Linker Spam und Nazi-Zahnbürsten

28. August 2007

Der Spreeblick-Blog berichtet über eine großangelegte AdBusting-Aktion im entzückenden Wehrdorf Kreuzberg (wo sonst?). Mein Kurz-Fazit: ressentimentgeladene Motivation, wenig originelle Idee, harmlose Umsetzung, hässliches Design – eine glatte Sechs also.
Eine ähnliche Aktion gabs schon mal vor einigen Jahren, damals mit einer kritischen Intervention des G.I.Webteams bedacht. Ganz gutes Flugblatt, wenn auch die scheinbare Freiheit der Zirkulationssphäre nicht kritisch befragt, sondern undialektisch dem Zwang des totalen Kapitalismus entgegengesetzt wird.

Über Umwege bin ich über den Spreeblick auf einem User-Kommentar bei Hauptstadtblog gestoßen, der besonders widerlich daherkommt:

Gewege, Fundamente und Schilder sind nun also von diesem “Künstler” und seinen Unterstützern zu Müll erklärt worden? Ein Schmierfink von vielen die man dazu verdonnern sollte diese Sachen schrubbend mit einer Zahnbürste wieder von dem Müll zu befreien den sie da draufgekleistert haben!

Der solchermaßen rülpsende Retrodesignfan stellt sich mit seinem dentalhygienisch-sadistischen Sauberkeitswahn voll retro-mäßig in die Tradition rassenhygienisch-sadistischen Sauberkeitswahns – zwang die SA doch bekanntlich einst Jüd_innen, den arischen Gehweg mit Zahnbürsten für die Herrenmenschen zu reinigen.
Wieder einmal heißt es also:
Fragm., doch ungebr.


1 Kommentar

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  1. ressentimentgeladen? Weil sie Werbung nicht mögen? Wie jetzt?

    Comment von Rosmarin — 29. August 2007 @ 11:20

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