Famos kurios

14. Februar 2007

Damit wir das auch abhaken können (demonstrative Unlust gegenüber dem Stöckchenspiel zu zeigen scheint ja Pflicht zu sein):

- als Kind bin ich beim Spielen mit anderen Kiddies aus der Nachbarschaft ausgerutscht und hing nur noch mit beiden Händen an der Oberkante eines fünf Meter tiefen Grabens für Wasserrohre, bis mich nach einigem Hin und Her und viel Aufregung der älteste Spielgenosse aus dieser zumindest in meiner rückwärtigen Einbildung lebensgefährlichen Situation befreite

- in meiner Präpubertät war ich Fan der zwei unglamourösesten und biedersten Fussballclubs der Republik: Zunächst überzeugte mich ein Auftritt von Sven Krümpelmann im Aktuellen Sportstudio von der Dringlichkeit, Fortuna Düsseldorf zu huldigen. Aufgrund deren bald darauf folgenden Abstiegs suchte ich mir ein neues Objekt der Zuneigung und wurde bei dem auf dem berüchtigten Betzeberg residierenden, mega-provinziellen 1. FC Kaiserslautern (remember Kuntz-Säge?) fündig

- parallel war ich selbst noch als Fussballer aktiv und trotz meines regelmäßig beim Training zur Schau getragenen „Gegen Nazis“-Shirts einige Jahre SpielFührer (!) meiner Mannschaft, obwohl der Rest bis auf einen Migranten aus der Onkelz-hörenden und -hörigen Dorfjugend bestand, die alljährlich im April an der Bushaltestelle den Geburtstag eines ganz anderen, seit mittlerweile 62 Jahren verstorbenen Führers beging

- ich habe noch nie chemische Drogen genommen und seit fünf Jahren schon keine Bong mehr geraucht

- vor einigen Jahren war ich mal das einzige Mitglied einer eben nur aus einer Person bestehenden (guess what: linken? rechten? ausländerextremistischen?) Polit-Gruppe, die in einem Landes- Verfassungsschutzbericht auftauchte

- derzeit bin ich gerade mit dem zum Scheitern verurteilten Versuch beschäftigt, innerhalb von 48 Stunden ein Exposé für eine Doktorarbeit aus dem Boden zu stampfen, die ich eigentlich gar nicht schreiben will, und am Freitag habe ich ein Bewerbungsgespräch für ein quasi unbezahltes Praktikum, dass ich noch viel weniger antreten möchte. Diesen Scheiss hier schreibe ich nur zur Ablenkung, quasi Prokrastination at it’s worst.

Weiterreichen ist nicht, beim Wurf zerre ich mir immer die Schultermuskulatur.


10 Kommentare

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  1. genau. sowas aehnliches wollte ich auch schreiben. jeder wartet voller spannung auf sein stoeckchen und waere zu tode beleidigt, wenn es nicht kaeme. von wegen vollwertiges mitglied der blogosphaere. und wenn es dann kommt, unbedingt desinteresse vortaeuschen, ganz wichtig.

    Comment von salzundessick — 14. Februar 2007 @ 01:04

  2. also fast keine drogen? sozusagen wein predigen und wasser trinken? ;)

    Comment von bigmouth — 14. Februar 2007 @ 01:19

  3. Gott, was habt Ihr alle eine Profilneurose, dass Ihr so einen Scheiss mitmachen müsst.

    Comment von Lathandir — 14. Februar 2007 @ 02:16

  4. @ salty:
    Tja, coolness ist alles, wir wollen ja nicht mehr kindisch sein, aber andererseits machen wir halt doch mit und schauen dann ganz gespannt, ob die anderen Blogger auch unsere abgefahrenen Stories goutieren. Schon sehr pubertär.

    @ bigmouth:
    Nö, Wein predigen und (Weiß-)Wein trinken ;)
    Verzicht liegt daran dass ich Angst vor Psychos habe, allerdings finde ich diesen ganzen Antifahedonismus in letzter Zeit auch weniger cool.

    @ Lathandir:
    Klappe!

    Comment von Administrator — 14. Februar 2007 @ 02:21

  5. hehe, wie sagt der igel zum hasen: „ich bin schon da“ ;)

    ein schönes argument gegen Hedonismus-abgefeiere heisst ja Hermann Göring. der hat auch tolle parties gefeiert…

    Comment von bigmouth — 14. Februar 2007 @ 14:24

  6. Tolles Argument, bigmouth.

    Comment von asi — 14. Februar 2007 @ 18:29

  7. es zeigt zumindest, dass hedonismus einfach neutral ist, und sich mit jeder politischen einstellung verträgt.

    Comment von bigmouth — 15. Februar 2007 @ 01:21

  8. du bist schon ein schlauberger, bigmouth.

    Comment von salzundessick — 15. Februar 2007 @ 23:45

  9. ja, geil, was?

    Comment von bigmouth — 16. Februar 2007 @ 01:44

  10. *heul*, ich hab kein blog und würd doch so gern meine Skurilitäten loswerden…
    also: Ich hab mir mal alle fünf Zehen eines Fußes gleichzeitig gebrochen (barfuß, Autotür zu, autsch)
    als Kind (ca. 10 Jahre) mußte ich nachts um 1 in die Notaufnahme, weil mir beim Spielen ein Bierfass auf den Kopf gefallen war – Platzwunde, 4 Stiche, Gehirnerschütterung, Fragen, ob meine Eltern mich schlagen
    ich war mal Fliegenfischer

    So, das waren drei. Und nun wird das Stöckchenspiel gefälligst auf die Kommentatoren ausgeweitet!

    Comment von nager — 19. Februar 2007 @ 03:53

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