UmsBesser oder UmsGanze!?

11. April 2008

Bei indymedia stellt ein_e Kommentator_in der Sau, die gerade durchs Dorf getrieben wird, ein Bein:

„Die Aktion zeigt mal wieder nur, was der oder die gemeine Linke mit seinen/ihren Protestaktionen erreichen wollen: die bessere bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft. Mit ganz tiefgehenden, total objektiven Reporter_innen, Staatsbürger_innen, die in einem echten, heilen Rechtsstaat leben, sowie klaren Grenzen, damit man international sein kann, statt antinational. Sie wollen spektakuläre Kritik, wo es eine Kritik des Spektakels bräuchte, um wirklich weiter zu kommen.

Die Hedonistische Internationale will alles cooler und besser, wo wir es ganz anders wollen sollten. Sonst könnte man auch schlicht ne Partei gründen, da ist das besser auch immer nur relativ.“


36 Kommentare

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  1. Journalisten, gebt euch einfach mehr Mühe. Alle.

    anders kann ich sowas auch nicht lesen.

    Comment von Laura — 12. April 2008 @ 09:38

  2. immer was zu meckern hier

    Comment von saltzundessick — 12. April 2008 @ 10:21

  3. aber dialektisch!

    außerdem wollte ich auch mal wieder ein paar hits abgreifen.

    Comment von waiting — 12. April 2008 @ 11:14

  4. […] Via Waiting. […]

    Pingback von unkultur » Blog Archive » Hedonistischer Populismus — 12. April 2008 @ 18:43

  5. ich möchte nur anmerken, dass ich die hi schon doof fand, bevor es cool war. ausserdem mag ich leute nicht, die „was mit medien“ machen (wollen). selbstverliebte und -gerechte bagage!
    zu sagen bleibt: danke für den beitrag, waity!

    Comment von mr.vain — 13. April 2008 @ 19:31

  6. du meinst:
    „schon doof fand, bevor waity verkündete, dass es cool ist.“
    oder?

    p.s.
    wann kommt dein blog eigentlich? oder habe ich was verpasst?

    Comment von waiting — 13. April 2008 @ 23:57

  7. @ waity:
    stimmt, ich meinte „bevor waity verkündete, dass es cool ist“.
    mein blog kommt bald, muss nur leider erst meine hausarbeit fertig kriegen und mich mal aufraffen :) aber, wenn der blog kommt, erfährst du es zuerst.

    liebe grüße

    Comment von mr.vain — 14. April 2008 @ 16:26

  8. sehr gut.

    ich warte.

    aber besser nicht bei blogsport, sonst sind bei razzia alle coolen blogs der welt plötzlich weg.

    Comment von waiting — 14. April 2008 @ 20:22

  9. Tja der Vorwurf, der nicht weit genug reichenden Kritik steht einem als „richtiger“ radikaler Linker immer gut zu Gesicht. Dass sich Leute „die was mit Medien machen“ mal um die Bedingungen kümmern unter denen sie arbeiten, steht ihnen meiner Meinung nach aufgrund der Bedingungen (Prekariat, Endlos Praktika, erzwungene (Selbst-)Flexibilisierung, etc.) unter denen sie arbeiten aber ebenfalls sehr gut zu Gesicht.

    Comment von besserscheitern — 14. April 2008 @ 22:09

  10. joa, darum synthesevorschlag: weit genug reichende kritik an den bedingungen unter denen sie/wir arbeiten.

    und genau darum gings ja bei der aktion nur am rande, sondern mehr um 5 minutes p.c.-fame mit billigsten mitteln (polylux! wäre es wenigstens die tagesschau gewesen), und am ende kam beim durchschnittsrezipienten bei rum, dass journalisten besser recherchien sollen und es erschreckend ist, wie einfach „selbstgewählte inhalte in massenmedien platziert“ (h.i.) werden können.

    Comment von waiting — 14. April 2008 @ 23:28

  11. hihi, der satz ist so hammerhart:

    „Erschreckend, wie einfach es ist, selbst gewählte Inhalte in Massenmedien zu platzieren und so gesellschaftliche Wirklichkeit werden zu lassen.“

    adorno würde ja hohen ausschlag auf der f-skala diagnostizieren, aber was sagen denn die openposter_innen von indymedia dazu?

    Comment von waiting — 14. April 2008 @ 23:30

  12. nennst du indymedia grad ein massenmedium und vergleichst es mit der ard???

    Comment von tee — 14. April 2008 @ 23:55

  13. spielst du mit den drei fragezeichen auf alfred hitchcock an?

    masse hätten sie gerne, vgl. war aber auf „selbst gewählte inhalte platzieren“ gemünzt.

    Comment von waiting — 15. April 2008 @ 00:00

  14. es wird halt jede menge ausgeblendet, zB die nachfrage nach trash, die mangelnde nachfrage nach info. da muss man nicht mal links sein, um zu erkennen, warum es zu rationalisierungen im bereich der information und recherche kommt. da reicht ein blick in ein medienökonomie-(lehr)buch, das sich an die institutionenökonomik anlehnt („marktversagen“, meritorische und öffentliche güter).
    dann könnte man natürlich weitergehen und fragen, was für eine funktion trash erfüllt und warum er nachgefragt wird …

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 09:13

  15. auf jeden fall ist es etwas naiv, höhere löhne zu fordern, wenn doch das wirtschaftssystem auf wettbewerb ausgerichtet ist. oder plädieren die jetzt auch für ne gebührenerhöhung? – denn der öffentlich-rechtliche rf ist der versuch, wettbewerb im mediensektor zumindest etwas auszubremsen. gleiches gilt für die (sicherlich reformbedürftige) presseförderung in ö.
    journalistInnen anzupampen, ist auch jenseitig, und man fragt sich, ob die angehörigen der spaßtruppe schon mal in ein linkes medök-werk geschaut haben.

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 09:24

  16. Polylux war zwar Ziel der Aktion, steht aber stellvertretend für weite Teile der Medienlandschaft, für die Recherche in erster Linie ein Kostenfaktor darstellt.

    ich würde ja sagen: alle teile der medienlandschaft. und: das nennt sich kapitalismus. und: moralisieren nützt da nix.

    einer meiner kommentare hängt in der moderation. und ist vorbei mit spamen. :)

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 09:39

  17. auf jeden fall ist es etwas naiv, höhere löhne zu fordern, wenn doch das wirtschaftssystem auf wettbewerb ausgerichtet ist.

    genau, gewerkschaften zB sind ja auch total überflüssig

    Comment von bigmouth — 15. April 2008 @ 11:26

  18. natürlich kannst von nem betrieb, der seine produkte mehr schlecht denn recht an die menschen bringt, weil sie nunmal nicht nachgefragt werden, lohnerhöhungen fordern. danach kannst dir ne neue stelle suchen, weil der betrieb im wettbewerb schlecht aussteigt.
    wenn, dann muss man nicht teile kritisieren, sondern ganz grundsätzlich die art und weise, wie das mediensystem organisiert ist.

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 12:40

  19. zB buchverlage: die meisten kleinen verlage zahlen keine ordentlichen löhne, trotz förderungen. nicht weil die chefs geldgierig sind, sondern weil die aufgrund mangelnder nachfrage (trotz buchpreisbindung) fast nix absetzen. bei massiven lohnerhöhungen gehen die halt einfach nur pleite. im gegensatz zu konzernen, die über trash, der sich bestens absetzt, auch mal spaßeshalber was halbwegs niveauvolles querfinanzieren, der reputation wegen.

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 12:46

  20. zu 17 noch kurz: und das ist dann ja auch der grund, weshalb gewerkschaften schlussendlich i.d.r. kuschen. weil sie sich da selber nix vormachen.

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 12:54

  21. super waiting, wenn du’s auf “selbst gewählte inhalte platzieren” muenzt … klar. dann vergleich’s doch gleich mit deinem blog …

    Comment von tee — 15. April 2008 @ 13:56

  22. ach tee …

    naja, laura, ich finde lohnforderungen schon immer berechtigt, wenn auch reformistisch. v.a. ist es eine gefährliche logik, sich auf solch betriebswirtschaftliches denken einzulassen, weil man dann eben genau bei den sozialpartnerschaftlichen gewerkschaften landet, die nur dann und mit ebender begründung auf den plan treten, der betrieb, die branche oder der standort sei gefährdet, und sich damit schon das denken in ökonomischen kategorien zu eigen machen.

    Comment von waiting — 15. April 2008 @ 19:44

  23. ich argumentiere nicht betriebswirtschaftlich, meine ich zumind.

    Profitmaximierung ist im Kapitalismus, insofern auch im Mediensystem, keine Ursache für gesellschaftliche Probleme, sondern im Gegenteil ein vielfach legitimierter, alltäglicher ökonomischer Imperativ für die Kapitaleigner.

    http://www.sbg.ac.at/ipk/abteilungen/medoek/pdf-files/knochework99.pdf

    unternehmerInnen haben idr nicht die möglichkeit, zw. „gut“ und „böse“ zu entscheiden.

    knoche, hier groß

    Comment von Laura — 15. April 2008 @ 23:37

  24. Aber bei den prekarisierten Kreativen gibt es keine reformistische Gewerkschaft, wenn die nun diesen Job selbst in die Hand nehmen, statt mit den zwingenden Logiken des Marktes im vorauseilenden Gehorsam d‘accord zu gehen, finde ich das nicht schäbig. Für die gibt es nicht mal diese lahme Gewerkschaft, da werd ich den Teufel tun, sie dafür zu schelten, dass sie das Thema selbst auf den Tisch packen, auch wenn bei der Form, die sie gewählt haben die soziale Revolution nicht gleich vor der Tür steht.

    Comment von besserscheitern — 16. April 2008 @ 00:10

  25. ich habe nicht prekär beschäftigte kritisiert, sondern die hi. ich bin ja auch nicht gegen per se den reformistischen öffentlich-rechtlichen rf oder gegen die österr. presseförderung.
    ich kann daher auch nicht wirklich nachvollziehen, wieso sich der spaßtrupp den öff-recht rf geschnappt hat, denn in diesem bereich wird man die wenigsten prekär beschäftigten finden, zb. weil der wettbewerb abgebremst wird. und über programmaufträge sind die öffis auch zu info verpflichtet. weil die nachfrage diesbezüglich übergangen wird.
    dort kann man auch lohnerhöhungen fordern, klar, aber dann müssen die gebühren erhöht werden – genau das war meine anschließende frage.

    reformen: meinetwegen. aber bitte überlegt. (es gibt auch menschen, die fordern die streichung aller werbung bei den öffis, ohne sich gedanken zu machen, wieso das private freut und was die folgen wären – kann ich auch nicht leiden.)

    zudem habe ich geschrieben: journalistInnen anzupampen, ist jenseitig.

    Comment von Laura — 16. April 2008 @ 07:19

  26. „dort kann man auch lohnerhöhungen fordern, klar, aber dann müssen die gebühren erhöht werden – genau das war meine anschließende frage.“

    genau das meine ich mit bwl-denken:
    es könnten ja genauso die staatlichen zuschüsse erhöht werden, und die kohle von sonstwo genommen werden. zb streichung der armee.

    und selbst wenn gebührenerhöhung:
    mir doch egal, wenn ich für 400 euro da ein praktikum mache, oder für 1.000 euro vollzeitjob, da zählt doch erstmal mein borniertes interesse an mehr kohle für essen, bücher, tanzen, drogen und kalligraphie, und ich muss mir nicht gleichc den kopf der nation machen.

    Comment von waiting — 16. April 2008 @ 19:14

  27. wollen in „“ ist irgendwie bescheuert. die leute wollen das tatsächlich. deine unterstellung, dass das guteschönewahre für sie viel besser wäre, und sie das unter besseren bedingungen ja wollen würden, erscheint mir so vorrausetzungsreich wie wohl kaum zu verteidigen. fast so schlimm wie wenn klassik-hörer über popmusik reden

    Comment von bigmouth — 16. April 2008 @ 23:19

  28. was ist denn ein unauthentisches bedürfnis? und wie erkennt man es? du scheinst tatsächlich von so etwas wie objektiven, richtigen, wahren usw, ja vernünftigen bedürfnissen auszugehen. ich denke, das ist ein fehler

    welche alternativen medien meinst du eigentlich? Ö-R allgemein? sorry, für mich persönlich ist, was dort geboten wird, nicht besonders interessant. radio & fernsehen spielen in meinen nachrichtenkonsum kaum eine rolle. und eine besonders positive rolle in der öffentlichkeitsinformation sehe ich daa uch nicht, deswegen sehe ich ihnen auch kein bollwerk gegen verdummung. das halte ich f eine sehr optimistische einschätzung

    ganz ähnlich: kunstförderung unter bedingungen der warengesellschaft, ihre subventionierung usw interessiert mich nicht besonders. es werden da haufenweise sachen für bildungsbürger-habitus produziert, die mich nicht kümmern. ich gucke lieber battlestar galactica als modernes theater

    da haben medien- und kulturschaffende genau so viel solidarität wie landwirte oder handyschrauber verdient

    Comment von bigmouth — 18. April 2008 @ 00:29

  29. 1. glaubst du wirklich, dass derartige sendungen, zB „deine chance – ein job, drei bewerber“, unabhängig von den verhältnissen auf ne relativ hohe nachfrage stossen?

    Drei Bewerber kämpfen um einen Ausbildungsplatz, doch nur einer gewinnt. Die Konkurrenz ist hart – für zwei von ihnen zu hart. Es gilt seinen Job ordentlich zu machen, die Chefs zufrieden zu stellen und sich von seiner besten Seite zu zeigen. Nur wer in allen Disziplinen punktet, bekommt den Lehrvertrag. Wie schlagen sich die drei angesichts ihrer Konkurrenten? Wie verstehen sie sich mit dem Chef? Wann wird der Mitstreiter zum schlimmsten Feind im Rennen um die begehrte Stelle? Diese Fragen stellt “Deine Chance!” in jeder Folge der neuen täglichen Doku-Soap auf ProSieben.

    2. ne, ich meine zB alternative zeitschriften („3. sektor“). aufgrund der sog. „kleinstaatenproblematik“ ist hier die lage in ö noch etwas verschärft.
    in ö gibts dafür ne publizistikförderung, die aber mini ist und auch nicht alle kriegen. reformbedürftig.
    http://www.fibrig.net/?page_id=86

    3. streich die öffis, orf, arte, 3sat – und die filmförderung etc. dann mal ein paar jahre abwarten – und reden wir noch mal drüber.

    4. medien sind keine ware wie jede andere. vllt liest du dich mal ein.

    Comment von Laura — 18. April 2008 @ 07:16

  30. meier

    Comment von Laura — 18. April 2008 @ 07:28

  31. dein spamfitler scheint hier sachen v laura gefressen zu haben, waity

    Comment von bigmouth — 19. April 2008 @ 10:42

  32. ja, ist wieder da. seltsam, hatte die bereits freigegeben und dann wurden sie erneut von spam karma einkassiert.

    Comment von waiting — 19. April 2008 @ 13:28

  33. laura, es gibt überhaupt keine bedürfnisse „unabhängig von den verhältnissen“. zumindest ihre form wird immer durch diese mitbestimmt – vielleicht mit der ausnahme von atemluft. insofern ist dieser rekurs auch „vernünftige bedürfnisse“ komisch, weil er offenbar ganz viel über richtige verhältnisse weiß, die richtige bedürfnisse hevrobringen sollen

    zum rest: ich teile eifnach deien gute meinung zu kritschem journalismus und dessen möglichkeiten nicht

    zu 3.: in den USA hat die kombination von serien-staffeln-dvds und pay-tv und auslandsverkäufen zu ergebnissen geführt, gegenüber denen sich noch jede deutsche produktion nur verstecken kann. insofern halte ich den untergang des abendlandes in diesem bereich für unwahrscheinlich

    Comment von bigmouth — 19. April 2008 @ 15:56

  34. 1. ok
    2. ist ja auch reformismus
    3. aber es geht eben nicht um serien

    Comment von Laura — 20. April 2008 @ 10:07

  35. ich lande zu 99,9% im spamfilter. :(

    Comment von Laura — 20. April 2008 @ 14:53

  36. nicht übertreiben, es sind nur um die 50%
    ;)

    ja, echt nervig, werfe jez aber regelmäßig einen blick in spam karma

    Comment von waiting — 22. April 2008 @ 21:09

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