Null Niveau, nirgends

31. Januar 2008

„ich habe jehre lang in einigen firmen gearbeitet die ihre arbeit ins ausland verlagert haben um kosten zu spaaren. aber diese firmen haben sich nicht so verhalten wie nokia!!! das ist ein nivou bei denem einem die worte fehlen.“

birte bei sag-nokia-deine-meinung.de


25. Januar 2008

Wie hält man wohl Leute, die vor einigen Tagen vorhatten, ‚in die Steckdose zu fassen‘ und daraufhin 48 Stunden ans Bett ‚fixiert‘ wurden, per Telefon dauerhaft vom Suizid ab?

Besondere Kennzeichen:
paranoide Psychose, seit Jahren in Psychiatrien, Rehas und betreuten Wohngemeinschaften zwischen- oder endgelagert, derzeit Tavor-Entzug.

Erfahrungen und Tipps bitte in der Kommentarspalte.


Hippie Rotation

25. Januar 2008

Zur Zeit auf heavy rotation:

Hippie-Shit at it’s best.


Aktenzeichen XY … unversöhnt

22. Januar 2008

Ulrike Meinhof analysierte in der konkret Nr. 17/1968 den Erfolg des Kinder- und Kriminellenschrecks ‚Aktenzeichen XY … ungelöst‘:

„Die von der Sendung ausgehende Suggestion aber dürfte dem Bedürfnis vieler entgegenkommen, aus der Rolle des Befehlsempfängers im Beruf und des Konsumenten in seinem Privatleben einmal herauszukommen, aus der permanenten Ohnmacht, Spielball zu sein, nicht Subjekt des eigenen Lebens, sondern Objekt fremder Interessen. Das Gefühl, einflußlos zu, sein, dass die oben ja doch machen, was sie wollen, das Gefühl der Isolation in der eigenen Wohnstube, das Bedürfnis, mit der Faust auf den Tisch zu hauen – dem allen kommt die Sendung entgegen, deshalb wird der Betrug ertragen, weil er einem Bedürfnis nach Selbsttätigkeit entspricht, dein Bedürfnis, keine Null, kein Rädchen im Getriebe, sondern einzelner, ein als einzelner Angesprochener zu sein, auf den es als einzelnen ankommt.

Die Deutschen haben
Die Deutschen haben – wie wir wissen von Politik die Nase voll, sie können sich politisches Engagement weitgehend nur noch als nationalsozialistisches vorstellen, womit sie reingefallen sind. Nun kommt der Herr Zimmermann und sagt ihnen, sie müssten bei der Verbrechensbekämpfung helfen, sonst käme ein, neuer Hitler und täte, es für sie. Demnach war Hitler also ein Verbrechensbekämpfer, dabei ist er über das Ziel hinausgeschossen, gewiss, weshalb wir dem nächsten zuvorkommen sollten, selbst Sauberkeit im Staat herstellen, jeder sein eigener starker Mann, selbst groß. Womit das Gefühl der Größe, das Hitler,den Deutschen gab, herüber gerettet wäre. Womit auch die Anhänglichkeit der Deutschen an ihren Führer eine späte Rechtfertigkeit erfährt, womit die Bereitschaft der Deutschen, sich politisch zu engagieren; wieder geweckt werden könnte, die historische Kontinuität wieder hergestellt – den Deutschen Gelegenheit gegeben wäre, sich von den Demütigungen der Nachkriegszeit zu erholen.“

[via indy]


‚Endlich!‘ als vergangenheitspolitisches ‚So!‘

22. Januar 2008

Wenn der Ausruf ‚So!‘ nach Definition eines Frankfurter Underground-Linguisten der laut-gewordene Arbeitsfetisch ist, dann ist wohl ‚Endlich!‘ sein postnazistisches Äquivalent, der wort-gewordene Schlussstrich, der Walser der deutschen Sprache. Wie das nach getaner Arbeit unwillkürlich entfahrende ‚So!‘ den Stolz auf die vollbrachte Leistung und den dadurch legitimen Wechsel zu Fussball und Feierabendbier anzeigt, so rekurriert das ‚Endlich!‘ („Endlich kann man wieder …/Endlich dürfen wir wieder …“) auf den Abschluss der entbehrungsreichen Phase der Vergangenheitsbewältigung, an deren Stelle die modern-lockere Berliner Republik mit Party-Nationalismus und Beck’s Gold getreten ist.


Vergessen- und Versessenheit

22. Januar 2008

Maxim Biller sprach schon vor über einem Jahrzehnt, in einem Zeit-Artikel von 1996, die Gründe für die zwischen Geschichtsvergessenheit und Gedenkversessenheit schwankende Haltung der Deutschen aus:

„Natürlich erklären Deutsche jedesmal, wenn sie zu ihrem Gott Holocaust beten, sie müßten es deshalb tun, damit so etwas kein zweites Mal passiert. Nett gelogen, Land von Mölln, Rostock und Hoyerswerda! Wenn sie dann aber auch noch erklären, sie, die Jungen, Neuen, Anderen, fühlten sich für die Taten ihrer durchgedrehten Omas ‚n‘ Opas verantwortlich, glaube ich ihnen überhaupt kein Wort. Denn das ist genauso absurd, als wenn heute ein Jude sagen würde, er war vor dreitausend Jahren Sklave in Ägypten. Ich weiß, das sagt er ja auch, an Pessach, Jahr für Jahr. Er sagt es aber nicht, weil ihm etwas leid tut, sondern weil er so mit der Geschichte seines Volkes verschmelzen kann – und damit auch mit seinem Volk. Sagen Deutsche also in Wahrheit vielleicht aus dem gleichen Grund immer wieder „Ich war Aufseher in Treblinka“ oder „Ich habe geschwiegen, als die Familie Levi verschwand“? Ich glaube, ja. Aber sie würden es niemals zugeben. Nur ganz selten rutscht es ihnen heraus, so wie dem immer etwas pathetisch auftretenden Soziologen Ulrich Beck, der schon mal ganz verzückt von „Auschwitz als deutscher Identität“ redet, oder dem wesentlich dezenteren ZEIT-Redakteur Gunter Hofmann, der, auf der Suche nach möglichen „nationalen Grundsubstanzen“, herausfindet: „Das Verbindende und Tragfähige muß zuallererst aus einem Verantwortungsgefühl für die eigene Geschichte, zumal auch für die zwischen 33 und 45, erwachsen.“
Das Holocaust-Trauma als Mutter eines endlich gefundenen deutschen Nationalbewußtseins? Was sonst! Was sonst als diese unglaubliche, unerhörte Tat – sowie ein noch nie dagewesener Weltkrieg – schenkte diesem seit Jahrhunderten geographisch, geistig und mental uneinigen, unfertigen Volk von einem Tag auf den andern den großen nationalen Topos, den Schlüsselbegriff, der alle, egal ob Linke oder Rechte, Bayern oder Friesen, Aufklärer oder Romantiker, mit einer solchen Wucht und Gewalt zusammenband wie kein Goethestück, kein Hambacher Fest, keine Bismarckverordnung vorher. Und darum also lieben die Deutschen den Holocaust so – vor allem die, die immer wieder sagen, daß sie von ihm nichts mehr hören wollen.“


Wie die gruppe morgenthau lernte, den Staat zu lieben

19. Januar 2008

Die gruppe morgenthau veröffentlicht einen Text zur Frankfurter Antifa und deren (Nicht-)Verhältnis zum Islam. En passant legt sie dabei die Menschheit auf die Couch („Das aufgeblähte aber leere Ich ist, daran gemessen, was sein könnte, witzloser Gag.“). Das morgenthau-Pamphlet benennt einige wichtige Punkte – die Antifa als Abenteuerspielplatz in objektiver Sinnlosigkeit, die naive Zivilgesellschafterei und Demokratieverfechterei der Anti-Nazi-Koordination und ihres Bandenchefs H.-C. Stoodt, das Getöse über organisierte NPD-Strukturen, welches sich als beredtes Schweigen über Genese und Gegenwart der deutschen Nation wie der islamistischen Gefahr erweist. Die gruppe morgenthau bedient sich jedoch einer Überzeichnung, die nicht mehr bloßes Stilmittel der Polemik ist, sondern ihre Ausführungen in ein schiefes Verhältnis zur Realität stellt. Die identitäre Fixierung auf die Linke und den Islam gebiert Widersprüche, die nicht mehr reflektiert werden, und schließlich die Kritiker_innen dort im wahrsten Sinne ankommen lassen, wo sie die Kritisierten verorten.

Der Reihe nach:

Zunächst fällt bei morgenthau die Verharmlosung der Nazi-Bedrohung auf, die als „Gruppe abgehalfterter Vereinsnazis“ und „Haufen politisch marginalisierter Trottel“ abgetan werden. „[I]n Frankfurt, wo das ostdeutsche Argument, gegen militante Nazis den Selbstschutz zu organisieren, nicht überzeugend“ sei, sei Antifaschismus – verstanden als Angriff auf Nazi-Strukturen – überflüssig. Dass es jedoch nicht allein glückliche Fügung, sondern auch die in Frankfurt bis in die 80er Jahre reichende Tradition militanter Angriffe auf offen auftretende Nazis war und teilweise ist, die ein größer dimensioniertes Nazi-Problem gar nicht erst entstehen ließ, wird verschwiegen. Ebenso die Rolle Frankfurts als Metropole in provinzieller Umgebung, in der, wie in den Dörfern des Taunus und der Wetterau etwa, Nazis und rechter Dorfmob mancherorts bereits die Hegemonie erringen konnten.
Konstatiert wird stattdessen eine bundesweite „allgemeine Wachsamkeit gegenüber beschmutzendem ‚Rechtsextremismus‘“, als ob der ‚Antifa-Sommer 2000′ ungebrochen bis heute fortdauern würde – was übrigens dann die Frage aufwirft, wieso selbst laut morgenthau weiterhin das „ostdeutsche Argument“ zieht.

Das Wissen um die Ambivalenz des Anti-Nazi-Kampfes, der ja nicht nur der Beförderung des modernisierten Images und dem WM-Patriotismus Deutschlands zugute kommt, sondern eben auch konkret einer Verhinderung von (mörderischen) Angriffen auf Migrant_innen, Jüd_innen und andere ‚Volksfeinde‘ dienlich ist, wird abgewehrt. Zurecht wird das Betteln der Anti-Nazi-Koordination um Wohlverhalten von Politik und Justiz als Missverstehen des „Staat[es] als schützende Instanz“ interpretiert. Empirisch schwach belegt, wird die Analyse jedoch unzulässigerweise auf jeden Antifaschismus – auch jenen, der sich allein aus taktischen Gründen in Pressemitteilungen über Polizeiübergriffe und Demoverbote empört – ausgedehnt.

Damit ist der (realexistierende) Antifaschismus in den Augen der gruppe morgenthau zur Gänze diskreditiert. An diese Delegitimation schließt sich die nächste Delegitimierung an: „Der generelle Hang zur Übertreibung endete in der absolut realitätsresistenten Rede von einem „way out “ – natürlich aus dem Kapitalismus“, denn „von Revolution zu reden [ist] bloß noch peinlich“. Gründe für dieses Diktum werden nicht angeführt – solche Generalurteile wirken ja offenbar desto imposanter, je weniger sie argumentativ unterfüttert werden. Andere, bei der gruppe morgenthau recht angesehene Denker, hätten gegen solch autoritäre Setzung vermutlich eingewandt, dass es umso verzweifelter für den Kommunismus einzutreten gelte, je unmöglicher seine Realisierung erscheine.

Statt der – tatsächlich vom umsGanze-Bündnis im peinlich-omnipotenten Post-Antifa-Gestus aufgeworfenen – Frage der Revolution und der sie vorantreibenden materialistischen Kritik sollten laut morgenthau angeblich (sic!) gänzlich davon divergierende Fragen diskutiert werden:

„Bei so viel Wichtigkeit stehen Fragen, die mit begründetem Recht als welche ums Ganze zu sein hätten, etwa der, wie antisemitischen Mordkollektiven im Iran oder anderswo entgegenzutreten wäre, erst gar nicht erst zur Diskussion.“

Wieder wird hier einesteils unbegründet eine Hierarchisierung der wünschenswerten Agenda der Linken und damit ein Hauptwiderspruchsdenken etabliert, anderenteils eine Dichotomie zwischen „antisemitischen Mordkollektiven“ und Antikapitalismus aufgemacht, die keine sein müsste, würde man sich auf eine materialistische Kritik des Kapitalismus und seiner diversen, zwischen Demokratie, Diktatur und islamistischem Regime changierenden Spielarten orientieren.

Hat man sich nun aber erstmal der lästigen Beschäftigung mit den Nazis und anderen deutschen Übeln sowie der communistischen Bewegung entledigt, kann man den Islam – ohne sich noch den Zwängen der Analyse auf dessen Konstitutionsbedingungen und Fraktionierungen hingeben zu müssen – zum neuen, alles überragenden Hauptfeind stilisieren. So schreibt morgenthau denn im Weiteren:

„Die NPD werde, so die Anti-Nazi-Koordination, stark gemacht von den Regierungsparteien, speziell von Roland Koch, der […] ein Burka-Verbot an hessischen Schulen forderte. Zweifellos, Roland Koch ist deutscher Politiker. Das genügt, um zu wissen: der Mann ist Ideologe. Statt den politischen Jargon […] zu kritisieren, kommen dem landläufig beschimpften Koch die linkesten seiner Kritiker skandalisierend […] und tun im Eifer des realpolitischen Einmischens so, als seien perennierende Gewalt und Verrohung der Sprache, des Verhaltens und der Ästhetik, dort, wo islamisch sozialisierte Jungmänner unter sich bleiben, kein wirkliches Problem. Koch, der abscheulicherweise von „Ausländern“ spricht und vielen, wenn auch längst nicht mehr den allermeisten Deutschen, wenn er die widerwärtige Praxis des Abschiebens befeuert, sagt, was sie hören wollen, wäre im aktuellen Fall […] zum Burka-Verbot nicht vorzuwerfen, dass er ein solches fordert, sondern, dass er die Forderung nicht präzisierend erweitert und statt von islamischer Alltagskultur von „ausländischen Jugendlichen“ spricht, womit er islamische Realitäten verharmlost und dazu beiträgt, dass Leute, die als nichtdeutsch Gebrandmarkte hier einfach nur leben wollen, genau dabei gestört werden. Eben weil er weiß, dass der Islam den Deutschen, gerade denjenigen, die neonationale und produktive Zukunftsarbeit für das Neue Deutschland leisten, ans Herz am wachsen ist, verzichtet er auf eine klare Sprache gegen die repressive „Scham –und Schuldkultur“ (A. Hirsi Ali) in islamischen Milieus.“

Zwar wird das rassistische Regime der BRD von morgenthau noch pflichtschuldig als „widerwärtig“ und „abscheulich“ gebrandmarkt, doch erscheinen diese pejorativen Adjektive wie Reminiszenzen an die eigene politische Sozialisation, die kaum noch mit der eigenen Fixierung auf den Islam kompatibel sind. Denn wie ist es zu erklären, dass Koch einerseits als „deutscher Ideologe“ aufgefasst wird, andererseits seine Forderung nach einem Burka-Verbot verteidigt wird? morgenthau tut hier so, als ob der eine Koch in zwei Kochs zerfalle: den bösen Koch-gegen-Ausländer und den guten Koch-gegen-Islam, dem nicht nur beizustehen, sondern dessen Anliegen sogar noch expliziter gefasst werden müsste. Dabei ist offensichtlich, dass eine solche Trennung ein Produkt der Phantasie – vermutlich des latenten Wunsches nach einer politisch korrekten Islamkritik durch die deutschen Eliten – ist, die der Prüfung durch die Realität nicht standhält: bildet für Koch der Kampf gegen die ausländische Jugendgewalt und sein Kampf gegen die fremde Kultur des Islam, symbolisiert durch Burka und Schächten, eine untrennbare Einheit. Der Islam gerät Koch zur Triebfeder und zum Statthalter des Dunklen, des Bösen, der Gewalt, die doch das innere Wesen des Kapitals und seiner bewaffneten Staatsorgane ist.

morgenthau, denen nicht einmal die offenkundige Wahnhaftigkeit eines solchen Burka-Verbotes auffällt – laut Landesausländerbeirat trägt keine Schülerin in Hessen dieses Kleidungsstück – verteidigt jedoch nicht nur Koch, sondern will ihn in seiner rassistischen Propaganda weiter anfeuern, spricht er doch noch „zu wenig“ vom Islam. Entgegen sonstiger, psychoanalytisch inspirierter Selbstreflektivität, verschwindet hinter dem morgenthau’schen Popanz des „Islam“ Ort wie auch Gegenstand ihrer Rede. Der Islam wird in seiner Praxis und seiner Verbreitung nicht näher beschrieben, erklärt, stattdessen werden recht beliebige Phänomene – Jungmänner, Burka, Verrohung der Sprache und Ahmadinedjad – angeführt und ein logischer Gesamtzusammenhang suggeriert. Der Popanz eines überall drängenden, alles bedrohenden Islam liqudiert die spezifische Differenz, ohne die Kritik keine Kritik mehr ist, sondern zur Ressentimentschleuder herabsinkt. Gemeint ist der bestimmte Unterschied zwischen dem Iran, wo der vernichtungswütige Islamismus sich mittels staatlichem Terror die gesamte Gesellschaft unterworfen hat, jede oppositionelle Regung mit Folter oder Tod bestraft und den jüdischen Staat mit Auslöschung bedroht – und Deutschland, dem postnazistischen Volksstaat, in dem der Islam von einer prozentual geringen, subalternen, teils patriarchal strukturierten und antisemitischen Community gelebt wird, die von der Mehrheitsgesellschaft ein Mal exotistisch-kulturalistisch verklärt, ein anderes Mal als barbarisch-fremd diskreditiert wird.

Wer diese Differenz einebnet bzw. auf das Wirken „eingeschworener, längst nicht mehr diskursleitender aber hüben und drüben real existierenden Rassistenkreise“ reduziert, lügt mit der Wahrheit. Und so ist es denn auch kaum noch verwunderlich, wenn der Staat – zuvor noch heftig gescholten – plötzlich als die bergende Institution erscheint, in der ein immerhin halb-rationaler Roland Koch drängende Probleme anspricht, die auch laut morgenthau mittels Verboten zu lösen seien. Genau jene Haltung, die dem zivilgesellschaftlichen Antifaschismus zu Recht attestiert wird – die autoritäre Sehnsucht, den Staat als Instrument gegen eine missliebige Minderheit zu gebrauchen – wird nun selbst eingenommen, in dem der Staat als Appellationsinstanz zur Einhegung des offenbar pars pro toto enthemmt-barbarisch auf den Boden rotzenden, Frauen unterdrückenden und Juden vernichtenden Islams angerufen wird.

Die gruppe morgenthau, angetreten gegen die „Kumpanei mit Staat und Volk“, erweist sich so gesehen als Verein freier Bürger_innen, der im deutschen Staat nicht den aufgepimpten Nachlassverwalter des Nationalsozialismus, sondern den bräsig-irregeleiteten, an sich jedoch guten Onkel, den man gegen ästhetisch defizitäre und politisch inkorrekte Minoritäten aufhetzen kann, erkennen mag.

Nachtrag:
subwave zu morgenthau
Bessere Texte zum hiesigen Islamdiskurs und zur materialistischen Islamkritik


Sind die Elefanten die Arne Hoffmanns der Fauna?

18. Januar 2008

Bobby Fischer, Schach-Weltmeister von 1972, ist gestorben.

Bobby Fischer hatte nicht nur ein Händchen für Schach, sondern auch eine Aversion gegen Juden, die er recht freimütig ausplauderte. Der Tagesspiegel protokolliert seine Weltanschauung:

„An Fischer schieden sich die Geister. Er hetzte gegen Frauen – „sie sind allesamt schwach, alle Frauen, im Vergleich mit den Männern sind sie dumm“ – und gegen Juden – „es gibt zu viele Juden im Schach, sie haben dem Spiel seine Klasse genommen“. Auch gegen „jüdische Diebe, Betrüger und Verschwörer“ zog Fischer regelmäßig vom Leder. Denn er war – jedenfalls früher – Antisemit und Hitler-Verehrer. Im Frühjahr 1968, vier Jahre vor seiner Weltmeisterschaft, zog der damals 25-Jährige von New York nach Kalifornien. Dort liest er Hitlers „Mein Kampf“. Gerüchten zufolge soll sogar ein Hitler-Porträt über seinem Bett gehangen haben. Fischers Hass prägt sich immer stärker aus. Im Mai 1999 sagt er in einem Radio-Interview auf den Philippinen: „Amerika ist völlig unter Kontrolle der Juden. Die Außenministerin und der Verteidigungsminister sind dreckige Juden.“ Er selbst werde von „CIA-Ratten, die für Juden arbeiten“ verfolgt.
[…]
Am 11. September 2001 wiederum war es Fischer persönlich, der bei einer obskuren Radiostation auf den Philippinen anrief. Das Genie war euphorisch. Die Anschläge auf das World Trade Center lobte er in den höchsten Tönen. „Das ist wunderbar. Amerika muss ein für allemal vernichtet werden“, sagte der Fischer. „Die Amerikaner und Israelis haben jahrelang die Palästinenser abgeschlachtet, ausgeraubt und abgeschlachtet. Keiner hat sich darum gekümmert. Nun trifft es die USA selbst. Fuck the US. Amerika muss ein für alle Mal vernichtet werden.“

Soweit das bekannte Antiimp-Geseier von USrAöl, dem 11.9. und der Weltherrschaft einer kleinen radikalen Minderheit. Wesentlich origineller und lustiger kommt dagegen Fischers These vom Kampf der penisneidischen Juden gegen die Tierwelt, wie G‘tt sie schuf, die vor einigen Jahren in einem taz-Artikel angerissen wurden:

„Die Anhänger des königlichen Spiels sehen ihrem Größten nach, dass der Sohn jüdischer Eltern krude antisemitische Thesen vertritt. So hätten sich die Juden gegen Elefanten verschworen, weil dessen Rüssel ein „unbeschnittenes Penis-Symbol“ sei, verbreitete Fischer ernsthaft in einer seiner Radio-Hasstiraden.“

Wenn ihr also demnächst eine Herde rüsselloser Elefanten durch die Straßen traben seht, wißt ihr: die Juden sind wirklich an Allem schuld*.

*Jetzt gehen sie wirklich zu weit: ahnungslosen Elefanten Heroin unters Futter mischen! Hoffmann, übernehmen Sie!


Lurie tot

17. Januar 2008

Die jungle world vermeldet den Tod des Überlebenden diverser Konzentrationslager und Mitbegründer der No!art, Boris Lurie. Lurie starb am 7. Januar diesen Jahres mit 83 Jahren in New York.

Hier findet ihr einen älteren Beitrag, den ich letztes Jahr anlässlich des Film „Shoah und Pin ups. Der NO!artist Boris Lurie“ schrieb.


Kriminelle Schläger ausweisen!

17. Januar 2008

In der Ausgabe vom 5. Januar brachte [die BILD-Zeitung] ein Interview mit der Mutter des Münchner Schlägers, in dem sie sich nicht nur bei den »Deutschen« entschuldigte und auf die deprimierende familiäre Situation, auf den Teufelskreis von Armut, Vernachlässigung und Gewalt hinwies, sondern auch die Umstände schilderte, unter denen sie nach der Tat ihres Sohnes mit der Polizei in Kontakt kam: »Dann kam das SEK. Sie haben die Tür eingetreten, mich aufs Bett geschmissen und festgebunden. Dann haben sie mir gesagt, dass sie meinen Sohn suchen.« Die Mutter von Serkan A., Naciye A., ist 62 Jahre alt. Auf dem Bild wirkt sie wie eine abgearbeitete und erschöpfte Frau.

Dieser offen dokumentierte Skandal scheint bisher niemandem aufgefallen zu sein: Ein bis an die Zähne bewaffnetes Sondereinsatzkommando (SEK) überwältigt eine ältere Dame und fesselt sie, als stünde sie im Verdacht, gewaltsamen Widerstand zu leisten. Dass hier von „Verhältnismäßigkeit“ keine Rede sein kann, liegt auf der Hand, und man fragt sich, wer diesen Einsatz zu verantworten hat. Bisher jedenfalls hat sich kein „mutiger Staatsanwalt“ gefunden, der diesem Übergriff nachgegangen ist und eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht hat.

[Quelle]