Linker Spam und Nazi-Zahnbürsten

28. August 2007

Der Spreeblick-Blog berichtet über eine großangelegte AdBusting-Aktion im entzückenden Wehrdorf Kreuzberg (wo sonst?). Mein Kurz-Fazit: ressentimentgeladene Motivation, wenig originelle Idee, harmlose Umsetzung, hässliches Design – eine glatte Sechs also.
Eine ähnliche Aktion gabs schon mal vor einigen Jahren, damals mit einer kritischen Intervention des G.I.Webteams bedacht. Ganz gutes Flugblatt, wenn auch die scheinbare Freiheit der Zirkulationssphäre nicht kritisch befragt, sondern undialektisch dem Zwang des totalen Kapitalismus entgegengesetzt wird.

Über Umwege bin ich über den Spreeblick auf einem User-Kommentar bei Hauptstadtblog gestoßen, der besonders widerlich daherkommt:

Gewege, Fundamente und Schilder sind nun also von diesem “Künstler” und seinen Unterstützern zu Müll erklärt worden? Ein Schmierfink von vielen die man dazu verdonnern sollte diese Sachen schrubbend mit einer Zahnbürste wieder von dem Müll zu befreien den sie da draufgekleistert haben!

Der solchermaßen rülpsende Retrodesignfan stellt sich mit seinem dentalhygienisch-sadistischen Sauberkeitswahn voll retro-mäßig in die Tradition rassenhygienisch-sadistischen Sauberkeitswahns – zwang die SA doch bekanntlich einst Jüd_innen, den arischen Gehweg mit Zahnbürsten für die Herrenmenschen zu reinigen.
Wieder einmal heißt es also:
Fragm., doch ungebr.


Vollassis

28. August 2007

Richtig dreckige Graffiti-Live-Action, passend mit Dj Shadow und Drum‘n'Bass unterlegt.
Zum Ende hin mit einer kleinen Prise Humor.


§ 129a für Deutsche

26. August 2007

Bereits am vergangenen Wochenende wurden auf einem Weinfest in Mainz zwei Migranten u.a. unter der Parole „Wir machen den Neger platt“ angegriffen (SpOn). In der Nacht von Freitag auf Samstag zogen nun 40 Randalierende durch Bützow (Mecklenburg-Vorpommern) und griffen dabei u.a. den Imbiss eines Pakistani an (LVZ).

Neben der Entbarbarisierung des Dorfes steht also auch die generelle Dissoziation und räumliche Isolierung der Deutschen ganz oben auf der Antifa-Agenda. Zur Umsetzung dieser Maßnahme ist bereits eine Kampagne „No Mob – Volksfest-Verbot jetzt!“ geplant, die anstelle des bürgerlich-reformistischen Antifaschismus der NPD-Verbotskampagne treten wird. Ziel ist die Verhinderung sämtlicher größer Menschenansammlungen in den geltenden Grenzen der BRD. Mittels einer Umwidmung des § 129a soll es ermöglicht werden, öffentliche Zusammenkünfte von mehr als drei Deutschen als rechtsterroristische Vereinigungen zu werten und mit Gefängnisaufenthalt bis zu 10 Jahren zu belegen.
Unterschriften bitte in der Kommentarspalte, einen Counter werde ich in den nächsten Tagen installieren.


Königspanther

26. August 2007

Noch vor der ersten Weezer, den alten Tocotronic, der Bad Religion-BestOf ‚All Ages‘, OP8 (Calexico-Sideprojekt ft. Lisa Germano), dem Prollo-Drum‘n'Bass von Aphrodite und der TechStep-Compilation ‚DarkZone‘ gerade der absolute Burner im CD-Player:
‚This Bliss‘ von Pantha du Prince, erschienen auf Dial. Welche mag, kann sich hier von Aram Litzel die geistige Nähe Pantha du Princes zum Marxschen Kommunismus erklären lassen. Besser aber: selbst kaufen/brennen/downloaden, anhören und abtauchen. Der Panther ist der König im auralen ‚Reich der Freiheit‘.

Und ein gar possierliches Tierchen noch dazu:

Pantha du Prince


Fragm., doch ungebr.

22. August 2007

Die Form des Titels ist ein Tribute 2 Jörg SundermeiersDer letzte linke Student

So wie ein Spambot das Internet nach dem @-Zeichen durchforstet, um, sobald gefunden, eine standardisierte Mail auszusenden, so scannt mpunkt sämtliche Blogs des Planeten nach dem Reizwort Demokratie, um dann seine standardisierte Message auszusenden. Wie es einem GSP-Jünger gebührt, werden nicht nur die altbekannten Floskeln aus dem gruppeneigenen Phrasengenerator („ganz normaler Nationalismus“, „Antifas als Idealisten des demokratischen Rechtsstaates“) verwurstet, sondern zur Krönung auch noch ein Zitat des vom demokratischen Rechtsstaat bezahlten GSP-Vordenkers/Führers/Chefpredigers Freerk Huisken eingebaut.
Same procedure as every time also.
Die folgenden Bemerkungen sind demzufolge auch nicht als Antwort auf die zur Politgruppe geronnene Aufklärungsresistenz gedacht. Der Beitrag von mpunkt dient lediglich als Aufhänger, um noch einmal in der gebotenen Kürze auf die folgende, tatsächlich missverständliche Formulierung aus dem gestrigen Posting „Gegen Mügeln und gegen Mitte“ einzugehen:

„An der Basis wurden durchaus ungebrochene nationalsozialistische Einstellungsmuster – oft fragmentiert, weniger als konsistent biorassistische Weltanschauung – konserviert und werden weiterhin recht ungebrochen von Generation zu Generation tradiert.“

Gemeint war zunächst die Banalität, dass die Existenz nationalsozialistischer Ideologie keineswegs durch den Sieg der Alliierten am 8. Mai 1945 erlosch. Wie auch, lebten ihre subjektförmigen Träger_innen nach 1945 doch im Dutzendmillionenpack fort, und besannen sich zum allergrößten Teil nicht eines Besseren. Auch die nachfolgenden Generationen brachen nicht im gebotenen Umfang mit ihren Vorfahren und derem ideologischen Ballast, sondern traten mehr oder weniger freimütig und bewusst deren Erbe an. Allerdings bedeutete die militärische Niederlage 1945 doch zugleich einen massiven Bruch, der zum Einen die öffentliche Artikulation des Nationalsozialismus in weiten Teilen verunmöglichte, sogar unter Strafe stellte, zum Anderen auch eine Umstrukturierung der deutschen Gesellschaft weg vom autoritär-volksgemeinschaftlichen Führerstaat hin zur zumindest formalen Demokratie nach westlichem Vorbild erzwang.
Wenn das Sein das Bewusstsein bestimmt, so ist kaum davon auszugehen, dass weiterhin die Mehrheit aller Deutschen sich gleichzeitig mit der formaldemokratischen BRD identifizieren wie auch den Prinzipien des „Dritten Reiches“ anhängen könnte. Die NS-Identifizierung ist eine gebrochene, die sich oft über explizite Distanzierung – von den „dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte“ ist dann die Rede – herstellt. Nur die Wenigsten hängen heute noch dem Wahn vom ewigen Krieg der Rassen an, der den Endkampf zwischen Ariern und Judentum und damit die biologische Ausmerzung aller Jüd_innen, die Versklavung Osteuropas sowie die alleinige deutsche Weltherrschaft mit sich bringe. Der Mythos vom Blut, von der Art, die jedes Individuum prädeterminiere und unauflöslich mit seinem Volk verbinde, wird kaum mehr geglaubt, ist out.
Eine in sich konsistente nationalsozialistische Weltanschauung ist derzeit in der BRD also nicht die Sache der Mehrheit.
Dennoch leben aus dem NS bekannte Ressentiments, Stereotypen, Feindbilder, Ideologiepartikel fort. Nicht mehr als selbstverständliches Element einer allumfassenden Welterklärung, sondern fragmentiert, versprengt, als Teil einer Sicht der Welt, die sich als normal, nicht-rassistisch, demokratisch versteht. „Die Ausländer“ sind nicht mehr die „kulturlosen Fremdrassigen“ und „arbeitsscheuen Untermenschen“, dennoch stinken sie, sind weiterhin faul und (!) nehmen uns die Arbeit weg, machen sich an unsere Frauen ran und überschwemmen unser Land. „Die Zigeuner“ sind nicht mehr „blutsfremde Parasiten“ und „kriminelle Asoziale“ qua Geburt, sondern leistungsunwillige Tagträumer, Mitglieder organisierter Diebes- und Bettelbanden, Betrüger und Wegelagerer ohne Sinn für Zivilisation, die in unsere Supermarktregale urinieren. Und „die Juden“ sind nicht mehr „bolschewistische Ostjuden“ und „die Volksgemeinschaft zersetzende Börsenjuden“, sondern ewige Moralisten, die aus der Vergangenheit Profit schlagen wollen, Heuschrecken, die Arbeitsplätze vernichten, und aggressive Israelis, die wie ein Stachel in der authochtonen arabischen Gemeinschaft wirken.
Alles hat sich also geändert – der einigende Rahmen der biorassistischen Welterklärung ist weggebrochen – und ist sich dabei doch so ähnlich geblieben. Die Feinde des Volkes sind ebenso (fast) die Selben wie die ihnen heutzutage entgegengebrachten auch den althergebrachten Stereotype ähneln. Quasi entideologisiert – da „Rasse“ kein hegemonialer Bezugspunkt mehr ist und die Akteure sich im Zweifelsfall immer auf die als legitim anerkannte Position des „unverbindlichen Ressentiments“ („Ich hab nichts gegen Ausländer, aber …“) zurückziehen können – werden sie außerhalb der politmedialkulturindustriellen Sphäre in ihrer Stoßrichtung und ihrem Inhalt beinahe ungebrochen weiter tradiert. Der alten Volksfeindlogik wurde der ideologische Ballast von „Aufnordung“, „Germanisierung“ und „Rassenunverträglichkeit“ subtrahiert, so dass sie als postmoderne Alltagsreligion den Erfordernissen und Verwerfungen der irregulär mäandernden Kapitalakkumulation flexibel anpassbar ist.
Und so kann heute ein 19-jähriger Schüler, der sich bei H+M einkleidet und Sportfreunde Stiller, Bushido oder Snoop Dogg auf dem ipod laufen hat, genau so an einem Pogrom teilhaben wie sein 79-jähriger Großvater im Jahr 1938, ohne dass sich der Enkel explizit in eine nationalsozialistische Traditionslinie stellen müsste: fragmentiert, doch ungebrochen.


Gegen Mügeln und gegen Mitte

22. August 2007

Die Mügeln-Debatte hat jetzt auch die große Politik erreicht: Wolfgang Thierse sieht den Standort in Gefahr (Video bei N24), ebenso wie der Chef der CDU-Fraktion im Bundestag, Kauder:
Gerade weil wir zurzeit diskutieren, wie wir ausländische Fachkräfte zu uns holen, ist dies eine ganz schlimme Botschaft.“ Spontan stellt sich die Frage, wie unmenschlich man sein muss, um beim Anblick von knapp dem Tod entronnener Menschen einzig und allein an deren Verwertbarkeit zu denken, keinen Gedanken außerhalb der Ökonomie fassen zu können. Inhalt und Form bzw. Termin der Reaktion sind eng verknüpft, der späte Zeitpunkt ist kein Zufall: sickerte die Nachricht von der Hetzjagd doch bereits über die Grenzen der BRD durch und wird mittlerweile weltweit diskutiert. Schlagzeilen wie „India concerned over German attack“ sind, das hat die Polit-Elite ganz richtig erkannt, dem nationalen Image abträglich und bedürfen der Korrektur, will man auch weiterhin die Exportweltmeisterschaft beanspruchen bzw. den Import der gerade so ersehnten Facharbeiter sicherstellen.

Mit den zunehmenden öffentlichen Distanzierungen von der Mügelner Hatz geht eine (scheinbare) Spaltung des Landes einher, welche sich grob mit dem einst von der Phase 2 vorgeschlagenen Modell des volksgemeinschaftlichen Kerns und der zivilgesellschaftlichen Hülle umschreiben lässt. An der Basis wurden durchaus ungebrochene nationalsozialistische Einstellungsmuster – oft fragmentiert, weniger als konsistent biorassistische Weltanschauung – konserviert und werden weiterhin recht ungebrochen von Generation zu Generation tradiert. In der Regel werden diese Ideologiepartikel im privaten und halb-öffentlichen Rahmen – Familie, Stammtisch, Betrieb, Dorffest – kommuniziert und dienen als Alltagsreligion sowie qua Feindbilderklärung als Kitt: Einigkeit durch Hass, denn wirklich lieben können Deutsche einander (und andere) nicht. Relativ selten werden diese Partikel aktiviert, die mörderischen Phantasien ausgelebt: meist genügt den Kleinbürger_innen ihre verbale Selbstbestätigung.

Kommt es dennoch zu offensichtlichen Mob-Aktionen, müssen diese entweder totgeschwiegen , oder, sollten sie doch in die massenmediale Öffentlichkeit geraten, eingehegt und ihrer Sprengkraft beraubt werden. Stellt sich der Mügelner Bürgermeister dumm und gibt sich damit, wie schon sein Pretziener Kollege im letzten Jahr, als Prachtexemplar der Gattung des bornierten, kurzsichtigen und offen reaktionären Provinzfürsten zu erkennen, der nicht weiter als bis zu seinem braunlackierten Gartenzaun denken kann und will, springt nun die Zivilgesellschaft ein, die sich ihrer Verantwortung für Deutschland vollkommen bewusst ist. Ihre Vertreter_innen fordern Zivilcourage, bestellen Runde Tische ein, konzeptualisieren und finanzieren Aktionsprogramme gegen Rechts und mahnen in Sonntagsreden, kurz: sie simulieren von oben/außen eine Demokratie, die realiter kaum vorhanden ist, und auf deren weißer Weste „die Nazis“ lediglich unschöne Schmutzflecken von der Größe eines Fliegenschiss darstellen. Kauder und der sonst stilsicherere Thierse geben ihrer Motivation, die der NS-Ideologie „Alles für Deutschland, und gehen wir dabei auch über Leichen“ nicht unverwandt ist, in ihrem Jammer um die Gefährdung des Standortes offen Ausdruck. Andere, wie etwa Anetta Kahane, meinen es sicher gut, ihre Bemühungen sind oft ehrenwert, doch ihr politischer Effekt fatal: werden sie doch vor allem darum in Reserve gehalten – abgespeist mit einigen finanziellen Brosamen und Ausstellungen, die niemandem weh tun –, um in solchen Fällen als Experten und Mahner wie auch als authentische Vorzeigedemokraten in den Ring zu steigen und damit das berühmte Ausland zu beruhigen.

Dieses Schicksal droht in schöner Regelmäßigkeit auch der autonomen Antifa, man denke nur an den Dank der Polizei an deren Adresse am 08.05.2005 nach der Verhinderung des NPD-Marsches in Berlin, wo die ach so militante und radikale ALB unfreiwillig zur Botschafterin des besseren Deutschlands geriet. Auch im Falle Mügeln könnte sich ein solches Szenario wiederholen (siehe die Berichte zur heutigen Demo in der Tagesschau
und bei SPON). Ein eher nichtssagendes Fronttransparent („Das Problem heißt Rassismus“) oder die folgende Passage aus dem Demobericht der an sich reflektierten Antifa RDL lassen nur geringes Problembewusstsein erkennen:

„Diese Nachricht geistert derzeit durch die gesamte deutsche Medienlandschaft. Und was passiert in Mügeln? Der Bürgermeister beteuert: In Mügeln gebe es überhaupt keine Rechtsradikalen. Komisch, dass gerade in Mügeln der Naziversand „No Colours“ beheimatet ist. Und das Wahlergebnis bei der letzten Landtagswahl spricht ja auch für sich, denn die 9,7% NPD-Stimmen im Landkreis waren ja bestimmt auch nichts anderes, als eine reine „Protestwahl“. Die Polizei tut sich selbst drei Tage nach dem Pogrom immer noch schwer damit, einen fremdenfeindlichen Hintergrund zu bestätigen.“

Wörtlich gelesen könnte man die Antifa RDL so interpretieren: Ganz Deutschland hat kapiert, wie in Mügeln der Hase läuft. Nur die Mügelner selbst wollen das Naheliegende nicht einsehen, da sie weiterhin die Existenz eines Nazi-Problems leugnen, und damit den Weg zu einer Lösung versperren.
Der Vorfall wird damit wieder, wie von CDU bis Linkspartei, auf die bloße Frage „Nazi oder Nicht-Nazi“ heruntergebrochen – als ob nicht auch CDU-Wähler (der volksgemeinschaftliche Kern) oder Rico Normalverbraucher aus der 12. Klasse des Gymnasiums Mügeln für solche Volksbelustigung zu gewinnen wäre. Wir erinnern uns: „vom Punk bis zum Skinhead waren alle dabei“.

Dem entgegen wäre es Aufgabe der radikalen Linken, sich nationaler Vereinnahmung in jedem Falle zu entziehen und das kritische Bewusstsein vom Fortleben des Nationalsozialismus in den verschiedenen, funktional ausdifferenzierten Facetten der deutschen Ideologie und der zugehörigen Alltagspraxis zu verbreiten, um diesem Treiben eines Tages die gebührende Antwort zu verpassen. Und mit gebührender Antwort ist keine 200-Leute-Demo, so nötig sie auch war, gemeint.


Deutschland sucht das Super-Dorf

21. August 2007

Classless fasst den Blogger-Kosmos zu Mügeln zusammen.
Dabei fällt mir ein, dass ich vor einigen Monaten großspurig eine Serie zur Barbarei des Dorfes im Allgemeinen mit Bezug auf das dörfliche Faible für Pogrome im Besonderen angekündigt hatte. Leider ist daraus nichts geworden, aufgrund von Zeitmangel und zunehmender Geringschätzung meines Blogs wie der Blogosphäre insgesamt liegt das Projekt auch für die überschaubare Zukunft auf Eis.

Dennoch einige Links zum Weiterlesen:

„Zerfallene Gesellschaft, Revisionismus, Nazis“: ein wirklich ungewöhnlich guter indy-Artikel zum Alltag in einer sachsen-anhaltinischen Kleinstadt.

„Algermissen: Demoaufruf nach Pogrom“: Nach einem sehr ähnlich strukturierten Vorfall wie in Mügeln – etwa 50 Personen griffen im Anschluss an ein Schützenfest ein Asylbewerberheim an – führten Antifas eine Demo gegen das Kaff durch.

„Alternative Fremdenverkehrswerbung im Landkreis Marburg-Biedenkopf“: Der zugezogene Dr. Ulrich Brosa berichtet live aus der Dorfgemeinschaft und dokumentiert die Angriffe des Mobs auf sein Haus und seine Person, die in schöner Regelmäßigkeit von der mit der braunen Bande verknüpften Polizei und Staatsanwaltschaft ignoriert werden (vgl. etwa den Artikel „Kirchweihfest“).

Nicht fehlen darf natürlich die gruppe 8. mai mit einem Hassgesang auf Neuhof, the home of Martin Hohmann, sowie cafe morgenland, die ihr politisches Oeuvre u.a. dem „judenreinen“ Ort Babenhausen gewidmet haben.

Zugabe:
„Grevesmühlen, oder: Wie eine mecklenburgische Kleinstadt die Antifa veränderte“, ein Artikel aus der Phase2.

Zudem fiel mir justamente ein, dass Anfang September zwei Veranstaltungen in Berlin zu Rostock-Lichtenhagen geplant sind. Bei Gelegenheit werde ich die entsprechenden Termine posten.

P.S.
Wer macht jetzt eigentlich die Demo gegen Mügeln? Ich bin dabei.


Mob Action.

19. August 2007

50 Deutsche hetzen acht Inder durch sächsisches Drecksnest:
tagesschau
Antifa RDL


antifa des Bewusstseins

18. August 2007

theorie – praxis – lokal proudly presents a weekend of radical antifacist theory:

Die NS-Kameradschaften und ihre staatlich ausgehaltene Mutterpartei NPD versuchen für den 7.7.2007 nach einem halben Jahrzehnt wieder einen erneuten Vorstoß nach Frankfurt am Main, diesmal im Rahmen der offen nationalsozialistischen »Antikap-Kampagne« gegen »Globalisierung« und für alle Werte, die sie der radikalen und reformistischen Linken in Deutschland wegnehmen können. Das sind einige, denn die deutsche Linke hat sich soeben selber weitgehend auf das Spektakel »gegen Neoliberalismus und kapitalistische Globalisierung« en masse »mobilisiert« und ihre »Kapitalismuskritik« auf Festivalformat gebracht. Dabeisein-um-jeden-Preis (den Preis für Rostock, in Schwerin gegen den bisher grössten angemeldeten NS-Aufmarsch gegen Kapitalismus und Globalisierung nicht da zu sein, und auch nicht anderswo) hat den Angriff, der »ums Ganze« geht wie die Katze um den heissen Brei, längst ersetzt, antifa goes Grönemeyer und schon längst nicht mehr aufs Ganze, stattdessen tritt man den Quark noch breiter in die Bürgergesellschaft aus, indem man jedem ihrer Mitglieder verzweifelt weismachen will, dass es antifa ist und das bisher nur noch nicht gewusst hat.

Linkspopulismus (ein service der antifa Festival) hat zwar rapide die Symbol-Fetischisierung alt-autonomer Militanzgesten (»smash capitalism!« auf T-shirts und Spuckis, den brennenden Müllcontainer als Markenzeichen) erlernt, jedoch im selben Maß verlernte sie die (wenigstens vor ein paar Jahren noch dem Anspruch nach als »Kritik und Praxis« beschworene) theoretische Praxis, und so ist diese Sorte Antifaschismus ebenso »radikal« hilflos geworden wie die reformistischen Professoren, zu deren ideologischem Mündel sie sich mittlerweile macht, und die Honoratioren der Staatslinken, an deren organisatorische Vernetzungs-Mittel sie sich verzweifelt klammert.
[…]
theorie praxis lokal (der aktive Kern der sozialistische studien vereinigung Frankfurt am Main) möchte angesichts dieser kritischen Situation im Sommer 2007 über den Tag hinaus einen Beitrag leisten für die Rekonstruktion einer antifa-die-Angriff-heisst. Eine solche revolutionäre antifa-des-Bewusstseins kann nur aus dem gegenwärtigen Unbehagen in der antifa heraus entstehen und aus der unstillbaren Begierde nach Praxis der Theorie, ohne die es keine revolutionäre Praxis geben kann. Das ist ein Experiment und kann nur der Versuch des Beginns eines Prozesses, eines längerfristigen, praxis-orientierten »Laboratoriums« zur Destruktion der grassierenden, mehr oder weniger antisemitisch strukturierten Phantasien vom »Kapitalismus« sein. Ohne die radikalste, gründlichste und selbständige Kritik der NS-Phantasmata, der Vulgärvorstellungen vom »Kapitalismus und Antikapitalismus« und von ihrer Grundlage in der kapitalistischen Produktionsweise selbst, ihrer Wirkungsweise in der politischen und libidinösen Ökonomie im Massenmaßstab, können wir weder die verrückten Meinungen theoretisch noch die Organisationsformen der barbarischen Verbrechen praktisch vernichten.

Abendveranstaltung // Freitag 21.9.2007, 19:30:

Vortrag als einführender Überblick:
»Sozialismus national« – die neonazistische Antikapitalismus-Kampagne »zwischen Marxismus und Liberalismus« und der aktuelle völkisch-antisemitische Diskurs.

Workshop // Samstag 22.9., 11-20 Uhr und Sonntag 23.9., 11-14 Uhr:

# Woher kommen die »linken Leute von rechts«?
(Einleitungsreferat zur Geschichte)
# Wem nutzen die Nazis und wer verschafft ihnen die Macht?
(Einleitungsreferat zur politischen Ökonomie)
# Wie kann aus Antikapitalismus der eliminatorische Antisemitismus hervorgehen?
(Einleitungsreferat zur Kritik der politischen Ökonomie)
# Wie kehren Nazis den internationalen Klassenkampf um in völkischen Kampf, in national-staatlichen Rassenkampf?
(Einleitungsreferat zu Staatlichkeit & Anarchie)
# Was ist zu verstehen unter »deutscher Kultur« verwurzelt »im Boden nationaler Arbeit und Wirtschaftsordnung«? Was heisst »Kampf gegen Parasiten« und »alles abgrasende Nomadenhorden«?
# Was ist romantischer Antikapitalismus und wie, warum, wodurch wird er zu manifestem Antisemitismus ganz normaler deutscher Männer und Frauen?

Sämtliche genannten Veranstaltungen im ivi – institut für vergleichen irrelevanz.


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