‚Endlich!‘ als vergangenheitspolitisches ‚So!‘

22. Januar 2008

Wenn der Ausruf ‚So!‘ nach Definition eines Frankfurter Underground-Linguisten der laut-gewordene Arbeitsfetisch ist, dann ist wohl ‚Endlich!‘ sein postnazistisches Äquivalent, der wort-gewordene Schlussstrich, der Walser der deutschen Sprache. Wie das nach getaner Arbeit unwillkürlich entfahrende ‚So!‘ den Stolz auf die vollbrachte Leistung und den dadurch legitimen Wechsel zu Fussball und Feierabendbier anzeigt, so rekurriert das ‚Endlich!‘ („Endlich kann man wieder …/Endlich dürfen wir wieder …“) auf den Abschluss der entbehrungsreichen Phase der Vergangenheitsbewältigung, an deren Stelle die modern-lockere Berliner Republik mit Party-Nationalismus und Beck’s Gold getreten ist.


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