Kriminelle Schläger ausweisen!

17. Januar 2008

In der Ausgabe vom 5. Januar brachte [die BILD-Zeitung] ein Interview mit der Mutter des Münchner Schlägers, in dem sie sich nicht nur bei den »Deutschen« entschuldigte und auf die deprimierende familiäre Situation, auf den Teufelskreis von Armut, Vernachlässigung und Gewalt hinwies, sondern auch die Umstände schilderte, unter denen sie nach der Tat ihres Sohnes mit der Polizei in Kontakt kam: »Dann kam das SEK. Sie haben die Tür eingetreten, mich aufs Bett geschmissen und festgebunden. Dann haben sie mir gesagt, dass sie meinen Sohn suchen.« Die Mutter von Serkan A., Naciye A., ist 62 Jahre alt. Auf dem Bild wirkt sie wie eine abgearbeitete und erschöpfte Frau.

Dieser offen dokumentierte Skandal scheint bisher niemandem aufgefallen zu sein: Ein bis an die Zähne bewaffnetes Sondereinsatzkommando (SEK) überwältigt eine ältere Dame und fesselt sie, als stünde sie im Verdacht, gewaltsamen Widerstand zu leisten. Dass hier von „Verhältnismäßigkeit“ keine Rede sein kann, liegt auf der Hand, und man fragt sich, wer diesen Einsatz zu verantworten hat. Bisher jedenfalls hat sich kein „mutiger Staatsanwalt“ gefunden, der diesem Übergriff nachgegangen ist und eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht hat.

[Quelle]


3 Kommentare

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  1. […] ps: alle reden über koch. ich nicht. mehr zum thema aber bei beauty, nichtidentisches, crisco connection, der zeit, waiting und lysis. […]

    Pingback von subwave - exakt neutral :: gar nicht schlau: die gruppe morgenthau. — 18. Januar 2008 @ 21:33

  2. […] eigentlich ist es nun ueberhaupt nicht der zweck dieses blogs, sich mit den ereignissen zwischen oder und rhein, die manchmal so gerne maas und memel waeren, auseinander zu setzen. das unglaeubige kopfschuetteln, mit dem man nun aber ueber den grossen teich blickt, die hilflosigkeit die sich einstellt, wenn man in die zeitungen oder podcasts vom kartoffelacker blickt, die sind vielleicht doch teil einer ueberseeerfahrung die man aufschreiben sollte. ueber die ereignisse, die dazu fuehrten, dass der wahnsinn sich bahn bricht, muss ja an dieser stelle nichtmehr aufgeklaert werden. zwei jugendliche, die zur heimlichen freude der urteilenden keinen deutschen pass haben, werden von einem sehr deutschen rentner darauf hingewiesen “dass das rauchen in deutschen ubahnen verboten ist” und treten ihn daraufhin zusammen. der rentner landet fuer zehn tage im krankenhaus, die jugendlichen werden fuer bis zu zehn jahre im gefaengnis landen. auch dass wahlkampf ist und das, was in einem herr koch so denkt, kann ich wohl als gegeben vorraussetzen. seit sophokles weiss jeder, dass die jugend verroht ist. da nuetzt es eben nichts zu sagen, dass jugendkriminalitaet seit jahren ruecklaeufig ist, dass 90% der streiche im “fliegenden klassenzimmer” heute vermutlich schon in den jugendstrafvollzug, auf jeden fall aber in die jugendkriminalitaetsstatistik fuehren wuerden, dass “auslaendische” jugendliche, wenn man soziale stellung und/oder bildung als variable in die statistik mit aufnimmt sogar weniger straffaellig werden, als ihre doitschen alterskameraden, das ist hinlaenglich bekannt. hilft aber nix. nun aber: die ZEIT, nicht gerade der hort von scharfer polemik und kritik, hat einen redakteur. dieser insasse des deutschen feuilletons tat etwas fuer seine zunft sehr ungewoehnliches, weil richtiges: er erlaubte sich zu fragen, was menschen wohl dazu bringt, jemanden so zusammen zu treten. zeit, videostream und kommt, oh schreck, zu dem schluss, dass es wohl nicht ganz zufaellig ist, wer da durchtillt. das sagt er noch nicht einmal. was er sagt ist noch viel leiser und vorsichtiger (die unsicherheit ist dem armen kerl foermlich anzusehen. er weiss wohl mit wem er sich grade anlegt): die normalitaet von demuetigung und gaengelung in deutschland mag der druck sein, der sich in dem gefilmten exzess sein ventil sucht. was daraufhin losbricht gibt dem angeklagten recht: er sei “krankhaft deutschenfeindlich”, er, das “offensichtlich kaputte relikt der 68er” solle doch, nein, nicht nach drueben gehen, sondern: “den schaedel eingetreten bekommen” (wie waers denn mit vergasen?). denn er verteidige (was er mit keinem wort getan hat) “menschen, denen noch nichteinmal die primitivsten verhaltensregeln beigebracht worden sind” und die den rentner “mit fusstritten hinrichten wollten”. in dieser verkehrung wird es noch deutlicher: hingerichtet werden sollte nicht der rentner. die beiden haben ihn zusammengeschlagen. hinrichten will die beiden die aufgebrachte meute, die die ganze zeit so tut, als haetten die beiden dafuer einen lolli bekommen und waeren zu mama geschickt worden (zum unnoetigen gegenbeweis genuegt, wenn man denn will, wie hier nachlesen kann, sogar ein blick in die bild). und das rauchverbot in deutschen ubahnen als “primitivste verhaltensregeln” zu bezeichnen ist mehr als seltsam: welch barbarei muss in laendern herrschen, wo in ubahnen immernoch geraucht werden darf? es genuegt eben nicht keine gedanken zu haben, man muss auch unfaehig sein sie auszudruecken. (alle zitate aus den kommentaren, die auf das video folgten). heine hatte, als er von “germanias antlitz” sprach, poetische massstaebe angelegt. in der sache muss man hingegen mit der titanic sagen: deutschland hat kein antlitz. noch nichtmal ein gesicht. deutschland hat eine angstverzerrte fratze. oder mit karl kraus: “…das verdaechtige am patriotismus ist nicht so sehr der hass auf andrer leute vaterlaender als die liebe zum eigenen…” und weil ich darueber so wuetend bin, verlinke ich jetzt hier noch einen text, den ich beim googlen (hah!, fuck deutsche sprache!) gefunden und erst voellig wahnsinnig fand. seine plausibilitaet erschliesst sich aus den antworten. die sache hat der kritik recht gegeben. serkan hatte keine chance und bevor die frage kommt: ich weiss und glaube nicht, dass “es” hier “besser ist”. ich bin grade nur mal wieder traurig darueber, wie es “da” ist. weil ich eben manchmal ganz leise an das gute glaube. ich hippie. […]

    Pingback von widerlich, pervers und deutschenfeindlich | los angeles und andere gemeinheiten — 19. Januar 2008 @ 00:20

  3. […] Zwar wird das rassistische Regime der BRD von morgenthau noch pflichtschuldig als “widerwärtig” und “abscheulich” gebrandmarkt, doch erscheinen diese pejorativen Adjektive wie Reminiszenzen an die eigene politische Sozialisation, die kaum noch mit der eigenen Fixierung auf den Islam kompatibel sind. Denn wie ist es zu erklären, dass Koch einerseits als “deutscher Ideologe” aufgefasst wird, andererseits seine Forderung nach einem Burka-Verbot verteidigt wird? morgenthau tut hier so, als ob der eine Koch in zwei Kochs zerfalle: den bösen Koch-gegen-Ausländer und den guten Koch-gegen-Islam, dem nicht nur beizustehen, sondern dessen Anliegen sogar noch expliziter gefasst werden müsste. Dabei ist offensichtlich, dass eine solche Trennung ein Produkt der Phantasie – vermutlich des latenten Wunsches nach einer politisch korrekten Islamkritik durch die deutschen Eliten – ist, die der Prüfung durch die Realität nicht standhält: bildet für Koch der Kampf gegen die ausländische Jugendgewalt und sein Kampf gegen die fremde Kultur des Islam, symbolisiert durch Burka und Schächten, eine untrennbare Einheit. Der Islam gerät Koch zur Triebfeder und zum Statthalter des Dunklen, des Bösen, der Gewalt, die doch das innere Wesen des Kapitals und seiner bewaffneten Staatsorgane ist. […]

    Pingback von Wartezeit überbrücken … :: Wie die gruppe morgenthau lernte, den Staat zu lieben — 19. Januar 2008 @ 16:09

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