Feindkontakt per Mail

24. April 2007

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:AA KK
Gesendet: XXX
An: frauenverband-bdv@web.de
Betreff: Ihre Veranstaltung mit Helke Sander 3.4.2007

Guten Tag,
können Sie mir bitte sagen, ob die Veranstaltung am 3.4. mit der Filmemacherin Helke Sander stattgefunden hat? Gibt es vielleicht irgendwo ein Protokoll oder einen Presseartikel? Wäre sehr wichtig für meine Arbeit.
Haben Sie besten Dank im Voraus!
MfG,
AA KK

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-- HH schrieb:

Sehr geehrter Herr AA KK,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Veranstaltung LANGE SCHATTEN am 3.4.. Sie hat stattgefunden, aber leider hatte Helke Sander eine Woche vorher aus familiären Gründen abgesagt. Auch Dr. Barbara Johr, mit der Helke Sander den Film gedreht hatte, konnte so kurzfristig nicht einspringen. Wir hatten dann die Bundesvorsitzende der Vereinigung der Frauennotruf- und Frauenberatungsstellen, Frau Ursula Schele gewinnen können, die das Thema der vergewaltigten Frauen sehr gut repräsentiert hat.
Von der Veranstaltung ist eine DVD -Aufnahme gefertigt worden, die allerdings noch nicht vorliegt. Wenn Sie wollen, können wir gegen einen Unkostenbeitrag eine Kopie (allerdings ungeschnitten und nur für Studienzwecke) für Sie fertigen lassen. Dazu brauchen Sie sich nur zu melden.
Was ist der Inhalt Ihrer Arbeit? Jetzt bin ich interessiert. Übrigens findet unsere nächste und vorerst letzte Veranstaltung der Reihe LANGE SCHATTEN am kommenden Dienstag, 24.4. um 18 Uhr 30 statt. Pünktliches Kommen sichert Plätze.

Ihre
HH HH
Präsidentin des Frauenverbandes im BdV e.V.

www.vertriebene-frauen.de
www.frauenverband-bdv.de

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Sehr geehrte Frau HH,

meine Arbeit dient der Erforschung des Fortwirkens nationalsozialistischer Kontinuitäten nach 1945 bis heute. Ein wichtiges Element der NS-Ideologie war die Selbststilisierung zu unschuldigen, ungerechtfertigterweise angegriffenen Opfern, die sich gegen diesen Angriff wehren müssten. Sie als Frauenverband im Bund der Vertriebenen pflegen diesen revisionistischen Mythos, exkulpieren die TäterInnen und lassen die Singularität der Judenvernichtung in einem Brei namens Jahrhundert der Vertreibungen untergehen. Damit betreiben Sie die erneute Formierung der sogenannten Deutschen zum einheitlichen Kollektiv und bereiten damit – offenbar gewollt – den Boden für neues Unheil.
Meine Frage bezüglich der Beteiligung Helke Sanders an ihrer larmoyanten Veranstaltungsreihe ergab sich aus meinem Interesse, inwieweit (ehemalige) linke FeministInnen sich nun ebenfalls in dieses Projekt einer neuen Form der Volksgemeinschaft einfügen.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit zu Ihrer vollsten Zufriedenheit beantwortet zu haben.

MfG,
AA KK


2 Kommentare

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  1. Tja, auf die DVD wirste nun wohl lange warten können. ;-)
    Sollte Deine letzte mail tatsächlich beantwortet werden, würde mich der Inhalt echt mal interessieren.

    Comment von biber — 25. April 2007 @ 00:31

  2. Wieso, ich vertraue da ganz auf die Größe des BdV im Umgang mit politischen Gegnern. Kann mir kaum vorstellen, dass sich diese wackeren ReckInnen, die schon ganz Anderes durchgemacht haben (Schlesien! Ostpreußen! Die Gustloff!), auf solche kleinlichen Spielchen einlassen. Das bisherige Ausbleiben einer Antwortmail werte ich als positives Zeichen, vermutlich ist bereits ein DVD-Paket incl. ausführlichem Anschreiben unterwegs …

    Comment von Administrator — 26. April 2007 @ 00:59

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