Sind die Elefanten die Arne Hoffmanns der Fauna?

18. Januar 2008

Bobby Fischer, Schach-Weltmeister von 1972, ist gestorben.

Bobby Fischer hatte nicht nur ein Händchen für Schach, sondern auch eine Aversion gegen Juden, die er recht freimütig ausplauderte. Der Tagesspiegel protokolliert seine Weltanschauung:

„An Fischer schieden sich die Geister. Er hetzte gegen Frauen – „sie sind allesamt schwach, alle Frauen, im Vergleich mit den Männern sind sie dumm“ – und gegen Juden – „es gibt zu viele Juden im Schach, sie haben dem Spiel seine Klasse genommen“. Auch gegen „jüdische Diebe, Betrüger und Verschwörer“ zog Fischer regelmäßig vom Leder. Denn er war – jedenfalls früher – Antisemit und Hitler-Verehrer. Im Frühjahr 1968, vier Jahre vor seiner Weltmeisterschaft, zog der damals 25-Jährige von New York nach Kalifornien. Dort liest er Hitlers „Mein Kampf“. Gerüchten zufolge soll sogar ein Hitler-Porträt über seinem Bett gehangen haben. Fischers Hass prägt sich immer stärker aus. Im Mai 1999 sagt er in einem Radio-Interview auf den Philippinen: „Amerika ist völlig unter Kontrolle der Juden. Die Außenministerin und der Verteidigungsminister sind dreckige Juden.“ Er selbst werde von „CIA-Ratten, die für Juden arbeiten“ verfolgt.
[…]
Am 11. September 2001 wiederum war es Fischer persönlich, der bei einer obskuren Radiostation auf den Philippinen anrief. Das Genie war euphorisch. Die Anschläge auf das World Trade Center lobte er in den höchsten Tönen. „Das ist wunderbar. Amerika muss ein für allemal vernichtet werden“, sagte der Fischer. „Die Amerikaner und Israelis haben jahrelang die Palästinenser abgeschlachtet, ausgeraubt und abgeschlachtet. Keiner hat sich darum gekümmert. Nun trifft es die USA selbst. Fuck the US. Amerika muss ein für alle Mal vernichtet werden.“

Soweit das bekannte Antiimp-Geseier von USrAöl, dem 11.9. und der Weltherrschaft einer kleinen radikalen Minderheit. Wesentlich origineller und lustiger kommt dagegen Fischers These vom Kampf der penisneidischen Juden gegen die Tierwelt, wie G‘tt sie schuf, die vor einigen Jahren in einem taz-Artikel angerissen wurden:

„Die Anhänger des königlichen Spiels sehen ihrem Größten nach, dass der Sohn jüdischer Eltern krude antisemitische Thesen vertritt. So hätten sich die Juden gegen Elefanten verschworen, weil dessen Rüssel ein „unbeschnittenes Penis-Symbol“ sei, verbreitete Fischer ernsthaft in einer seiner Radio-Hasstiraden.“

Wenn ihr also demnächst eine Herde rüsselloser Elefanten durch die Straßen traben seht, wißt ihr: die Juden sind wirklich an Allem schuld*.

*Jetzt gehen sie wirklich zu weit: ahnungslosen Elefanten Heroin unters Futter mischen! Hoffmann, übernehmen Sie!


1 Kommentar

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  1. ich meine mich zu erinnern, dass er auch der ansicht war, die cia hätte ihm wanzen als zahnplomben implantiert, um ihn abzuhören

    Comment von bigmouth — 19. Januar 2008 @ 14:38

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