ivi goes [konter]revolution

26. April 2007

FREITAG 27.4. im IVI (Kettenhofweg 130) 19.30Uhr Vortrag:
„80 JAHRE KONTERREVOLUTION IN CHINA“
festgemacht am Jahrestag der massaker 27.4.1927 gegen die proletarische revolution & communistische bewegung in china, ermoeglicht durch die verheerende politische dominanz/ intervention der (prae-)stalinistischen „kommunistischen internationale“, die zum abblocken & zum umleiten der revolution auf den maoistischen weg mit seinen ambivalenten bürgerlich-staatskapitalistischen/staatssozialistischen sowie „kulturrevolutionaeren“ resultaten gefuehrt hat. die relevanz der laengsten revolution eines fuenftels der menschheit fuer die anstehende communistische revolution der produktiven gesamtarbeiter_in im weltmaßstab steht bei dieser diskussionsveranstaltung im vordergrund.
es handelt sich um die bearbeitung eines vortrags beim „seltsamen zusammenschluss“ (stuttgart) am 5.11.2006 über „Maoismus & ML-Bewegung“. das dispositiv dieses vortrags steht voraussichtlich ab 27.4. auf der website www.theoriepraxislokal fuer die diskussion zur verfuegung.

SONNTAG 29.4. im IVI, 19Uhr, DISKUSSIONSVERANSTALTUNG:
WIE FUNKTIONIERT DER ANTIKAPITALISMUS DER NAZIS, UND WAS KANN MAN DAGEGEN TUN?
in direkter vorbereitung der abwehr des von staatsgewalt, verkehrsbetrieben & NS-kamaradschaften vorgesehenen nazi-aufmarsches am 1.mai in ruesselsheim & raunheim, mit denen die nazis wieder versuchen wollen, im rhein-main-gebiet & in hessen fuß zu fassen (aufmarsch in frankfurt fuer 7.7. bereits angemeldet) versuchen die beitraege von antifas & aus theorie praxis lokal eine annaeherung an die großangelegte „revolutionaere“ antikapitalismus-kampagne & die antiglobalisierungs-agitation der nazis (zentriert um den NPD-propaganda-apparat, gegruendet auf die klassisch nationalsozialistischen stereotypen eines zutiefst antisemitischen antikapitalismus). wir benutzen hier keine anfuehrungszeichen, sondern weisen gemeinsame grundzuege & differenzen dieses antikapitalismus/ antiglobalisierungs-musters in der rechten & in der linken auf. 1.kurzvorstellung des „Aufruf gegen die Antikap-Kampagne der NPD“ (download ueber: http://www.naziaufmarsch-verhindern.de.ms/)
2.kritischer kommentar in thesenform aus theorie praxis lokal (ab 27.4. auf: www.theoriepraxislokal.org)
3.offene diskussion es handelt sich um die auf wunsch einiger teilnehmer_innen & nichtteilnehmer_innen der gleichthematischen veranstaltung in moerfelden am vergangenen dienstag, 24.4., wiederholte bzw. fortgesetzte diskussion.

SONNTAG 6.5. im IVI, TAGESSEMINAR ab 12 Uhr:
zu verlauf & niederlage der revolution in spanien (festgemacht am barcelona-clash anfang mai 1937): 70 JAHRE KONTERREVOLUTION IN SPANIEN. zugleich als ueberblick ueber den „spanischen“ revolutionskrieg. wir sehen den film von Ken Loach „Land und Freiheit“ diesmal in einer exkursiv bearbeiteten fassung an, die ihn als eine erste, mythenkritische einführung in geschichte & problematik der authentischsten anarcho-communistischen proletarischen revolution des 20.jahrhunderts nützlich macht: ursachen ihrer schwäche und ihres abwuergens. ein anarchistischer dokumentationsfilm liefert zusätzlich reichhaltigen fakten- & zeitzeugen-stoff

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Feindkontakt per Mail

24. April 2007

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von:AA KK
Gesendet: XXX
An: frauenverband-bdv@web.de
Betreff: Ihre Veranstaltung mit Helke Sander 3.4.2007

Guten Tag,
können Sie mir bitte sagen, ob die Veranstaltung am 3.4. mit der Filmemacherin Helke Sander stattgefunden hat? Gibt es vielleicht irgendwo ein Protokoll oder einen Presseartikel? Wäre sehr wichtig für meine Arbeit.
Haben Sie besten Dank im Voraus!
MfG,
AA KK

********

-- HH schrieb:

Sehr geehrter Herr AA KK,
vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Veranstaltung LANGE SCHATTEN am 3.4.. Sie hat stattgefunden, aber leider hatte Helke Sander eine Woche vorher aus familiären Gründen abgesagt. Auch Dr. Barbara Johr, mit der Helke Sander den Film gedreht hatte, konnte so kurzfristig nicht einspringen. Wir hatten dann die Bundesvorsitzende der Vereinigung der Frauennotruf- und Frauenberatungsstellen, Frau Ursula Schele gewinnen können, die das Thema der vergewaltigten Frauen sehr gut repräsentiert hat.
Von der Veranstaltung ist eine DVD -Aufnahme gefertigt worden, die allerdings noch nicht vorliegt. Wenn Sie wollen, können wir gegen einen Unkostenbeitrag eine Kopie (allerdings ungeschnitten und nur für Studienzwecke) für Sie fertigen lassen. Dazu brauchen Sie sich nur zu melden.
Was ist der Inhalt Ihrer Arbeit? Jetzt bin ich interessiert. Übrigens findet unsere nächste und vorerst letzte Veranstaltung der Reihe LANGE SCHATTEN am kommenden Dienstag, 24.4. um 18 Uhr 30 statt. Pünktliches Kommen sichert Plätze.

Ihre
HH HH
Präsidentin des Frauenverbandes im BdV e.V.

www.vertriebene-frauen.de
www.frauenverband-bdv.de

**********

Sehr geehrte Frau HH,

meine Arbeit dient der Erforschung des Fortwirkens nationalsozialistischer Kontinuitäten nach 1945 bis heute. Ein wichtiges Element der NS-Ideologie war die Selbststilisierung zu unschuldigen, ungerechtfertigterweise angegriffenen Opfern, die sich gegen diesen Angriff wehren müssten. Sie als Frauenverband im Bund der Vertriebenen pflegen diesen revisionistischen Mythos, exkulpieren die TäterInnen und lassen die Singularität der Judenvernichtung in einem Brei namens Jahrhundert der Vertreibungen untergehen. Damit betreiben Sie die erneute Formierung der sogenannten Deutschen zum einheitlichen Kollektiv und bereiten damit – offenbar gewollt – den Boden für neues Unheil.
Meine Frage bezüglich der Beteiligung Helke Sanders an ihrer larmoyanten Veranstaltungsreihe ergab sich aus meinem Interesse, inwieweit (ehemalige) linke FeministInnen sich nun ebenfalls in dieses Projekt einer neuen Form der Volksgemeinschaft einfügen.

Ich hoffe, Ihre Fragen damit zu Ihrer vollsten Zufriedenheit beantwortet zu haben.

MfG,
AA KK


Hartz IV kills – Kill Hartz IV

19. April 2007

Via cliff cosmos auf diesen Fall gestoßen: Ein Hartz IV-Empfänger in Speyer ist verhungert, seine Mutter, Mitbewohnerin und ebenfalls Hartz IV-Klientin zeigt Spuren von Mangelernährung.

„In ersten Vernehmungen gab die 48-Jährige an, sie und ihr Sohn hätten aus Geldmangel seit längerer Zeit keine Lebensmittel mehr kaufen können.“

Die zuständigen Behörden leugnen kaltschnäuzig jede Verantwortung:

„Nach In-Kraft-Treten der Hartz-IV-Gesetze sei neu geschaffenen Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration (GfA) mit Sitz in Ludwigshafen für Mutter und Sohn zuständig. Die GfA habe sich um Mutter und Sohn sehr bemüht. So sei der 48-Jährigen unter anderem ein Ein-Euro-Job vermittelt worden. Der Sohn dagegen habe sämtliche Angebote ausgeschlagen. Ab Oktober 2006 hätten die Betroffenen neue Anträge auf Gewährung von Arbeitslosengeld II stellen müssen. Entsprechende Anträge seien aber trotz mehrerer Anschreiben der Behörden nie eingegangen. Der Sprecher der Stadt Speyer, Matthias Nowack, sprach von einem tragischen Fall.“

Mittlerweile wird offenbar bereits große Dankbarkeit erwartet, wenn man zwangsweise in ein Arbeitsverhältnis gepresst wird, dessen Stundenlohn nicht einmal den Wert einer Cola beträgt. Wer nicht mitmacht, nicht eifrig Spargel sticht und brav Anträge schreibt – aus welchen Gründen auch immer – fliegt raus, nicht nur aus den sozialen Zusammenhängen, aus den Casinos, Kaufhäusern, Fussballstadien oder Eckkneipen, sondern mittlerweile auch: aus dem Leben. Das Gerede vom „tragischen Fall“ meint nichts anderes als: scheissegal, ein bisschen Schwund ist immer, weiter geht es, die Geschichte will es so.

Gerade die Schuldumkehr mittels des Rekurs auf die von dem Verhungerten nicht ausgefüllten Anträge zeigt, wie verkehrt die Kapitallogik tickt: Statt sich zu überlegen, dass das Antrags- oder Auszahlungsverfahren umzustellen wäre, sobald Menschen dadurch zu Tode kommen, werden die aufgestellten Prinzipien, Ideale, Gesetze durch ihre Faktizität für legitim und unhinterfragbar genommen. Der Tod des Menschen stellt nicht das korrekte Wirken der Gesetze in Frage, sondern umgekehrt bedingen die a priori korrekten Gesetze die Unterstellung, der Mensch habe sich nicht angemessen verhalten. Nicht die Gesellschaft soll also dem Menschen, sondern der Mensch einer Gesellschaft dienen, von der weder Angela Merkel noch der Stadtsprecher von Speyer eigentlich weiß, zu welchen Zwecken sie eingerichtet wurde.


Shoah, Pin-Ups, Abu Ghraib

08. April 2007

Kürzlich gespottet: „Shoah und Pin-Ups“, eine Doku über den KZ-Überlebenden und NoArt-Mitbegründer Boris Lurie. Der Film nähert sich sensibel diesem störrischem Herren, der in seiner Kunst das gräulichste Grauen der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der Darstellung vorgeblich ungezügelter sexueller Lust in Form weiblicher Aktfotos zusammenbringt und darin seine eigenen Erfahrungen – er verlor beinahe seine gesamte Familie durch die mordlüsternen Deutschen – wie den weiteren Zusammenhang von Gewalt/Vernichtung und Sexualität/(Omni)Potenz reflektiert.
Unbedingt sehenswert, allerdings erschwert die ausgebliebene Förderung des Films durch öffentliche Gelder wie das Fehlen eines Verleihs die Sichtbarkeit jenseits von Berlin (Eiszeit-Kino) und Hamburg (irgendwo in der Schanze). Darum am besten die Regisseurin über die oben verlinkte Film-Homepage kontaktieren und selbst Vorführungen organisieren.

Infos zu Boris Luries Person und eine dicke Linkliste mit Interviews bei no-art. Rezensionen einer Lurie-Ausstellung in Buchenwald beim conne island-Newsflyer und bei waltpolitik (Radiomanuskript).
Eine auf den ersten Blick wohlwollende Rezension des Filmes findet sich bei der taz. Während Lurie nur in einem Nebensatz eine Linie von seiner Arbeit zum Irak-Krieg zieht, nutzt der eifrige post-arische Schreiberling der taz diesen Bezug, um das gesamte Werk Luries in einem Satz nicht nur zu banalisieren und zu entwerten, sondern als Alibi für sein nationales Halali zu missbrauchen:

„Dafür macht der Film deutlich, wie schade es ist, dass seine Bilder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind. Denn Aufnahmen wie die aus Abu Ghraib, in denen dieselbe Gemengelage aus Sex und Gewalt wie die herrscht, mit der sich Lurie seit Jahrzehnten kritisch auseinandersetzt, zeigen: Seine Kunst ist auch heute noch notwendig.“

Was die taz andeutet, bedeutet logisch zu Ende gedacht: Abu Ghraib = Auschwitz, Islamisten = Juden, USA = Nazis. Die Bundeswehrmacht mitsamt ihren schwanzfuchtelnden Totenkopffans ist fein raus, und die taz kann mit gutem Gewissen mit der gutgewordenen BRD gegen den CowboyRamboNaziAmi paktieren.


Gnadenlose Rekuperation.

08. April 2007

Ekelhaft:
Situationisten-Ausstellung in Basel. Als ob eine solche historisierende Verkulturindustrialisierung nicht schon genug der Schande wäre, werden die Situationisten auch noch zur Inspiration der „Globalisierungsgegner im Kampf gegen «Die Gesellschaft des Spektakels»“ umgebogen und im Begleitkatalog schreibt Peter „Menschenpark“ Sloterdijk.

Kritik an Sloti Slot hier [Hamburger Studienbibliothek: „Kein Fußbreit dem Postfaschismus“, Hamburg 2005].


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