Alles ist die Sekte
13. Mai 2008„Welche Rolle der gerade aktuell von “antideutschen” Sekten wie der “Gruppe Morgenthau“, “Gruppe 8. Mai“, oder gar “wartezeit überbrücken … bis zum communismus” unterstütze Islamhass im größeren Zusammenhang dabei spielt, der […] auch mit “Honestly Concerned” oder, in gleicher Front, offenen Rassisten wie “Politically Incorrect” zusammenarbeitet, fasst ein soeben veröffentlichter Artikel von Knut Mellenthin zusammen. Dieser Zusammenhang umfasst die Kooperation staatlicher Stellen mit dem Ziel der Etablierung eines präventiven Sicherheitsstaats, die imperialistische Militarisierung der Außenpolitik mit der Stoßrichtung in den Mittleren Osten, die Aufwertung offener Faschisten wie etwa der italienischen Alleanza Nazionale – und eine Nummer kleiner kann man in Anbetracht der Innenansicht Frankfurts hinzufügen: und den kleinbürgerlich-gewaltfaszinierten Fremdenhaß wie zB. in Frankfurt-Hausen.“
[hihi]

Gruppe 8. Mai zu Stoodt:
http://gruppe8.mai.myblog.de/gruppe8.mai/1
„Hans-Christoph Stoodt – Ein protestantischer Pfaffe macht mobil
Der Pfarrer H.-C. Stoodt ist seit langen Jahren in der Frankfurter linken Szene engagiert und hat sich wirkliche Verdienste, zuletzt z. B. durch die Förderung einer Ausstellung des völlig marginalisierten Förderverein Roma, erworben. Sein politischer Standpunkt ist klar links, bei in der Region angekündigten Nazi-Demonstrationen zeigt er sich stets als engagierter Gegner, seine fehlende Verurteilung von Gewalt und Extremismus trug ihm Popularität bis weit in autonome Kreise hinein ein. Doch bei allen Bemühungen um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, um die Verhinderung von Ehrungen prominenter NationalsozialistInnen und gegen das Erstarken rechtsradikaler Bestrebungen steht für ihn wie für Elisabeth Schneider ein Feind fest, den er mit seinen politischen GegnerInnen von der braunen Front teilt: ‚USrael’. Seinen Antiamerikanismus demonstrierte er zuletzt öffentlichkeitswirksam anlässlich der Visite von George W. Bush in Mainz. Auf einer von ihm mitorganisierten, zeitnah zum Staatsbesuch terminierten Demo in Frankfurt projizierte er, Bush intendiere, „die ganze Welt in einziges Guantanamo“ zu verwandeln [6] . Zum einen stellt der gezogene Vergleich, der primär auf zugeschweißte rheinland-pfälzische Gullydeckel und zeitweise stillgelegte Handy-Netze rekurrierte, eine Verharmlosung des extrajuristischen Raumes Guantanamo dar, was auf die Instrumentalisierung der realen Opfer der US-Politik verweist. Zum anderen äußert sich in der zitierten Projektion eine gefühlte Bedrohung, die fern jeglicher Rationalität und Empirie ein Gefährdungsszenario konstruiert, welches der USA eine nicht vorhandene Macht, gar Omnipotenz, zuschreibt, und damit zugleich eine direkte Betroffenheit aller BürgerInnen suggeriert. So wird eine Generalmobilmachung in Gang zu setzen gesucht, die neben antiamerikanischen Ressentiments zumindest latent nationalistische Abwehrängste („das lassen WIR nicht mit uns machen“) anspricht.
Auch als Unterzeichner der Dortmunder Erklärung beweist Stoodt sowohl biographische wie inhaltliche Stringenz im Bedienen von Ressentiments. Denn dass die Verbrechen des israelischen Staates besondere Aufmerksamkeit verdienen, stellte Stoodt spätestens mit der auf seine Initiative hin gezeigten Ausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ klar. Mit der Lüge, es handele sich bei den transportierten Informationen über das reale und/oder fiktive Leiden der palästinensischen Bevölkerung um eine von der Weltöffentlichkeit nicht beachteten Sachverhalt [7] , wo doch der Konflikt um die Gebiete der bestdokumentierteste Krieg der heutigen Zeit ist und etwa die an PalästinenserInnen gezahlte Pro-Kopf-‚Entwicklungshilfe’ seitens der BRD die höchste weltweit ist, wird ein scheinbar umfassendes Einfühlen in das palästinensische ‚Volk’ ermöglicht. Diese mit der visuellen und damit plakativen Evidenz von Leiden arbeitende Schein-Empathie stellt sich allerdings in schöner Regelmäßigkeit als die größte Lüge überhaupt heraus, denn das Leiden interessiert nur dann, wenn es von Israel verursacht wird. Weder wird zur Kenntnis genommen, dass in den letzten Jahrzehnten mehr PalästinenserInnen von AraberInnen als von Israelis getötet wurden, noch werden die Marginalisierten und Diskriminierten innerhalb der palästinensischen Gesellschaft – z. B. Frauen die unter sexualisierter Gewalt und patriarchalen Strukturen leiden, DissidentInnen die als ‚Kollaborateure’ verfolgt werden, Menschen mit gleichgeschlechtlichen Liebes- und Sexualbeziehungen die als Homosexuelle Steinigungen zum Opfer fallen – beachtet. Erneut wird hier also wie bereits im Fall Guantanamo mit scheinbar humanitären Argumenten Leiden monokausal rezipiert, dekontextualisiert und damit instrumentalisiert. So ist jedoch niemals den angeblich oder wirklich Betroffenen zu einer Verbesserung ihrer Lage zu verhelfen, so wird lediglich die Konstruktion eines Feindbildes ermöglicht, die der Projektion eigener aggressiver Anteile und Ressentiments dient. Typisch für die im Endeffekt antisemitischen Effekte steht ein Stoodt-Zitat aus einer im Internet publizierten E-Mail an den jüdischen Initiator der Medienbeobachtungsinitiative „Honestly Concerned“ : „Wie Sie wissen, ist es ein uraltes antisemitisches Stereotyp, die Jüdinnen und Juden weltweit als irgendwie verschworene Gemeinschaft darzustellen. […] Wer aber umgekehrt so argumentiert, daß Kritiker Israels sofort als Antisemiten beschimpft werden, wie ich es gerade erlebe, sollte sehr vorsichtig sein, nicht letzten Endes genau solchen rassistischen Stereotypen Wasser auf die Mühlen zu leiten.“ Zunächst ruft Stoodt in pseudodistanzierter, lehrerhafter Manier einem Juden das diesem vermutlich aus eigener Erfahrung wohlbekannte antisemitische Stereotyp ins Gedächtnis, um es dann zu dementieren, schließlich aber doch wieder als Option im Konjunktiv zu legitimieren. Unter dem Strich wird damit gedroht: Wenn du (bzw. die Juden) es zu bunt treibst/treiben, können wir (Christen/Deutschen) auch anders! Zum einen findet hier erneut die bekannte Verdrehung von Täterschaft und Opferstatus in Sachen Antisemitismus statt, zum anderen wird der Antisemitismus als Drohroutine eingesetzt, um (jüdische) KritikerInnen in ihre Grenzen zu verweisen. Den JüdInnen wird zwar ein Platz als Mahner und Warner am Rande der Gesellschaft, als zivilgesellschaftlich organisierte und kulturpflegende Minderheit zugestanden – Auschwitz hat schließlich zur Genüge eingeschüchtert. Sobald sie jedoch diese erneut von Deutschen gesetzten Beschränkungen überschreiten und sich zu selbstbewussten bürgerlichen Subjekten emanzipieren – sei es als entschlossene KritikerInnen des hegemonialen Antizionismus oder als bewaffnete VerteidigerInnen des eigenen Lebens – wird das Kehrbild des ‚frechen Juden’ herangezogen. Stoodt und seine unzähligen GesinnungsgenossInnen signalisieren somit nicht allein ihre Kapitulation vor dem immer noch und immer wieder virulenten eliminatorischen Antisemitismus, sondern fordern diesen Kotau auch unverschämterweise von den JüdInnen selbst.“
Horkheimer zu Stoodt:
„Wer vom Pfaffentum nicht reden will, soll von der Sektiererei schweigen.“
Comment von waiting — 13. Mai 2008 @ 23:04
sehr schön auch, dass der islamhass arbeiten kann…
Comment von bigmouth — 13. Mai 2008 @ 23:27
och, es ist doch mehr als possierlich, den sektieren der völlig marginalisierten morgenthaunasen beim verzweifelten versuch zuzusehen, wie sie persoenlich diffamierend und luegend versuchen, nicht im strudel von tatsachen und argumenten oder von simpler satire unterzugehen, dazu passt wirklich nur noch hihi und kopfschuetteln…
Comment von bluemchen — 14. Mai 2008 @ 02:32
?
Comment von waiting — 14. Mai 2008 @ 18:24
Tja, „bluemchen“, wenn mensch schon seinen eigenen Kommentar aus einem anderen Beitrag wortwörtlich kopiert, sollte mensch darauf achten, dass die Teile, die sich auf die Diskussion auf einem anderen Blog beziehen rauskommen oder erläutert werden, sonst bleibt nix übrig als „?“, wie waiting es so treffend formuliert hat.
Comment von Morgenthau Youth — 15. Mai 2008 @ 00:08
[…] naja, das ist ansichtssache. […]
Pingback von dissidenz.olifani.de » deutsche normalitätseuphorie (1) — 15. Mai 2008 @ 23:57
waity, du hast einen echten fan, der dich sogar gerne zitiert:
http://antinazi.wordpress.com/2008/05/17/deutsche-zustande-in-nidda/#comment-1743
Comment von dissi — 19. Mai 2008 @ 14:23