginge, erfreulich wäre, sexismus gibt’s wohl in der ganzen linken.). es geht drum, dass du hier – obwohl du nur irgendwo vom hörensagen her „bescheid“ weißt (99% sind nicht 100%) – offenlegst. du hast keinen bock, mit gsplern zu debattieren. ok. da muss man nicht noch mit dem hörensagen anfangen. gerade auch dann nicht, wenn man sonst nicht immer ganz so streng ist, aus welchem grund auch immer. – das riecht dann einfach auch nach vorschieberei.

    Comment von lahmacun aka Laura — 31. August 2008 @ 23:19

  100. it’s not about hörensagen.
    und nochmal: wenn a = b, wieso sollte das in besagtem fall nicht offengelegt werden, zumal das null relevanz für vs oder ähnliches hat? das sind ja keine politischen rivalitäten mehr, sondern ausfälle von einer sorte, mit der man sich einfach auf die ganz andere seite katapultiert. daher ja zum glück auch die löschung von bsport.

    „nicht immer ganz so streng“ ist halt diffamierung, es sei denn man legte an sich selbst und andere den 100%-reinheitskanon an. ebenso vorschieberei. btw bräuchte es dazu auch besagtes outing in keinster weise, das sonstige gehabe der gsp-fans und der textliche output der gruppe genügte dazu vollauf.

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 23:57

  101. 100 kommentare, yeah.

    bin nächste tage kaum online, lohnarbeit rules (not ok).

    Comment von waiting — 31. August 2008 @ 23:58

  102. das sonstige gehabe der gsp-fans und der textliche output der gruppe genügte dazu vollauf.

    wozu? um aus deinem blog verbannt zu werden? du bist schon ne mimose

    Comment von bigmouth — 1. September 2008 @ 09:43

  103. ja, was ist dagegen zu sagen?

    Comment von waiting — 1. September 2008 @ 20:49

  104. dass du dich so dem inhalt verstellst bzw. ausweichst?!

    Comment von tee — 2. September 2008 @ 05:24

  105. wie gesagt: den inhalt kenne ich und habe ihn zur genüge kritisiert. da kommt ja nichts neues.

    außerdem: checkt mal den unterschied zwischen foren und blogs. letztere dienen bekanntlich nicht primär der objektiven wahrheitsfindung, sondern mindestens ebenso auch der subjektiven komponente, selbstdarstellung etc., wie es auch bigmouth mal formulierte

    Comment von waiting — 3. September 2008 @ 22:36

  106. […] der imagewechsel olifanis vollzieht sich weitaus schneller als angenommen. nach neuzugängen wie schons und wendy und der wiederaufnahme von renegaten wie aftershow (wird schon wieder) und diffi verschwanden polarisierende blogs wie innsbrooklyn, johnny mutante, nichtidentisches, lizas welt und dissidenz (na ivo bozic, riotpropaganda und waiting bleiben ja (erstmal) noch). zum leidwesen einiger hater_innen weicht so das klare (feind)bild olifani immer mehr in die restliche blogosphäre auf und analfixierte blogjunkies wie ich befürchten das schlimmste. so auch mit dem neuesten trade: einblog. […]

    Pingback von na glückwunsch! « tee — 28. September 2009 @ 00:55

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Eintrag.

Kommentar hinterlassen

Leider ist der Kommentarbereich für dieses Mal geschlossen.


Datenschutzerklärung